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Pandemie

Corona in den USA: War die Amtseinführung von Joe Biden ein Super-Spreader-Event?

  • vonTobias Ketter
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Viele Nationalgardisten, die bei der Vereidigung von Joe Biden im Einsatz waren, sind nun positiv auf das Coronavirus getestet worden.

  • 25.000 Soldat:innen waren für die Sicherheit während der Vereidigung von Joe Biden verantwortlich.
  • Hunderte von ihnen wurden nun positiv auf das Coronavirus getestet.
  • Mehrere Politiker in den USA kritisieren die Unterbringung der Nationalgardisten.

Washington - Die Amtseinführung von US-Präsident Joe Biden am Mittwoch (20.01.2021) verlief ohne größere Zwischenfälle. Vor der Vereidigung wurden die Sicherheitsvorkehrungen in Washington massiv erhöht, da nach dem Sturm auf das Kapitol am Mittwoch (06.01.2021) die Angst vor weiteren Ausschreitungen allgegenwärtig war. Rund 25.000 Soldaten und Soldatinnen der Nationalgarde riegelten ganze Gebiete der US-Hauptstadt ab.

Soweit so gut. Doch der Einsatz der Sicherheitskräfte könnte nun ein Nachspiel haben. Hunderte von ihnen haben sich nämlich mit dem Coronavirus infiziert. Es scheint als habe sich der Vereidigung von Joe Biden zu einem Super-Spreader-Event entwickelt.

Doch wie konnte es dazu kommen, dass sich so viele Nationalgardisten mit Covid-19 infiziert haben? „Sie haben uns zusammengepackt wie Sardinen“, berichtet ein Nationalgardist der Nachrichten-Plattform „Politico“. Auf Bildern aus den USA ist zu sehen, wie die Einsatzkräfte dicht an dicht auf einem Marmor-Boden schlafen.

Corona in den USA: Nationalgardisten mussten ihre Pause auf engstem Raum verbringen

Des Weiteren wurde bekannt, dass die Soldaten und Soldatinnen ihre Pause in dem Parkhaus des Regierungsgebäudes verbringen mussten. Auf engsten Raum konnten die Sicherheitsabstände nicht eingehalten werden, die im Kampf gegen das Coronavirus vorgesehen sind. Der Kongress habe nichts davon gewusst, dass die Betroffenen in dem Parkhaus ausharren mussten. Der Befehl sei laut dem „Merkur“ von einem Kapitol-Polizisten gekommen, der gar nicht dafür autorisiert war.

Nationalgardisten liegen auf dem Boden des Kapitols in Washington. Trotz der Corona-Pandemie werden keine Sicherheitsabstände eingehalten.

Derzeit befinden sich die mit dem Coronavirus infizierten Soldat:innen in mehreren Hotels in Quarantäne. Bereits vor der Amtseinführung von Joe Biden war es wohl zu Problemen mit Corona-Testungen gekommen. Mehrere Nationalgardisten mussten sich selbst darum kümmern, dass sie Zugang zu Corona-Tests bekommen.

Corona-Pandemie: Soldaten sollte ihre Quarantäne für den Einsatz in Washington beenden

Außerdem habe man weitere Soldaten unter Druck gesetzt, damit sie ihre Quarantäne beenden, um zu dem Einsatz nach Washington zu kommen, wie der „Merkur“ berichtet. Ein Mitglied der Nationalgarde, der nicht namentlich genannt werden möchte, sagte gegenüber „Politico“, dass die meisten Corona-Fälle asymptomatisch verlaufen würden. Die Leitung der Nationalgarde hat bisher nicht bekannt gegeben, wie viele Soldat:innen tatsächlich an dem Coronavirus erkrankt sind.

Die zahlreichen Corona-Infektionen unter den Nationalgardisten sorgen für Unmut. Einige US-Politiker haben sich bereits öffentlich zu Wort gemeldet. Roy Blunt, Senator von Missouri, bezeichnete den Vorfall als „Covid-19-Gefahr“. Ron DeSantis, Gouverneur von Florida, beorderte seine Truppen in den Bundesstaat zurück. „Sie sind Soldaten, sie sind nicht Nancy Pelosis Diener“, sagte er.

Corona-Infektionen nach Amtseinführung von Joe Biden: Debatten in den sozialen Netzwerken

Auch in den sozialen Netzwerken werden die vielen Corona-Infektionen unter den Einsatzkräften in Washington debattiert. Viele Nutzer geben Joe Biden die Schuld für die Vorfälle. Der Gründer der sogenannten „Democratic Coalition“ macht jedoch Donald Trump verantwortlich. „Die Nationalgarde hat in einem Parkhaus geschlafen, weil Donald Trump zu einer terroristischen Attacke auf das Kapitol angestiftet hat. Wenn Ihr wütend seid, dann stimmt dafür ihn zu verurteilen“, schrieb er auf Twitter. Die „Democratic Coalition“ hat es sich zum Ziel gesetzt den ehemaligen US-Präsidenten für seine Vergehen zur Rechenschaft zu ziehen.

Während der Kritik an der Unterbringung der Nationalgardisten weiter wächst hat die neue First Lady Jill Biden die Soldat:innen besucht. „Von ganzem Herzen - Danke an die Nationalgarde für ihren kontinuierlichen Einsatz, unsere Nation zu beschützen“, twitterte sie. (Tobias Ketter) 

Rubriklistenbild: © J. Scott Applewhite/dpa

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