Bund-Länder-Gipfel

Neue Corona-Regeln: Was sich jetzt ändert

Als Reaktion auf die steigenden Corona-Infektionszahlen haben Bund und Länder nun neue Beschränkungen vereinbart. Ein neuer Lockdown soll so verhindert werden.

  • Bei Beratungen zur Corona-Krise hat die Regierung neue Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus beschlossen.
  • Die neuen Regeln betreffen die Gastronomie, Urlaubsreisen und verschiedene Förderungen.
  • Auch die AHA-Regeln wurden um zwei Buchstaben ergänzt.

Berlin – Bund und Länder haben angesichts steigender Corona-Infektionszahlen weitere Beschränkungen und Handlungsempfehlungen zur Bekämpfung der Pandemie vereinbart. Ein umfassendes Herunterfahren des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft wie im Frühjahr soll mit einer erweiterten „Hotspot“-Strategie verhindert werden. Die am Dienstag in Berlin vorgestellten Beschlüsse von AHA bis Urlaub:

Bund und Länder beschließen neue Corona-Regeln: Die AHA-Regeln bekommen Erweiterung

AHA-REGELN: Zu den bisherigen „AHA“-Regeln - 1,5 Meter Abstand halten, Hygiene, Alltagsmasken tragen - kommen zwei Buchstaben hinzu: Das „C“, als Aufforderung, die Corona-Warn-App zu nutzen und das „L“ fürs regelmäßige Lüften.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Markus Söder (CSU - l), Ministerpräsident von Bayern und CSU-Vorsitzender, und Peter Tschentscher (SPD), Erster Bürgermeister von Hamburg, beenden die gemeinsame Pressekonferenz.

Neue Corona-Regeln in Deutschland: Mehr Lüften

BELÜFTUNG: Regelmäßiges Stoßlüften in allen privaten und öffentlichen Räumen könne die Gefahr der Ansteckung erheblich verringern, heißt es in dem Bund-Länder-Papier. Auch eine CO2-Messung in geschlossenen Räumen wird empfohlen, damit das Lüften nicht vergessen wird. Ein 500-Millionen-Euro-Förderprogramm unterstützt in diesem und im nächsten Jahr die Umrüstung von Belüftungsanlagen in öffentlichen Gebäuden - unter anderem in Schulen.

Neue Corona-Regeln in Deutschland: Feiern verboten?

FEIERN: Wenn Städte und Landkreise zu Corona-“Hotspots“ werden, soll es Obergrenzen für Familienfeiern und andere Feste geben. Wenn es mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gibt, dürfen in öffentlichen oder angemieteten Räumen nicht mehr als 25 Menschen zusammenkommen. Im Privaten wird dann dringlich empfohlen, maximal mit zehn Personen zu feiern. Wenn wiederum die Sieben-Tages-Inzidenz von 35 überschritten ist, sollen höchstens 50 Personen in öffentlichen oder angemieteten Räumen an Festen teilnehmen. In privaten Räumen sollen es dann nicht mehr als 25 sein.

Neue Corona-Regeln in Deutschland: Bußgelder bei Falschangaben im Restaurant

GASTRONOMIE: Wer in Restaurants und Cafés falsche Kontaktdaten auf die Gästelisten schreibt, muss mit einem Bußgeld von mindestens 50 Euro rechnen. Gaststättenbetreiber werden zu „Plausibilitätskontrollen“ aufgefordert - sie müssen also überprüfen, ob die Gäste korrekte Angaben machen. Gegebenenfalls könnten in der Gastronomie zeitlich begrenzte Ausschankverbote für Alkohol erlassen werden.

Neue Corona-Regeln in Deutschland: Mehr Geld für öffentlichen Gesundheitsdienst

GESUNDHEITSDIENST: Der öffentliche Gesundheitsdienst wird mit vier Milliarden Euro gefördert. Die Gelder stellt der Bund bis 2026 zur Verfügung. Damit sollen bei den Ländern bis zu 5.000 neue Stellen geschaffen werden und die Digitalisierung in den Gesundheitsämtern vorangetrieben werden.

Neue Corona-Regeln in Deutschland: Bitte kein Urlaub in Risikogebieten

URLAUB: Mit Blick auf die beginnenden Herbstferien appellieren die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen, auf Reisen in Risikogebiete zu verzichten. (dpa)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld

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