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Corona-Virus

Verhindert die Delta-Variante auch in Deutschland weitere Lockerungen?

  • Sandra Kathe
    VonSandra Kathe
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Für viele Deutsche fühlt sich die Pandemie durch die niedrigen Inzidenzen derzeit weit weg an. Doch die Delta-Variante sorgt auch hier für Infektionen.

Berlin/Wiesbaden – Auch wenn die Corona-Inzidenz in Deutschland nach wie vor sehr gering ist, nimmt der Anteil der Infektionen, der auf die ansteckendere Delta-Variante zurückzuführen ist, immer stärker zu. Beim Blick in andere europäische Länder ist zu sehen, wie einzelne Lockerungsschritte zurückgenommen werden. Und es stellt sich die Frage, ob die Mutante des Coronavirus auch hierzulande neue Lockerungen verhindern könnte oder ob die gut fortschreitende Impfkampagne dafür genügt, die Bevölkerung vor einer weiteren schlimmen Infektionswelle zu schützen.

In jedem Fall gab es in den letzten Tagen immer wieder Fachleute, Politiker:innen, Parteien und Gruppierungen, die mehr und mehr zur Vorsicht aufgerufen haben. Die Präsidentin der niedersächsischen Ärztekammer Martina Wenker warnte vor einem „politischen Lockerungswettlauf“, der im Pandemiegeschehen fatale Folgen haben könnte, SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisierte insbesondere die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen. „NRW ist zu schnell nach vorne gegangen“, sagte er. „Da werden Abstände nur noch empfohlen. Für Treffen im Freien gibt es keine Obergrenzen mehr. Und die Maskenpflicht ist in vielen Bereichen aufgehoben.“

In vielen Innenstädten Deutschlands gibt es wie hier in Berlin viele Lockerungen für Gastronomie und alltägliches Leben.

Beeinflusst die Delta-Variante weiterere Lockerungen? Bouffier plädiert für Geduld

Auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) warnt vor zu schnellen und zu umfassenden Lockerungen der Corona-Maßnahmen. „Zunächst sollten wir zumindest drei Monate abwarten, denn dann wissen wir besser, welche Auswirkungen die Delta-Variante und die Reiserückkehrer haben“, sagte Bouffier der Zeitung Welt am Sonntag. „Ich halte daher eine weitere Maskenpflicht in Abwägung zu den möglichen Auswirkungen für eine geringere Einschränkung.“

Sowohl die Inzidenz in Deutschland als auch der prozentuale Anteil der Delta-Variante nehmen seit einigen Tagen wieder zu – auch wenn sich die Corona-Inzidenz nach wie vor im einstelligen Bereich bewegt (6,2 – Stand: 11.07.2021). In anderen europäischen Ländern gibt es bereits einen deutlicheren Anstieg. In der Politik wird darüber diskutiert, wie groß die Aussagekraft der Ansteckungszahlen angesichts der Impfungen noch ist.

Mehr Corona-Infektionen durch Delta-Variante: Politik diskutiert über weitere Lockerungen

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht sprach sich dagegen aus, alle Corona-Beschränkungen schnell aufzuheben. „Bevor wir alle Maßnahmen aufheben können, müssen wir noch deutlich weiter in Richtung Herdenimmunität kommen“, sagte die SPD-Politikerin der Augsburger Allgemeinen. „Die Pandemie ist noch nicht überstanden.“ Gleichwohl müssten alle verbliebenen Maßnahmen laufend darauf überprüft werden, ob sie noch verhältnismäßig sind. Ihr Kabinettskollege, Außenminister Heiko Maas (SPD), hatte sich jüngst für eine Aufhebung aller Corona-Einschränkungen ausgesprochen, sobald alle Menschen in Deutschland ein Impfangebot bekommen haben. Damit sei im Laufe des Augusts zu rechnen. 

In Deutschland sind nach RKI-Angaben inzwischen mehr als 42 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Insgesamt haben bisher 48,4 Millionen Menschen (58,2 Prozent) mindestens eine Impfdosis erhalten, rund 35 Millionen sind vollständig geimpft. Nach Angaben der Bundesregierung lassen sich momentan im Schnitt rund 700.000 Menschen am Tag impfen.

Rücknahme der Lockerungen in Europäischen Ländern: Wo die Corona-Zahlen steigen

Die Corona-Infektionszahlen sind in verschiedenen europäischen Ländern inzwischen schon wieder deutlicher angestiegen als in Deutschland. Spanien mit den beliebten Urlaubsinseln Mallorca und den Kanaren gilt seit dem Wochenende nach den Maßstäben der Bundesregierung wieder als Risikogebiet. Praktische Auswirkungen für Urlauber gibt es dadurch aber kaum. Nach Einschätzung der EU-Kommission ist die Urlaubssaison nicht in Gefahr. Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Wir müssen uns jetzt vor zu großer Aufregung hüten und Überreaktionen vermeiden.“ Dank der Impfungen führten höhere Zahlen nicht automatisch zu einer gefährlicheren Lage. Trotz der besonders ansteckenden Delta-Variante sei eine „starke Urlaubssaison“ möglich.

In einigen Ländern wurden einige Lockerungen aber bereits wieder zurückgenommen. So wurdem am Samstag (10.07.2021) erneut Diskotheken und Nachtclubs in den Niederlanden geschlossen, nachdem die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen um das Siebenfache gestiegen war. Auch in der spanischen Region Katalonien, in der auch Barcelona liegt, wurde das Nachtleben wieder deutlich zurückgefahren. (ska/epd/dpa)

Rubriklistenbild: © Christophe Gateau/dpa

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