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„Blutiger Widerstand“ gegen Corona-Politik: Drohbriefe mit Fleisch aufgetaucht

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Von: Lukas Zigo

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Coronavirus - Protest gegen Corona-Politik in Greiz
Polizisten und Teilnehmer eines so genannten Spaziergangs gegen die Corona-Maßnahmen stehen sich am Abend gegenüber. An der nicht genehmigten Demonstration beteiligten sich mehrere hundert Menschen. © Bodo Schackow/dpa

In Drohschreiben wird „blutiger Widerstand“ gegen die geplante Impfpflicht angekündigt. Dies zeigt die Radikalisierung der Corona-Protestbewegung.

Frankfurt – Die Protestbewegung gegen die Maßnahmen der Bundesregierung zur Eindämmung des Coronavirus radikalisiert sich weiter. Wie das Politmagazin Kontraste berichtet, sind deutlich mehr als zwölf Drohschreiben an hochrangige Politiker, darunter Bundestagsabgeordnete, mehrere Medien sowie Polizeibehörden und andere öffentliche Institutionen geschickt worden. Auch Berlins regierender Bürgermeister, Michael Müller, erhielt eine solche Sendung.

Jeder der Drohbrief enthielt laut der ARD-Sendung ein in Alufolie eingewickeltes Stück Fleisch, das mit folgendem Hinweis versehen war: „Das Fleisch ist mit ausstrahlenden Covid-19-Viren und mit Zyklon B durchseucht. Der Widerstand gegen die Corona-Impfung und die Maßnahmen wird blutig und unappetitlich“. Fleisch wie Drohschreiben wurden dem Landeskriminalamt Berlin zur kriminaltechnischen Untersuchung übergeben.

Corona-Protest: Urheber der Drohbriefe droht mit Gas aus Nazi-Vernichtungslagern

Informationen des ARD-Hauptstadtstudios zufolge wurden bei der Untersuchung keine Gefahrstoffe festgestellt. „Ausstrahlende Covid-19-Viren“ gibt es ohnehin nicht.

Bei dem angedrohten Gefahrstoff Zyklon B handelt es sich um ein Insektizid, das Blausäure enthält. Diese ist, sobald eingeatmet, für Menschen tödlich. Die Nationalsozialisten nutzten es für den Massenmord, insbesondere im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Bisher gibt es keine Hinweise auf die Urheber der Drohschreiben.

Corona-Impfpflicht: Katalysator für weitere Radikalisierung der Corona-Protestbewegung

Drohschreiben wie diese sind ein weiterer Indikator dafür, wie weit die Radikalisierung von Teilen der Corona-Protestbewegung fortgeschritten ist. Fackelzüge, wie vor dem Privathaus von Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD), sind ein weiters Indiz für die gleiche Tendenz zur Radikalisierung. Massiven Drohungen bis hin zu Morddrohungen sieht sich auch der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer ausgesetzt.

Teilnehmer einer Demonstration gegen Corona-Schutzmaßnahmen gingen am vergangenen Wochenende (10.-12.12.2021) verschiedentlich gewaltsam gegen Polizeikräfte vor. Das Demonstrationsgeschehen war über die Sommermonate fast zum Erliegen gekommen. Nun mobilisiert und radikalisiert insbesondere die geplante Impfpflicht die Protestbewegung aufs neue. Auf Telegram wird über einschlägige Kanäle zu Kundgebungen aufgerufen sowie Hass und Hetze im Internet verbreitet. (Lukas Zigo)

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