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Ein Bildschirm wirbt für Corona-Impfungen in den USA.
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Die Corona-Zahlen in den USA steigen schnell an. Aber auch die Impfbereitschaft erhöht sich nach Angaben des Weißen Hauses.

Impfquote steigt deutlich

USA: Corona-Rekordzahlen in Florida - Fauci warnt vor „mehr Schmerz und Leid“

  • Isabel Wetzel
    VonIsabel Wetzel
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Die Corona-Zahlen in den USA sind alarmierend, das Land kämpft gegen die rasante Ausbreitung der Delta-Variante. Aber auch die Impfbereitschaft steigt wieder schnell an.

Washington D.C. ‒ Die USA stecken bereits tief in der nächsten Corona-Welle. Die Inzidenz im Land liegt nach Angaben der Johns Hopkins-Universität am Montag (02.08.2021) bei 168,6. Die Zahl der Neuinfektionen liegt im Durchschnitt aktuell bei 72.000 Fällen pro Tag - Werte, die zuletzt im Februar 2021 erreicht wurden.

Vor allem in Florida ist die Situation angespannt. Der Bundesstaat hatte sich zum neuen nationalen Epizentrum des Coronavirus entwickelt und ist für etwa ein Fünftel aller Neuinfektionen in den USA verantwortlich. Die hochansteckende Delta-Variante breite sich hier nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC rasend schnell aus.

Corona-Pandemie: Infektionswelle treibt die Amerikaner wieder zur Impfung

Wie die amerikanische Nachrichtenagentur AP berichtet, meldete der US-Bundesstaat Florida am Freitag (30.07.2021) mehr als 21.500 neue Corona-Fälle. Laut CDC ist das die höchste Zahl an Corona-Neuinfektionen, die seit Beginn der Pandemie an einem einzigen Tag erfasst wurde. Und auch die Zahl der Krankenhausaufenthalte aufgrund einer Covid-19-Erkrankung hat in Florida bereits wieder den Höchststand des letzten Jahres erreicht. Doch die alarmierenden Zahlen deuten auch eine positive Entwicklung in den USA an.

Angesichts der schnellen Ausbreitung der Delta-Variante in den USA und der rasch steigenden Zahl neuer Corona-Infektionen haben sich zuletzt wieder deutlich mehr Menschen impfen lassen. Die Impfkampagne war seit Juni ins Stocken geraten, mit zuletzt nur rund einer halben Million verabreichten Spritzen pro Tag. Die CDC sprach bereits von einer „Pandemie der Ungeimpften“. Zahlreiche Infektionen und vor allem Todesfälle in Verbindung mit dem Virus seien demnach durch eine Impfung vermeidbar gewesen. Der Trend kehrte sich nach Angaben aus dem Weißen Haus in Washington D.C. nun jedoch angesichts der neuen Corona-Welle wieder um - es ließen sich wieder deutlich mehr Menschen Impfen.

Corona in den USAStand Montag, 02.08.2021
Fälle35 Millionen Infektionen
Sieben-Tag-Inzidenz 168,6
Todesfälle gesamt613 Tausend
Impfquote (Erstimpfung) 57 Prozent
Impfquote (vollständig) 49 Prozent
Quelle: Johns Hopkins-Universität

Am Sonntag (Ortszeit) wurden insgesamt 816.000 Impfungen verabreicht, darunter 517.000 Erstimpfungen, wie ein leitender Beamter des Weißen Hause auf Twitter schrieb. Die jüngsten Daten zeigten einen „steten Anstieg“, erklärte Cyrus Shahpar.

Corona in den USA: Deutlich mehr Impfungen als in der Vorwoche

Dem Beamten zufolge lagen auch die Impfzahlen der vergangenen Tage deutlich über jenen der Vorwoche. Am Samstag (31.07.2021) etwa seien es 712.000 Dosen gewesen, ein Anstieg um 77 Prozent gegenüber der Vorwoche (403.000). Am Freitag (30.07.2021) habe es ein Plus von 43 Prozent gegeben. Im April waren täglich noch gut drei Millionen Dosen verabreicht worden. Der Direktor der National Institutes of Health, Francis Collins, sagte am Sonntag (01.08.2021) in der CNN-Sendung State of the Union: „Der Silberstreif am Horizont ist, dass die Menschen aufwachen und dass dies ein Wendepunkt für diejenigen sein könnte, die bisher gezögert haben“.

Die Zahl der im Wochendurschnitt pro Tag registrierten Neuinfektionen, die im Juni zeitweise auf 11.000 gefallen war, liegt inzwischen wieder bei 72.000. Die Zahl der Neuinfektionen steigt landesweit an, aber besonders betroffen sind Bundesstaaten mit geringerer Impfquote, darunter Louisiana und Rekord-Hotspot Florida.

Corona-Infektionswelle in den USA - Fauci: „Mehr Schmerz und Leid“

Die steigenden Fallzahlen durch die Ausbreitung der Delta-Variante veranlassen bereits seit einigen Tagen immer lauter werdende Forderungen, dass sich mehr Amerikaner gegen das Coronavirus impfen lassen sollten. Der führende Experte für Infektionskrankheiten in den Vereinigten Staaten, Dr. Anthony Fauci, hat am Sonntag (01.08.2021) in einem ABC-Interview davor gewarnt, dass das Land in Zukunft mehr „Schmerz und Leid“ erfahren werde, da die Zahl der Coronavirus-Infektionen vor allem dort, wo große Teile der Bevölkerung ungeimpft sind, stark ansteigt.

„Die Dinge werden sich noch verschlimmern, wenn man sich den rasanten Anstieg der Fallzahlen ansieht. Der Sieben-Tage-Durchschnitt ist erheblich gestiegen“, sagte Fauci und erklärte, dass etwa 100 Millionen Menschen, die für eine Covid-19-Impfung infrage kommen, noch nicht geimpft wurden. Viele auch aus ideologischen und politischen Gründen, da die Republikaner nach wie vor ihren Einfluss geltend machen, um gegen die Impfung zu agitieren.

Erst am Freitag (30.07.2021) setzen Republikaner aus Oklahoma in einem geschmacklosen Facebook-Post eine Impfpflicht in der Corona-Krise mit der Judenverfolgung der Nazis gleich. US-Präsident Joe Biden versuchte derweil bereits die Wogen zu glätten. In einem Statement in der vergangenen Woche machte der Demokrat deutlich, dass die Themen Impfung oder Maske-Tragen nicht zu einer politischen Frage werden dürften, es gehe im Kampf gegen die Pandemie nicht „um rote Staaten oder blaue Staaten“.

Corona-Impfung in den USA: Präsident Biden erhöht den Druck

In den USA sind bislang fast 50 Prozent der Bevölkerung von rund 330 Millionen Menschen vollständig geimpft, rund 57 Prozent haben mindestens die erste Spritze bekommen. US-Präsident Joe Biden hatte im Frühjahr das Ziel ausgegeben, dass bis zum Nationalfeiertag am 4. Juli 70 Prozent der Erwachsenen mindestens die erste Impfung erhalten haben sollten. Das Ziel wurde trotz reichlicher Vorräte und Impfanreizen verfehlt, es wurden nur 67 Prozent. Nun, etwa einen Monat später, sollte es bald so weit sein: der jüngste Anstieg ließ die Quote unter Erwachsenen bis zum 1. August auf 69,9 Prozent steigen.

Bereits in der vergangenen Woche (29.07.2021) hatte der US-Präsident noch einmal den Druck auf Ungeimpfte erhöht. Für Bundesangestellte in den USA wurden die Vorschriften verschärft: Die Behördenmitarbeiter müssen nun eine vollständige Impfung gegen Covid-19 nachweisen oder aber ununterbrochen Masken tragen und sich regelmäßig testen lassen. „Es geht um Leben oder Tod“, warnte Biden. Wer nicht geimpft ist, stelle ein „Problem“ dar. (iwe/dpa)

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