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Landesweite Demonstrationen

500.000 Corona-Tote in Brasilien - Präsident Bolsonaro als „Massenmörder“ beschimpft

  • Stefan Krieger
    VonStefan Krieger
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Brasilien steht am Beginn einer dritten Welle der Pandemie. Die Forderungen nach einer Amtsenthebung von Präsident Jair Bolsonaro werden immer lauter.

Brasilien - An dem Tag, an dem Brasilien seinen 500.000. Todesfall durch das Coronavirus verzeichnete, gingen Tausende Brasilianer auf die Straße, um gegen die katastrophale Pandemie-Politik der Regierung zu protestieren. Dies ist die zweite Runde großer landesweiter Demonstrationen innerhalb von 20 Tagen, in denen die Amtsenthebung des rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro und eine bessere Impfpolitik gefordert werden. In mindestens 400 Städten im ganzen Land sollen in den nächsten Tagen weitere Proteste der Bevölkerung, von politischen Parteien und Gewerkschaften stattfinden. 

Die Menschen forderten den Rücktritt oder die Amtsenthebung Bolsonaros, den sie auf Transparenten als Massenmörder bezeichneten, sowie die Beschleunigung der Impfkampagnen, wie brasilianische Medien am Sonntag berichteten. Am Samstag hatte Brasilien die Marke von einer halben Million Corona-Toten überschritten.

Demonstranten in Sao Paulo fordern Impfungen und die Absetzung von Präsident Bolsonaro.

Brasilien: 100.000 Menschen protestieren alleine in Sao Paulo

Bereits am 29. Mai hatte es landesweite Proteste gegen die Regierung gegeben. Am vergangenen Wochenende waren die Proteste laut Angaben der Veranstalter:innen jedoch größer, da auch die großen Oppositionsparteien und Gewerkschaften zur Teilnahme aufgerufen hatten. Bisher hatten sie unter Verweis auf die immer noch hohen Infektionszahlen darauf verzichtet. In der Metropole Sao Paulo sollen demnach rund 100.000 Personen an Kundgebungen teilgenommen haben.

Derzeit steht das Land am Beginn einer dritten Welle der Pandemie; die Zahl der Neuinfektionen und der Corona-Toten steigt wieder an. Täglich sterben über 2.000 Menschen. Am Freitag wurde mit rund 94.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages ein neuer Höchstwert verzeichnet. Vollständig geimpft sind derweil erst rund elf Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Expert:innen erwarten, dass Brasilien in den nächsten Wochen die USA überholt und damit zum Land mit der höchsten Zahl an Todesopfern weltweit wird.

Bolsonaro: Coronavirus ist eine „kleine Grippe“

Die Regierung des rechten Präsidenten Jair Bolsonaro verharmloste die Pandemie von Anfang an und stemmte sich mit Verweis auf die wirtschaftlichen Folgen gegen harte Ausgangsbeschränkungen. Zuletzt zog Bolsonaro auch den Sinn von Impfungen in Zweifel. Mittlerweile prüft ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss Bolsonaros Krisenmanagement in der Pandemie.

Seit Beginn der Pandemie hatte Bolsonaro das Coronavirus immer wieder als „kleine Grippe“ bezeichnet, Maßnahmen der öffentlichen Gesundheit ignoriert, skurrile Behandlungsmethoden gefördert und rechtzeitigen Einkauf von Impfstoffen für die Bevölkerung abgelehnt.

Corona in Brasilien: „Ich wll meine Kinder nicht begraben“

 „Wenn die Menschen inmitten einer Pandemie protestieren, liegt das daran, dass die Regierung gefährlicher ist als das Virus“, war auf einem der Schilder bei einer Demonstration in Rio de Janeiro zu lesen. Eine Mutter schrieb: „Ich bin geimpft, ich will meine Kinder nicht begraben.“  Bisher sind weniger als 12 Prozent der brasilianischen Bevölkerung vollständig geimpft.

Die Kritik der Demonstrant:innen reichte am Samstag aber über das Corona-Krisenmanagement hinaus. Die Menschen verlangten auch mehr Anstrengungen im Kampf gegen den Hunger und die Umweltzerstörung sowie die Achtung der Rechte indigener Völker. (skr mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © Igor Do Vale/dpa

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