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Pandemie

Corona: Intensivbetten in Deutschland werden knapp – Mediziner appellieren an Gesundheitsminister Spahn

  • Stefan Krieger
    VonStefan Krieger
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Anästhesisten appellieren in der Corona-Krise öffentlich an Gesundheitsminister Jens Spahn: „Erfüllung des Versorgungsauftrags nicht mehr gewährleistet“.

Nürnberg - Die Corona*-Krise in Deutschland spitzt sich immer weiter zu. Die Fallzahlen steigen*, und Fachleute warnen bereits seit einiger Zeit vor einer Überlastung der Intensivstationen in den Krankenhäusern spätestens im Dezember, wenn der Trend nicht gestoppt werden kann. Jetzt hat sich die deutsche Gesellschaft für Anästhesie und Intensivmedizin mit einem dringenden Appell an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU*) sowie die Gesundheitsministerkonferenz der Länder gewandt.

In einem offenen Brief fordern die Medizinerinnen und Mediziner, wirksamere Schritte zur Eindämmung der Corona-Pandemie einzuleiten: Es gehe inzwischen nicht mehr allein um Engpässe bei der Versorgung der Covid-19-Patienten in den Kliniken. Mit größter Sorge betrachte man jetzt auch die aktuellen und mittelfristigen Auswirkungen für die Gesamtbevölkerung, zum Beispiel für Patienten mit Herzinfarkt, schweren Verletzungen oder Krebserkrankungen, die nicht mehr ausreichend versorgt werden könnten, so der Berufsverband Deutscher Anästhesisten" (BDA) und die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) in ihrer Mitteilung. In vielen Städten und Kreisen seien die Akutversorgung der Bevölkerung mittlerweile gefährdet und die Erfüllung des Versorgungsauftrags bei den Nicht-Covid-19-Patienten nicht mehr gewährleistet.

Auf den Covid-Stationen, wie hier in der Uniklinik Leipzig, wird die Situation immer bedrohlicher.

Mediziner fordern Booster-Impfungen für alle von Jens Spahn

In ihrem Brief an Gesundheitsminister Jens Spahn* und seine Kolleginnen und Kollegen aus den Ländern fordern die Anästhesisten unter anderem eine 2G-Regelung verbindlich für alle Bereiche des öffentlichen Lebens, besonders auch bei Großveranstaltungen. Kontaktbeschränkungen sollen strikt eingehalten werden. Außerdem setzen sich die Anästhesisten für Booster-Impfungen für alle ein, ebenso wie für einfacherer Regeln beim Impfen.

Unterdessen rechnet die Patientenbeauftragte der Bundesregierung damit, dass bald wieder Notverlegungen von Corona-Erkrankten erforderlich sein werden. „Mittlerweile werden Patienten innerhalb des eigenen Bundeslandes verlegt. Ich gehe davon aus, dass die deutschlandweite Kleeblattverlegung nur noch eine Frage der Zeit ist“, sagte die Beauftragte Claudia Schmidtke den Zeitungen der Funke Mediengruppe (09.11.2021).

Der Begriff Kleeblattverlegung beschreibt ein logistisches System zur länderübergreifenden Verteilung und Versorgung von Corona-Patienten aus Intensivstationen. Schmidtke betonte, die Lage in den Kliniken sei angesichts knapper werdender Covid-19-Behandlungsplätze auf den Intensivstationen „insbesondere im Osten und im Süden des Landes mittlerweile äußerst kritisch“.

Unter Corona-Pandemie der Ungeimpften leiden die Geimpften

Mit Blick auf die Entwicklung der Pandemie sei die Entscheidung, sich impfen zu lassen, keine individuelle Entscheidung mehr, sondern eine gesellschaftliche, sagte Schmidtke. „Unter der Corona-Pandemie der Ungeimpften leiden mittlerweile die Geimpften.“

Zugleich rief sie alle Beschäftigten in den Pflege- und Gesundheitsberufen auf, sich impfen zu lassen. Angehörige dieser Berufsgruppen seien auch ohne eine Impfpflicht "aufgefordert, ihrer besonderen Verantwortung nachzukommen, die ihnen anvertrauten Menschen nicht zu gefährden". (skr/afp) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Waltraud Grubitzsch/dpa

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