Corona-Krise

Corona in den USA: Jeder vierte Tote weltweit kommt aus den USA

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Die USA bekommen die Corona-Pandemie nicht in den Griff. Selbst US-Präsident Donald Trump kann die Krise nicht mehr ignorieren.

  • In den USA steigt die Zahl der Corona-Infektionen weiter
  • Immer mehr Vermieter in den USA reichen Räumungsklagen gegen Mieter ein, die ihre Schulden nicht bezahlen können
  • Die Gesamtzahl an verzeichneten Menschen mit einer Corona-Infektion liegt bei mehr als vier Millionen

Die USA bekommen die Corona-Krise weiterhin nicht in den Griff. Immerhin scheint inzwischen selbst US-Präsident Donald Trump allmählich den ernst der Lage zu begreifen. Über die weitere Entwicklung in den USA halten wir sie in unserem neuen USA-Corona-Ticker auf dem Laufenden.

Update vom Freitag, 24.07.2020, 07:07 Uhr: Die Corona-Krise in den USA nimmt deutlich an Fahrt auf. Laut der Johns-Hopkins-Universität liegt die Zahl der mit Sars-CoV-2 infizierten Menschen derzeit bei über vier Millionen. Noch am 8. Juli - also vor zwei Wochen - meldete die Universität drei Millionen Infizierte.

Corona in den USA: Todesfälle steigen rasant an

Auch die Zahl der Todesfälle nimmt kontinuierlich zu. 1.225 weitere Menschen starben innerhalb der letzten 24 Stunden an einer Erkrankung mit Covid-19. Damit liegt die Gesamtzahl der Corona-Opfer in den USA bei 144.000. Das entspricht in etwa einem Viertel der weltweiten Todesopfer (631.680).

Der steile Anstieg aller Kennzahlen in der Corona-Krise hat zu einem Umdenken bei Donald Trump geführt. Der Parteitag der Republikaner in Jacksonville (Florida), auf dem Trump erneut zum Kandidaten für die anstehende US-Wahl hätte nominiert werden sollen, fällt aus. Das verkündete Trump auf einer Pressekonferenz.

Unterdessen hat sich der Milliardär und US-Mäzen Bill Gates erstmals zu den Verschwörungstheorien, die im Zuge der Corona-Krise über ihn existieren, geäußert.

Corona in den USA: 173 Todesfälle allein in Florida

+++ 20.30 Uhr: Die Gesamtzahl der Corona-Infektionen in den USA liegt jetzt bei über 4 Millionen, berichtet die New York Times. Die Bundesstaaten Alabama, Kalifornien, Florida, Idaho und Texas verzeichneten ebenfalls neue Rekordzahlen. In Florida wurden die meisten Toten innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, es sind 173 Opfer.

Expert*innen, so die New York Times, nehmen an, dass die Dunkelziffer der Corona-Infizierten in den USA deutlich höher sei. Sogar bis zu 13-mal höher in bestimmten Gegenden. Inzwischen sind mehr als 143.000 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben.

Corona in den USA: Meilensteine der Pandemie

  • 28.04.2020: Eine Million Corona-Infizierte (Gesamtzahl)
  • 10.06.2020: Zwei Millionen Corona-Infizierte(Gesamtzahl)
  • 07.07.2020: Drei Millionen Corona-Infizierte (Gesamtzahl)
  • 23.07.2020: Vier Millionen Corona-Infizierte (Gesamtzahl)

+++ 13.10 Uhr: Neben den weiter steigenden Corona-Fallzahlen in den USA – vor allem in Kalifornien und Texas – macht sich nun laut US-Medien ein anderer beunruhigender Trend bemerkbar: Immer mehr Vermieter reichen Räumungsklagen ein, da die Mieter ihre Schulden nicht bezahlen können.

USA: CARE-Gesetz soll Mieter während der Corona-Pandemie schützen

Aufgrund der Corona-Pandemie wurde jedoch in der so genannten CARES-Vereinbarung beschlossen, dass Mieter die Begleichung ihrer Schulden zunächst aufschieben können. Diese Regelung gilt für über 12 Million Mieter, die ihre Wohnungen und Häuser mit staatlich abgesicherten Hypotheken bezahlen. Trotz dieser Vereinbarung stiegen die Räumungsverfahren deutlich an.

Insbesondere diejenigen Menschen in den USA, die aufgrund der Corona-Pandemie ihren Jobs nicht nachgehen können und derzeit keinerlei Einkommen haben, haben oft Schwierigkeiten, ihre Schulden zu bezahlen. Viele von ihnen werden nun aus ihren Häusern und Wohnungen vertrieben. Eine Bestrafung von Vermietern, die Wohnungen trotz der CARE-Vereinbarung dennoch räumen lassen, sieht das Gesetz jedoch nicht vor – obwohl sie illegal sind und gegen die Vereinbarung verstoßen.

Die Rate der Corona-Neuinfektionen steigt in den USA drastisch

+++ 11.35 Uhr: In den USA steigen die Corona-Infektionen weiter drastisch an. Für die hohen Fallzahlen macht Donald Trump die vermehrt durchgeführten Corona-Tests verantwortlich. Eine Analyse der „New York Times“ zeigt jedoch, dass die Rate der Neuinfektionen deutlich höher ist, als die Anzahl der durchgeführten Corona-Tests.

Demnach ist die Anzahl der landesweit durchgeführten Tests seit Anfang Juni um 80 Prozent gestiegen. Im selben Zeitraum sind die Corona-Fallzahlen jedoch um 215 Prozent gestiegen. Damit übertrifft das Fallwachstum das Testwachstum deutlich. So meldet Florida – der Bundesstaat, der in den USA mit am stärksten vom Coronavirus betroffen ist – durchschnittlich 11.000 Neuinfektionen pro Tag, während aufgrund von einem vermehrten Durchführen von Tests nur 2.400 neue Fälle zu erwarten wären.

Corona in den USA: Trump gibt Demonstrierenden die Schuld an steigenden Fallzahlen

+++ 07.25 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt mitverantwortlich für die jüngste Zuspitzung der Corona-Pandemie gemacht. „Die Fälle begannen unter jungen Amerikanern kurz nach Demonstrationen anzusteigen“, sagte Trump am Mittwoch (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Die Demonstrationen hätten „vermutlich landesweit eine breitere Lockerung der Eindämmungsmaßnahmen ausgelöst“.

Insgesamt wurden in den USA fast vier Millionen Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen. Rund 143 000 Menschen starben bereits nach einer Infektion mit dem Virus. Trump hatte die hohe Zahl der Infektionen immer wieder auf die ausgeweiteten Tests zurückgeführt.

Corona-Pandemie in Kalifornien schlimmer als in New York

+++ 06.35 Uhr: Noch bis vor kurzem galt New York als der am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene US-Bundesstaat - nun hat Kalifornien den Ostküstenstaat überholt. Wie Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom am Mittwoch (Ortszeit) mitteilte, stieg die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen in dem Bundesstaat um einen Rekordwert von mehr als 12.800 auf insgesamt 413.576. Dies waren rund 4700 Infektionsfälle mehr als seit Beginn der Pandemie in New York gezählt wurden.

Bei den Todesfällen führt New York die US-Statistik dagegen weiter an: Mehr als 25.000 Menschen in dem Bundesstaat starben an den Folgen einer Corona-Infektion, in Kalifornien waren es 7870. Zwischen Dienstag und Mittwoch gab es in dem Westküstenstaat nach Behördenangaben 115 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Gavin Newsom, Gouverneur aus Kalifornien muss einen traurigen Rekord vermelden.

Kalifornien ist der bevölkerungsreichste Bundesstaat in den USA und hat mit 40 Millionen Einwohnern fast doppelt so viele Einwohner wie New York. Gouverneur Newsom sagte am Mittwoch, der drastische Anstieg bei den Infektionsfällen sei vermutlich auf die Öffnung wesentlicher Teile der Wirtschaft zurückzuführen. Die vielen Neuinfektionen seien eine Erinnerung daran, welche "massiven Auswirkungen das Virus nach wie vor hat".

Corona-Krise in den USA: Maskenpflicht in Washington wird verschäft

Update vom Donnerstag, 23.07.2020, 04:45 Uhr: Ob das auch für Donald Trump gilt? Nach einem erneuten Anstieg bei den Coronavirus-Infektionen hat die Bürgermeisterin der US-Hauptstadt Washington die Maskenpflicht verschärft. Die Mundschutzpflicht gelte künftig auch im Freien, erklärte Muriel Bowser. „Die Menschen müssen Masken tragen, sobald sie ihr Zuhause verlassen, wenn die Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie länger als einen kurzen Augenblick mit einer anderen Person in Kontakt kommen.“

Als Maßgabe gab Bowser den Slogan aus: „Es ist einfach: Wenn Sie das Haus verlassen, müssen Sie eine Maske tragen.“ Dies gelte ganz besonders dann, wenn Abstandsregeln nicht eingehalten werden könnten, erklärte die Politikerin der Demokratischen Partei. Ausnahmen gelten unter anderem für Sporttreibende im Freien.

Muriel Bowser, Bürgermeisterin von Washington, reagiert auf den erneuten Anstieg der Infektionszahlen.

Corona-Krise in den USA: Mike Pompeo sorgt für Panne

+++ 16.45 Uhr: Es scheint, als habe der Außenminister der USA, Mike Pompeo, nicht viel aus den vergangenen Monaten mit dem Corona-Virus gelernt. Am Mittwoch, bei einem Treffen mit den Außenministern von Dänemark, Grönland und den Färöer Inseln, sorgte Mike Pompeo für einen kleinen diplomatischen Zwischenfall.

Mit ausgestreckter Hand wollte er den dänischen Staatsmann Jeppe Kofo begrüßen - der die Geste ablehnte. Auch eine Maske war bei Mike Pompeo nicht zu entdecken. Und das, obwohl selbst US-Präsident Trump diese neuerdings "patriotisch" nennt.

Gesundheitsminister: Corona-Impfstoff soll in den USA frei verfügbar oder kostengünstig sein

+++ 16.10 Uhr: Der Gesundheitsminister der USA, Alex Azar, sagte am Mittwoch dem Wirtschaftssender CNBC, dass von der Regierung eingekaufter Corona-Impfstoff für die US-amerikanische Bevölkerung frei verfügbar oder kostengünstig sein werde. Erst kürzlich hatte das Mainzer Biotechunternehmen Biontech und der US-Konzern Pfizer bekannt gegeben, dass die USA Corona-Impfstoff im Wert von 1,95 Milliarden US-Dollar bestellt haben.

“For any vaccine that we have bought – so for instance the Pfizer vaccine – those hundred million doses would actually be acquired by the US government, then given for free to Americans“, sagte Azar (Übersetzung: „Alle Impfstoffe, die wir gekauft haben - beispielsweise der Pfitzer-Impfstoff - werden von der US-Regierung erworben und dann kostenlos an die Bevölkerung verteilt.“) Das gelte auch für Impfstoffkandidaten der Unternehmen AstraZeneca und Novovax.

Corona in den USA: Donald Trump scheint Ernst der Lage zu begreifen

+++ 13 Uhr: Donald Trump scheint nun endlich den Ernst der Lage bezüglich des sich weiter ausbreitenden Coronavirus in den USA begriffen zu haben. Zumindest betonte er in einer Pressekonferenz, dass die Pandemie noch lange nicht überstanden sei. Seit dem Beginn der Corona-Krise äußerte Trump jedoch immer wieder völlig falsche Behauptungen über das Virus. Obwohl er nun vermeintlich Einsicht zeigte, wiederholt er laut einem Bericht von „cnn.com“ viele von diesen in seinem ersten Corona-Briefing seit April.

In einem Corona-Briefing wiederholt Trump viele falsche Behauptungen

So betonte er unter anderem, dass die USA die meisten Corona-Tests durchführte, was seiner Meinung nach für einen verantwortungsvollem Umgang mit dem Virus spricht. Er ignoriert dabei jedoch die Tatsache, dass andere Länder das Virus deutlich besser im Griff haben und sich daher weniger Menschen testen lassen müssen. Zudem wiederholte er erneut, dass das Virus „verschwinden muss“ und, dass das ohne große Auswirkungen auf die amerikanische Gesellschaft passieren wird. Dass es vermutlich mehrere Jahre dauert, bis das Virus ausgerottet sein könnte – wenn das überhaupt jemals der Fall sein wird – scheint dem Präsidenten nicht bewusst zu sein.

Außerdem betonte Trump erneut, dass er auf den Virus nicht sofort angemessen reagieren konnte, da aufgrund seiner Vorgänger nicht ausreichend Ressourcen im Gesundheitssystem vorhanden waren. Laut einem Sprecher des Ministeriums für Gesundheit waren jedoch unter anderem ausreichen Beatmungsgeräte vorhanden. Die verspätete Reaktion auf das Virus lag schlichtweg daran, dass Trump Warnungen von Experten ignorierte.

Donald Trump über Corona in den USA: „Ich denke, wir sind alle verantwortlich.“

+++ 6.20 Uhr: US-Präsident Donald Trump sieht die Verantwortung für die Bewältigung der Corona-Pandemie in den USA nicht allein bei sich. Er arbeite Hand in Hand mit den Gouverneuren der Bundesstaaten, sagte Trump am Dienstag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. „Ich denke, wir sind alle verantwortlich.“ Es sei ein Jammer, dass das Virus die USA erreicht hätte, sagte Trump. Zugleich betonte er, dass er die Grenzen geschlossen und viele Dinge getan habe, „die sehr gut waren“. Erneut sagte er: „Das Virus wird verschwinden, es wird verschwinden.“

Corona in den USA: Tests dauern teilweise bis zu zwei Wochen

Update 22.07.2020, 04:35 Uhr:  US-Präsident Donald Trump hat die Amerikaner auf eine Verschlimmerung der Coronavirus-Pandemie eingestimmt. „Es wird wahrscheinlich leider schlimmer werden, bevor es besser wird“, sagte Trump am Dienstag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. „Ich sage das nicht gerne über Dinge, aber so ist es.“ Trump hielt das erste Mal nach knapp drei Monaten wieder eine Pressekonferenz ab, um über die Corona-Pandemie zu informieren. Viele seiner Äußerungen standen im Kontrast zu Aussagen der vergangenen Wochen.

Trump ermunterte die Amerikaner zum Tragen von Schutzmasken, wenn kein Abstand gehalten werden kann: „Ob Sie die Masken mögen oder nicht, sie haben eine Wirkung, sie werden einen Effekt haben und wir brauchen alles, was wir kriegen können.“ Der Republikaner lehnt eine landesweite Maskenpflicht ab. Kritiker werfen ihm vor, in der Pandemie ein schlechtes Vorbild abzugeben, weil er so gut wie nie öffentlich mit Maske auftritt. Um zu unterstreichen, dass er kein Problem mit Masken habe, holte Trump bei der Pressekonferenz einen Mund-Nasen-Schutz hervor. „Ich habe die Maske hier“, sagte er. Beim Vorstellen von Richtlinien der Gesundheitsbehörde CDC im April hatte Trump noch deutlich gemacht, dass er trotz Empfehlung selbst keine Maske tragen werde.  

Donald Trump, Präsident der USA, wirbt jetzt für die Corona-Schutzmaske.

Corona überfordert die Testlabore in den USA

+++ 15:42 Uhr: Die Testlabore in den USA sind völlig überfordert. Sie hätten, berichtet das CNN, mit einer „unendlichen Anfrage“ an Corona-Tests zu kämpfen. Mit den Rekordzahlen an Neu-Infektionen und einer scheinbar nicht in den Griff zu kriegenden Corona-Pandemie in vielen Bundesstaaten, käme es zu Verzögerungen von bis zu zwei Wochen für eingereichte Tests auf das Virus. Vergangene Woche lag die Berechnung noch bei bis zu einer Woche Verzögerung.

Und das, obwohl die Labore für die Corona-Tests daran arbeiten, ihre Kapazitäten zu erweitern. In einem Bericht von Quest Diagnostics heißt es, man wolle bis Ende Juli in der Lage sein 150.000 Tests pro Tag zu bearbeiten.

+++ 11.30 Uhr: Donald Trump kann die Kritik an seinem Krisenmanagement in der Corona-Krise nicht so recht verstehen. Zuletzt hatte er in einem Fox-News-Interview sogar behauptet, die Sterblichkeitsrate sei in den USA so niedrig wie sonst nirgends auf der Welt. Um das zu beweisen, ließ sich Trump sogar von seiner Pressesprecherin Kayleigh McEnany einen Zettel mit einer Grafik zu Todeszahlen reichen. Die bildete allerdings das Verhältnis von Toten zu Kranken ab, nicht das Verhältnis von Toten zur Gesamtbevölkerung. Die Situation sieht so oder so nicht gut aus. .

Tatsächlich war die Zahl der Toten pro Tag zunächst wochenlang gesunken. Experten führen das auf zahlreiche mögliche Gründe zurück: Die Menschen, die sich neu ansteckten, waren zu einem großen Teil jung und hatten damit größere Chancen auf einen leichteren Verlauf der Krankheit. Die Krankenhäuser des Landes haben nun schon einige Monate Erfahrung mit dem Virus und haben ihre Behandlungsmethoden verbessern können. Die Testkapazitäten in den USA sind im Vergleich zum März deutlich ausgebaut worden, weswegen Infektionen möglicherweise früher entdeckt werden können. Das Tragen von Masken ist weiter verbreitet, wenn auch vielerorts umstritten.

Corona in den USA: Die Situation gerät außer Kontrolle

Das alles bedeute aber definitiv keine Entwarnung, betonen Gesundheitsexperten. Die Zahl der Toten hinke erfahrungsgemäß denen der nachgewiesenen Infektionen um mindestens zwei Wochen hinterher, sagte etwa der oberste Gesundheitsbeamte der US-Regierung, Vizeadmiral Jerome Adams. Und seit Mitte Juli werden pro Tag wieder deutlich mehr Tote verzeichnet, wie von vielen befürchtet. Im April und Mai waren es teils mehr als 2000 Tote innerhalb von 24 Stunden, dann meist deutlich weniger, derzeit liegt die Zahl täglich annähernd bei 1000.

„Die Situation ist so schlimm wie noch nie zuvor in den USA und sie gerät außer Kontrolle“, sagte Peter Hotez vom Baylor College of Medicine in Texas dem Online-Portal „Politico“. Gleichzeitig mache sich Ermüdung und Abstumpfung hinsichtlich der Pandemie und ihrer Zahlen breit, sagte Kirsten Bibbins-Domingo von der University of California. „Das ist wie eine Wippe - offen, geschlossen, offen, geschlossen. Das hilft nicht gegen die Ermüdung.“

Donald Trump nimmt seine Corona-Briefings wieder auf.

Corona in den USA: Coronavirus in Florida „außer Kontrolle“

Update vom Dienstag, 21.07.2020, 06.55 Uhr: Lehrer in Florida wollen mit einer Klage die Wiederaufnahme des normalen Schulunterrichts nach den Sommerferien verhindern. Die Klage gegen Gouverneur Ron DeSantis und mehrere Behörden wurde am Montag von der Gewerkschaft Florida Education Association eingereicht, die rund 140.000 Lehrer vertritt. Darin heißt es, Schulen müssten eine „sichere“ Umgebung sein, doch sei das Coronavirus in Florida „außer Kontrolle“.

Der Bundesstaat im Südosten hatte sich in den vergangenen Monaten zu einer der am schwersten von der Pandemie betroffenen Regionen der USA entwickelt. Allein am Montag wurden dort mehr als 10.000 weitere Infektions- und 90 neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der registrierten Corona-Toten in Florida liegt inzwischen bei mehr als 5000. Dennoch will der Gouverneur nach den Ferien den regulären Schulbetrieb wiederaufnehmen lassen.

Ron DeSantis, Gouverneur von Florida, wird wegen seiner Politik in der Corona-Krise scharf kritisiert.

Der Republikaner DeSantis argumentiert, Kinder und Jugendliche seien weniger anfällig für die durch das Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19. Dabei ließ der Parteikollege von Präsident Donald Trump unerwähnt, dass mit dem Coronavirus infizierte Menschen auch ohne Symptome den Erreger übertragen können. Auch Trump dringt auf die Wiedereröffnung der Schulen nach den Ferien. Der Präsident drohte sogar mit einer Kürzung der Bundesmittel für Schulen, welche ihre Öffnung verweigerten.

+++ 19.50 Uhr: Das Coronavirus verbreitet sich in keinem Land der Welt so schnell wie in den USA. Mehrere Bundesstaaten melden einen steilen Anstieg der Infektionen, darunter auch Florida. Der vor allem bei Rentnerinnen und Rentnern beliebte „Sunshine State" im Süden des Landes gehört längst zu den Hotspots der Pandemie.

Corona in den USA: Intensivstationen in Florida am Maximum

Allein am Montag wurden 513 Intensiv-Patient*innen mit einer Corona-Infektion im Miami-Dade County erfasst. Das zeigen Daten, die der County in einem Covid-19-Dashboard veröffentlichte. Die Kapazität an Intensivbetten liege laut der Zahlen bei 394. Aktuell sind 2278 Menschen mit einer Corona-Infektion in einem Krankenhaus in Miami-Dade. 293 der Intensiv-Patient*innen werden der Aufrechnung zufolge beatmet.

Wie die „New York Times“ aus Florida berichtet, erreicht das Coronavirus auch zunehmend die so genannten „Gated Communities“ in Florida, die vor allem von Menschen jenseits der 55 bewohnt werden. Als Beispiel dient die Ortschaft „The Villages“, in der 120.000 Menschen leben, fast 90 Prozent davon über 60 Jahre alt. Laut der US-Zeitung vervierfachte sich dort die Zahl der Corona-Infizierten in den vergangenen vier Wochen.

Corona in Florida: Ron DeSantis trifft die Kritik

+++ 19.30 Uhr: Bei einer Pressekonferenz von Ron DeSantis, Gouverneur von Florida, kam es am Montag zu lauten Protesten. Florida ist eines der derzeit am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Bundesstaaten der USA. Protestierende riefen: „Schande über Sie, Ron DeSantis!“ und „Sie belügen die Öffentlichkeit!“ Als die Zwischenrufenden von Polizeibeamt*innen heraus eskortiert wurden, konnte sich DeSantis offenbar folgenden Spruch nicht verkneifen: „Wir werden die Polizei nicht die Finanzierung entziehen.“

Corona in den USA: Trump will wieder täglich die Presse informieren

+++ 19.00 Uhr: US-Präsident Trump will wieder täglich für ein Corona-Virus-Briefing vor die Presse treten - zuletzt hatte er im April diese Treffen abgehalten. Die New York Times bezeichnet das Vorgehen als eine „stillschweigende Anerkennung, dass die Gesundheitskrise, die er versucht hat, hinter sich zu bringen, immer noch durch das Land wütet.“

Ein erstes Treffen werde laut Trump am Dienstag, 17.00 Uhr, stattfinden. Doch er selbst begründet die Entscheidung nicht mit der ernsten Corona-Lage in den USA, sondern damit, dass die Auftritte hohe Einschaltquoten hatten. “I was doing them and we had a lot of people watching, record numbers watching in the history of cable television. There’s never been anything like it,” (Übersetzung: „Ich habe sie gehalten und viele Menschen haben zugeschaut, eine Rekordzahl in der Geschichte des Kabelfernsehens. So etwas hat es noch nie gegeben“) sagte Trump. Er sehe es als einen „great way“, um der Bevölkerung Informationen zu vermitteln, beispielsweise den Fortschritt in der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs.

Die früheren Auftritte Trumps zur Corona-Lage in den USA waren vor allem eine medial inszenierte Plattform für den US-Präsidenten - und fanden ein Ende, als Trump vorschlug, dass eine Injektion von Desinfektionsmittel gegen das Corona-Virus helfen könnte.

Corona in den USA: Trump sieht keinen Grund für nationale Masken-Pflicht

+++ 15.00 Uhr: Fast täglich scheinen die USA bei den Corona-Fallzahlen ihre eigenen traurigen Rekorde zu brechen. Sowohl die Neuinfektionen als auch die Todeszahlen steigen weiter rasant an. Dessen ungeachtet sieht US-Präsident Donald Trump nach wie vor keinen Grund für eine nationale Masken-Pflicht. Gegenüber dem Sender Fox News unterstrich er: „Ich will, dass die Menschen eine gewisse Freiheit haben“, und dass er außerdem nicht glaube, dass das Tragen einer Maske die Krise schneller beenden würde.

Ein Experte griff Donald Trump daraufhin an und zweifelte an seiner Kompetenz, die Corona-Krise unter Kontrolle zu bringen. Im Interview mit dem Sender CNN bezeichnete Jonathan Reiner, Medizinprofessor an der George Washington Universität, Trump als „unbelehrbar“. Er verstehe außerdem Trumps Problem damit nicht, diese „simple Maßnahme zum Wohle der öffentlichen Gesundheit zu begreifen.“ Es gehe dabei nämlich nicht um eine komplizierte Frage. Die Vorteile einer Masken-Pflicht seien ein Punkt, in dem sich die Experten einig seien und es keine unterschiedlichen Meinungen gebe. „Die Tatsache, dass der Präsident der USA das nicht versteht, lässt enorme Zweifel an seiner Kompetenz aufkommen“, so der Medizinprofessor.

Auch auf Twitter scheut sich Medizinprofessor Reiner nicht seine Meinung über Trump offen auszusprechen. Er warf ihm „sture Ingnoranz" im Umgang mit der Corona-Krise vor, die zum Tot von zehntausenden Menschen geführt habe.

Corona in den USA: Mehr als 60.000 Neuinfizierte

+++ 8.20 Uhr: In den USA hat die Zahl der verzeichneten Neuinfektionen mit dem Coronavirus am sechsten Tag in Folge bei mehr als 60.000 gelegen. Wie aus einer Zählung der Johns-Hopkins-Universität vom Sonntagabend (Ortszeit) hervorging, wurden binnen 24 Stunden weitere 63.872 Ansteckungsfälle registriert. Die Gesamtzahl der Infektionen im Land nahm damit auf rund 3,762 Millionen zu.

Zudem wurden nach Angaben der Universität weitere 514 Todesfälle binnen eines Tages registriert. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in den USA stieg damit auf 140.474. Die Vereinigten Staaten sind sowohl von den Toten- als auch den Infektionszahlen her das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Erst am Freitag war bei den täglichen Neuinfektionen mit 77.638 Fällen ein neues Rekordhoch erreicht worden.

Donald Trump spielt die Gefahr des Coronavirus herunter

Update Montag, 20.07.2020, 04.15 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat die Bedeutung der rasch zunehmenden Coronavirus-Neuinfektionen in den USA erneut heruntergespielt. Bei der Zunahme in Bundesstaaten im Süden und Westen des Landes handle es sich nur um „Flammen“ oder gar nur „Glutherde“, die rasch gelöscht würden, sagte Trump in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview mit dem Sender Fox News. Bei vielen der Neuinfektionen handle es sich um „junge Leute, die einen Schnupfen haben“, sagte Trump. Er behauptete weiter, dass „99,7 Prozent“ aller Corona-Patienten „sehr schnell“ wieder gesund würden.

Gesundheitsexperten warnen jedoch, dass es auch bei jüngeren Menschen nach einer Corona-Ansteckung ernsthafte Krankheitsverläufe und sogar Todesfälle geben könne. In den USA melden die Behörden seit knapp zwei Wochen 60 000 bis 77 000 Neuinfektionen pro Tag - mehr als je zuvor seit Beginn der Pandemie. Besonders betroffen sind die Bundesstaaten Florida, Georgia, Texas, Arizona und Kalifornien. Seit Februar gab es Daten der Universität Johns Hopkins zufolge in den USA bereits 3,7 Millionen bestätigte Infektionen und 140 000 Todesfälle.

Die Medien übertrieben das Problem, sagte Trump. Gesundheitsexperten wie der renommierte US-Immunologe Anthony Fauci seien zudem ein „bisschen alarmistisch“, sagte Trump in dem Interview weiter. Die Demokraten wiederum werfen Trump Untätigkeit und Versagen vor.

Texas und Arizona bestellen Kühlwagen für Covid-19-Tote – auch viele Babys erkrankt

+++ 15.42 Uhr: Aufgrund massiv steigender Corona-Todeszahlen haben mehrere US-Bundesstaaten Kühlwagen für Covid-19-Tote bestellt. In Texas und Arizona gaben die Behörden wegen drohenden Platzmangels in Leichenhallen und Krematorien Bestellungen auf, um sich auf das Schlimmste vorzubereiten. Die in Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität meldete am Samstagabend (Ortszeit) mehr als 60.200 neue Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden.

„Wir können sie nirgends unterbringen. Es klingt schrecklich, aber es ist wahr“, sagte der Bürgermeister des texanischen San Antonio, Ron Nirenberg, vor einigen Tagen über die Todesopfer. Bislang starben in Texas mehr als 3700 Menschen an Covid-19. Auch im Bundesstaat Arizona, der bislang 2500 Todesfälle verzeichnete, bestellten die Behörden im Bezirk Maricopa 14 Kühlfahrzeuge mit einem Fassungsvermögen von rund 300 Opfern.

Zu Beginn der Pandemie war bereits die damals besonders stark betroffene Stadt New York gezwungen gewesen, Kühlwagen einzusetzen, da die Leichenhallen, Friedhöfe und Krematorien Mühe hatten, die vielen verstorbenen Menschen zu lagern und zu bestatten.

Die USA sind das Land mit den weltweit meisten Todesfällen, 140.103 Menschen starben bisher mit oder an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung. Erst am Freitag hatten die USA mit mehr als 77.600 Corona-Fällen einen neuen Höchststand bei den täglich festgestellten Neuinfektionen gemeldet. Die Gesamtzahl der Infektionsfälle seit Beginn der Pandemie beläuft sich inzwischen auf knapp 3,7 Millionen.

Corona in den USA: 85 Babys in Texas an Covid-19 erkrankt

Update vom Sonntag, 19.07.2020, 7.40 Uhr: Die Corona-Krise in den USA hält unvermindert an. Besonders schlimm betroffen ist außer Florida und Arizona derzeit auch der US-Bundesstaat Texas. Dort hat nun das Gesundheitsministerium zum fünften Mal hintereinander mehr als 10.000 neue Covid-19-Fälle gemeldet. Durch die 10.158 neuen Infektionen am Samstag erhöht sich die Gesamtzahl der am neuartigen Coronavirus infizierten Menschen in Texas auf 317.730. Zudem verzeichnete die Behörde 130 weitere Todesfälle, womit sich die Gesamtzahl in Texas auf 3865 erhöhte. Am Vortag waren 174 Menschen in Texas an Covid-19 gestorben.

Unter den Infizierten von Texas befinden sich alleine in einem einzigen Landkreis auch 85 Babys, wie die Direktorin für öffentliche Gesundheit von Nueces mitteilte. „Diese Babys haben noch nicht einmal ihren ersten Geburtstag erlebt“, sagte Annette Rodriguez und appellierte gleichzeitig an die Bevölkerung, dabei zu helfen, die Ausbreitung von Covid-19 aufzuhalten: „Bleiben Sie zu Hause, halten Sie Abstand, tragen Sie Masken.“

Auch der republikanische Gouverneur Greg Abbott forderte die Menschen in Texas inzwischen dazu auf, Masken zu tragen. Damit könnte ein erneuter Lockdown verhindert werden. Den will Abbott unbedingt vermeiden.

+++ 14.16 Uhr: In der Stadt Spokane im US-Bundesstaat Washington USA fand eine Corona-Demo der etwas anderen Art statt. Circa 30 Menschen protestierten vor dem Haus des regionalen Gesundheitsbeauftragten Bob Lutz, darunter viele Verschwörungstheoretiker und Corona-Leugner. Sie hielten Schilder hoch wie „Masken zu tragen ist ein satanisches Ritual“, berichtet „Spokesman-Review“.

Ein anderer soll durch ein Megafon Dinge gebrüllt haben wie: „Der Impfstoff kommt mit einem Chip“, und: „Ich bin kein Verschwörungstheoretiker, sondern ein Realist.“ Eine Sprecherin des Gesundheitsbeauftragten glaubt, den Grund für die Proteste zu kennen. Bob Lutz habe einen positiv auf das Coronavirus getesteten Mann in Haft nehmen lassen, der sich geweigert hatte, in Quarantäne zu gehen. Die Sprecherin sieht im Protest eine Antwort auf die Entscheidung des Gesundheitsbeauftragten.

Behörden in Arizona und Texas bestellen Kühlwagen für Corona-Tote

+++ 9.00 Uhr: Die USA bekommen die Corona-Krise weiterhin nicht in den Griff. Experten glauben, dass die Vereinigten Staaten nie aus der ersten Infektionswelle herausgekommen sind. Angesichts steigender Todeszahlen haben nun die Behörden in den US-Bundesstaaten Texas und Arizona wegen drohenden Platzmangels in Leichenhallen und Krematorien Kühlwagen bestellt, um sich auf das Schlimmste vorzubereiten.

Der Bürgermeister von San Antonio weiß keinen Ausweg mehr: „Wir können sie nirgends unterbringen“, sagte Ron Nirenberg über die Todesopfer „Es klingt schrecklich, aber es ist wahr.“ Für den Notfall stünden nun Kühltransporter bereit. Anfang der Woche war in Texas mit 129 Todesfällen binnen 24 Stunden ein trauriger Rekord erreicht worden. Bisher haben mehr als 3700 Menschen in dem Bundesstaat ihr Leben durch eine Coronavirus-Infektion verloren.

Auch im Bundesstaat Arizona bestellten die Behörden im Bezirk Maricopa 14 Kühlfahrzeuge mit einem Fassungsvermögen von rund 300 Leichen. „Wir verlieren zu viele Bürger Arizonas“, sagte Kate Gallego, die Bürgermeisterin von Phoenix. Insgesamt sind in dem Bundesstaat bislang 2500 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben.

Unterdessen meldete in Kalifornien der Bezirk Los Angeles mit 4592 Neuinfektionen einen neuen Höchststand. „Ohne das energische Handeln jedes Einzelnen werden wir die Ausbreitung nicht verlangsamen können“, warnte die Leiterin der Bezirksgesundheitsbehörde, Barbara Ferrer.

USA verzeichnen neuen Höchststand bei Coronavirus-Infektionen

Update vom Samstag, 18.07.2020, 6.45 Uhr: Die USA haben am dritten Tag hintereinander einen Rekordanstieg bei den Coronavirus-Infektionen verzeichnet. Binnen 24 Stunden wurden 77.638 Neuinfektionen registriert, wie aus einer Zählung der Johns Hopkins Universität in Baltimore hervorgeht. Erst am Tag zuvor hatten die USA mit mehr als 68.400 Corona-Fällen einen Höchststand bei den täglich festgestellten Neuinfektionen verzeichnet.

927 weitere Menschen starben bis Freitag an den Folgen der Infektion. Insgesamt liegt die Zahl der Todesfälle damit bei 139.128. In den USA breitet sich das neuartige Virus seit einigen Wochen wieder verstärkt aus. Betroffen sind vor allem Bundesstaaten im Süden und Westen. Insgesamt liegt die Zahl der erfassten Infektionsfälle im Land den Angaben der Johns-Hopkins-Universität zufolge inzwischen bei 3,64 Millionen.

Die USA sind das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Dies gilt sowohl für die Infektions- als auch die Totenzahlen. Zuletzt waren immer neue Rekordstände bei den Ansteckungszahlen verzeichnet worden.

Corona-Taskforce in den USA empfiehlt, die Lockerungen wieder rückgängig zu machen

+++ 20.11 Uhr: Ein unveröffentlichter Bericht für die Corona-Taskforce im Weißen Haus empfiehlt 18 US-Bundesstaaten in der „roten Zone“, die Corona-Lockerungen rückgängig zu machen. Das berichtet der Sender CNN. Demnach zählt das fast 360 Seiten lange Dokument Staaten und Bezirke zur „roten Zone“, in denen die Neuinfektionen in der vergangenen Woche bei 100 pro 100.000 Einwohner liegen und mehr als zehn Prozent der Corona-Tests positiv sind.

Die betroffenen Staaten sollen dem CNN-Bericht zufolge „jederzeit außer Haus eine Maske tragen und physische Distanz wahren“. Außerdem empfehle das Dokument, Bars und Fitnessstudios zu schließen sowie soziale Zusammenkünfte auf maximal zehn Personen zu beschränken - also im Grunde genommen, alle Lockerungen zurückzunehmen. Zur definierten „roten Zone“ gehören anhand der Kriterien beispielsweise die Bundesstaaten Florida, Kalifornien, Texas und Georgia.

Corona-Management: Trump verliert Zuspruch in Umfrage

+++ 16.50 Uhr: Steigende Corona-Infektionen - die Kritik an Trumps Krisenmanagement reist nicht ab. In einer Umfrage der „Washington Post“ und des Senders „ABC“ äußerten sich 60 Prozent der Befragten negativ bezüglich Donald Trumps Umgang mit der Corona-Pandemie. Lediglich 38 Prozent befürworten Trumps Vorgehen - Ende Mai waren 53 Prozent negativ und 46 Prozent positiv gestimmt. Im März fand Trumps Umgang mit dem Corona-Virus noch eine knappe Mehrheit, 45 Prozent lehnten es ab. Der Halt des Präsidenten in der Corona-Krise schwindet deutlich - die Umfragewerte sind miserabel.

63 Prozent sei es laut der Befragung wichtiger, die Ausbreitung des Virus unter Kontrolle zu bringen, als die Wirtschaft anzukurbeln. 33 Prozent waren anderer Meinung. Donald Trump strebt trotz Zehntausender neuer Corona-Fälle pro Tag eine möglichst schnelle Rückkehr zur Normalität an. Für die Studie wurden 1006 Erwachsene telefonisch befragt. 79 Prozent gaben an, sie würden in Gegenwart anderer Menschen außerhalb ihres Zuhauses immer oder meistens eine Schutzmaske tragen. 15 Prozent sagten, sie würden nie oder selten eine Maske anziehen.

+++ 15.27 Uhr: Der US-amerikanische Seuchenexperte Anthony Fauci appellierte in einem Interview mit Facebook-Chef Mark Zuckerberg an junge Menschen. „Ihr müsst Verantwortung für euch selbst haben, aber auch eine gesellschaftliche Verantwortung, dass wenn ihr euch ansteckt, es nicht nur euch in einem Vakuum betrifft. Ihr verbreitet die Pandemie.“

Corona in den USA: Anthony Fauci mit emotionalen Appell

Wie der Nachrichtensender CNBC unter Berufung auf Gesundheitsbehörden in den USA berichtet, ignorieren mehr junge Menschen Abstandsregeln und stecken sich somit häufiger mit dem Coronavirus an. Fauci sagte, das Durchschnittsalter von an Covid-19 erkrankten Menschen sei seit Beginn der Pandemie in den USA um 15 Jahre gesunken. Auch Vizepräsident Mike Pence sagte im Juni, rund die Hälfte der registrierten Neuinfektionen seien Menschen unter 35 Jahren, vor allem in den Bundesstaaten Florida und Texas.

Corona-Pandemie: Maskenpflicht in mehr als der Hälfte der Staaten

+++ 15.00 Uhr: In mehr als der Hälfte der US-amerikanischen Bundesstaaten gilt nun eine Maskenpflicht. Target und CVS schließen sich Walmart und weiteren Einzelhändlern an und verpflichten ihre Kund*innen dazu, Masken zu tragen. Währenddessen hat der Gouverneur von Georgia nichts besseres zu tun, als gegen die Bürgermeisterin der Stadt Atlanta vorzugehen, die selbstständig eine Maskenpflicht eingeführt hat.

Corona-Pandemie in den USA: Fauci wirbt für das Tragen von Masken

+++ 12.45 Uhr: Angesichts des neuen Höchststands von 77.300 Neuinfektionen mit dem Corona-Virus in den USA ruft der Pandemie-Berater Anthony Fauci dringend zum Tragen von Masken auf. In einem Videochat mit Marc Zuckerberg am Donnerstag (Ortszeit) sprach er von einer ernsten Lage - wenige Stunden später gab die John-Hopkins-Universität die neuen Rekordzahlen bekannt. Noch immer besteht in den USA landesweit keine Maskenpflicht. Fauci fügt weiter an, dass die Öffnungen nach dem Lockdown zu schnell erfolgten. Die Zahl an Neu-Infektionen innerhalb von 12 Stunden sei in den USA nie unter 20.000 gefallen.

Corona-Pandemie in den USA: Gottesdienste tragen zur Verbreitung bei

+++ 12.00 Uhr: Das tragische Schicksal einer 17-Jährigen in Washington steht in direkten Zusammenhang mit riskanten Kirchenöffnungen in den USA. Denn trotz der massiven Verbreitung des Corona-Virus drängten einige Glaubensgemeinschaften auf die Wiedereröffnung. So hatte auch US-Präsident Donald Trump sich bereits zu Ostern für „volle Kirchenbänke“ ausgesprochen. Zwei Tage nach ihrem 17. Geburtstag starb Carsyn Leigh Davis an den Folgen einer Corona-Infektion. 13 Tage, nachdem sie sich bei einer Wiedereröffnungsfeier der „First Assembly of God“-Gemeinde angesteckt hatte.

Die 17-Jährige, die bereits ein Krebsleiden hinter sich hatte und an einer Autoimmungerkrankung litt, besuchte am 10. Juni gemeinsam mit 100 anderen Jugendlichen das groß auf Facebook angekündigte Event - ohne Mundschutz, Sicherheitsabstand oder anderen Schutzvorkehrungen. Mehrere US-amerikanische Medien wie Washington Post, Seattle Times und Miami Herald berichteten über den Todesfall - ein Beispiel für den fahrlässigen Umgang mit der Corona-Pandemie.

Corona-Pandemie: „Wenn Gott will, bekomme ich Covid - wenn nicht, bekomme ich es nicht!“

Die New York Times verzeichnet in ihren Datenbänken 650 Covid-19-Fälle, die auf rund 40 Kirchengemeinden zurückgeführt werden konnten. Die meisten ereigneten sich bereits im Juni. So infizierten sich beispielsweise während eines Gottesdienstes in Texas mehr als 50 Menschen. In Missouri konnten in einem Jugendcamp 82 infizierte Kinder und Jugendliche festgestellt werden.

Am Montag ordnete der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom eine erneute Schließung von Kirchen in dem Bundesstaat an. Doch in den besonders betroffenen Gegenden wie Florida, Nevada, Texas und vielen Staaten im Süden zeigten Evangelikale Kirchen wenig Verständnis. Trotz rasant steigender Corona-Infektionen bestehen Kirchenführer auf „Religionsfreiheit" - und gehen unter diesem Vorwand gegen Corona-Auflagen vor. Ein Kirchenführer in Oregon äußerte sich dazu wie folgt: „Wenn Gott will, bekomme ich Covid - wenn nicht, bekomme ich es nicht!“

Corona-Pandemie in den USA: Studierende aus Europa dürfen bald wieder einreisen

+++ 11.00 Uhr: Das Wall Street Journal berichtete am Donnerstag, unter Berufung auf ein Schreiben des Außenministeriums an den Kongress, dass ab dem Wintersemester Studierende aus Europa von dem seit März in den USA geltenden Einreiseverbot ausgenommen werden. Europäische Studierende können somit mit einem entsprechenden Visum bald wieder in die USA reisen - das gilt laut dem Wall Street Journal auch für einige Au-Pairs und Familienmitglieder von US-Visumsinhaber*innen. Ab wann diese Ausnahmeregelung genau gelten soll, ist noch nicht bekannt. Aufgrund des Corona-Virus hatte die USA im März beschlossen, die Grenzen für Menschen aus den Schengener-Staaten zu schließen.

Corona-Pandemie in den USA: Immer mehr junge Menschen müssen stationär behandelt werden

+++ 10.00 Uhr: Die Forscherin Sally Adams und ihr Team von der University of California in San Francisco in den USA haben anhand einer neuen Studie gezeigt, dass der Faktor Jugend nicht vor schweren Verläufen einer Corona-Infektion schützt. Auf der Homepage der Universität heißt es, dass ein Drittel der jungen Menschen Risikofaktoren haben, die eine schwere Covid-19-Erkrankung begünstigten. Ein besonders großer Faktor sei das Rauchen. Charles Irwin, einer der Autoren der Studie, sagte zum Nikotinkonsum folgendes: „Das Risiko klinisch anfällig für eine schwere Erkrankung zu sein, ist um die Hälfte geringer, wenn man die Raucher*innen aus dem Datensatz entfernt." Somit ist Rauchen der Hauptrisikofaktor eines schweren Covid-19-Verlaufs bei jungen Menschen in den USA.

Die Studie zeigt: Zwar ist die Wahrscheinlichkeit einer schweren Corona-Infektion, die einen Krankenhausaufenthalt erfordert, ab 65 Jahren höher, jedoch nimmt die Anzahl der jungen Menschen in den USA stark zu. Daten des U.S. Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zeigen, dass sich die Zahlen von jungen Menschen mit einem Krankenhausaufenthalt zwischen April und Juni verdreifacht haben. Im April mussten knapp 9 von 100.000 der Altersgruppe 18 bis 19 Jahren aufgrund einer Corona-Infektion stationär behandelt werden, im Juni waren es bereits knapp 35 von 100.000. Im Vergleich: Bei Menschen über 65 lag der Anteil im April bei 128.3 pro 100.000, im Juni bei 306.7 pro 100.000.

Corona-Pandemie in den USA: Hauptrisikofaktor ist Rauchen - weitere Faktoren

  • 20 Prozent der Untersuchten sind Raucher*innen, anteilig Zigaretten, Zigarrenprodukte und E-Zigaretten
  • 8.6 Prozent Asthmatiker*innen
  • 3 Prozent waren fettleibig
  • 2.4 Prozent haben eine Autoimmunerkrankung
  • 1.2 Prozent litten an Diabetes.

Für die am Montag veröffentlichte Studie wurden die Daten von rund 8400 jungen Menschen zwischen 18 und 15 Jahren einbezogen.

+++ 08.45 Uhr: Corona-Infektionszahlen in den USA aktualisiert: Mit rund 77 300 gemeldeten Fällen hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA einen neuen Höchststand erreicht. Damit wird der bisherige Höchststand von 67 800 neuen Fällen binnen 24 Stunden vom 10. Juli überschritten, wie aus den jüngsten Zahlen auf der Webseite der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore am Freitagmorgen (MESZ) hervorgeht.

+++ 07.50 Uhr: Die Grenzen der USA mit Mexiko und Kanada sollen bis mindestens zum 20. August wegen der Corona-Krise weitgehend geschlossen bleiben. Das teilten die US-Botschaften in beiden Nachbarländern am Donnerstag mit. Auch Kanadas Premierminister Justin Trudeau twitterte, eine Verlängerung der Beschränkungen um weitere 30 Tage sei vereinbart worden. Mexikos Außenministerium hatte bereits zwei Tage zuvor erklärt, dem nördlichen Nachbarland diesen Schritt mit Blick auf die aktuelle Entwicklung bei der Ausbreitung des Coronavirus vorgeschlagen zu haben.

Eine riesige Maske bedeckt das Gesicht der nachgebildeten Freiheitsstatue im New York-New York Hotel in Las Vegas.

Die aktuellen Zahlen der Corona-Neuinfektionen in den USA

+++ 04:15 Uhr: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA hat einen weiteren Höchstwert erreicht: Binnen 24 Stunden wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität vom Donnerstagabend (Ortszeit) 68.428 neue Ansteckungsfälle registriert. Die Zahl der Corona-Toten sei um 974 auf 138.201 gestiegen. Erst am Mittwoch hatten die USA mit mehr als 67.600 Corona-Fällen einen Höchststand bei den täglich festgestellten Neuinfektionen verzeichnet.

In den USA breitet sich das neuartige Virus seit einigen Wochen wieder verstärkt aus. Betroffen sind vor allem Bundesstaaten im Süden und Westen. Insgesamt liegt die Zahl der erfassten Infektionsfälle im Land den Angaben der Johns-Hopkins-Universität zufolge inzwischen bei 3,56 Millionen.

Corona in den USA: Gouverneur von Georgia klagt gegen Maskenpflicht

Update vom 17.07.2020, 03:25 Uhr: Der Gouverneur des südlichen US-Bundesstaats Georgia, Brian Kemp, hat gegen eine von der Großstadt Atlanta verordnete Maskenpflicht geklagt. Bürgermeisterin Keisha Lance Bottoms habe mit der entsprechenden Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus ihre Kompetenzen überschritten, argumentierte der Gouverneur in einer eingereichten Klage. Der Republikaner Kemp hatte am Mittwoch trotz der sich ausbreitenden Corona-Pandemie eine Verordnung unterzeichnet, die es Kommunen und Bezirken verbietet, eine Maskenpflicht einzuführen.

Brian Kemp, Gouverneur des US-Bundesstaates Georgia, hat gegen eine von der Großstadt Atlanta verordnete Maskenpflicht geklagt.

Die demokratische Bürgermeisterin Bottoms erklärte über Twitter, anstatt sich vor Gericht zu streiten, wäre es besser, die Steuergelder einzusetzen, um mehr Corona-Tests und das Nachverfolgen von Kontakten zu ermöglichen. Kemp wiederum erklärte, seine Klage richte sich gegen „desaströse Maßnahmen, die das Leben und die Lebensgrundlage unserer Bürger bedrohen“. Gleichzeitig empfiehlt Kemp, Masken zu tragen, wenn der nötige Sicherheitsabstand zur Vermeidung von Infektionen nicht eingehalten werden kann.

In dem Bundesstaat gibt es bislang mehr als 130 000 nachgewiesene Corona-Infektionen und rund 3100 Todesfälle. Am Donnerstag etwa meldeten die Behörden dort gut 3400 Neuinfektionen.

Bürgermeisterin Bottoms befindet sich derzeit in Quarantäne, weil bei ihr und mehreren Familienmitgliedern eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen wurde. Sie hatte vergangene Woche erklärt, dass sie acht Tage auf ihr Testergebnis warten musste. Sie kritisierte, dass es die lange Zeit zwischen Tests und Ergebnissen schwieriger mache, die Pandemie einzudämmen, weil Menschen nach ihren Tests tagelang nicht wüssten, ob sie ansteckend seien.

Brian Kemp, Gouverneur des US-Bundesstaates Georgia, hat gegen eine von der Großstadt Atlanta verordnete Maskenpflicht geklagt.

Corona in den USA: Republikaner greift Donald Trump an

+++ 22.20 Uhr: Das Krisenmanagement von US-Präsident Donald Trump in der Corona-Pandemie gerät nun so ganz allmählich auch in seiner Republikanischen Partei in die Kritik. Nun warf der Gouverneur des Bundesstaats Maryland, Larry Hogan, Trump in einem Gastbeitrag in der „Washington Post“ vor, nicht schnell genug auf die Bedrohung reagiert zu haben. „So viele landesweite Maßnahmen hätten in diesen frühen Tagen ergriffen werden können, wurden es aber nicht“, schrieb Hogan. „Statt seinen eigenen Gesundheitsexperten zuzuhören, redete und twitterte der Präsident wie ein Mann, dem es mehr um die Ankurbelung des Aktienmarktes oder seine Wiederwahlpläne ging.“

Donald Trump muss sich jetzt auch Kritik von den Republikanern anhören.

Hogan ist auch Vorsitzender der Nationalen Vereinigung der Gouverneure der 50 US-Bundesstaaten. Hogan kritisierte, Trump habe im März fälschlicherweise behauptet, jeder, der einen Test brauche, könne einen bekommen. Zur selben Zeit hätten Gouverneure um Hilfe beim Testen gebeten. Im April habe Trump dann die Verantwortung für Tests an die Gouverneure abgeschoben. „Es war hoffnungslos, auf ihn zu warten“, schrieb Hogan. „Den Gouverneuren wurde gesagt, dass wir auf uns allein gestellt seien.“

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, nannte Hogans Aussagen „bemerkenswert“. Sie sagte, der Gouverneur habe Trump noch im April für Fortschritte beim Testen gedankt. Ohnehin ist McEnany fest davon überzeugt, dass kritische Stimmen nur eine Ausnahme seien: „Dieser Präsident findet in diesem Land große Zustimmung“, sagte McEnany. „Sein historischer Umgang mit dem Coronavirus spricht für sich.“

Biden wirft Trump Versagen vor - der spricht wieder mit Fauci

+++ 20:06 Uhr: US-Präsident Donald Trump bekommt Corona in den USA nicht in den Griff. Nun hat Joe Biden, demokratischer Kandidat, den Präsidenten scharf kritisiert. Biden wirft Trump Versagen in der Corona-Krise vor. „Die Corona-Zahlen sind inakzeptabel hoch“, sagte Biden. Es sei so schlimm geworden, dass sogar Donald Trump entschieden habe, in der Öffentlichkeit eine Maske zu tragen.

Das sei jedoch nicht ausreichend. Ohne die Führung des Präsidenten werde man die Wende nicht schaffen. „Jetzt alles zu öffnen ist nicht die richtige Entscheidung", erklärte Joe Biden. Trump solle aufhören, falsche Entscheidung zu treffen. „Hören Sie auf Ihre Gesundheitsexperten, anstatt sie zu verunglimpfen“, forderte der Präsidentschaftskandidat der Demokraten.

Corona in den USA: Donald Trump spricht wieder mit Anthony Fauci

+++ 17.30 Uhr: Zum ersten Mal seit einem Monat Schweigen und wachsender Anspannung haben US-Präsident Trump und der Pandemie-Berater Fauci am Mittwoch miteinander telefoniert. Von offizieller Seite wurde das Gespräch als „gut" beschrieben.

US-Präsident Donald Trump und Experte Anthony Fauci sprechen wieder miteinander.

Übersicht über die am stärksten betroffenen Bundesstaaten in den USA

  • Florida: Der Bundesstaat verzeichnet fast 14.000 Neu-Infektionen mit dem Corona-Virus. In Miami sind die Krankenhäuser fast am Ende ihrer Kapazitäten angekommen - die Intensivbetten werden knapp
  • Kalifornien: Im Bezirk von Los Angeles verkündete der Leiter der Gesundheitsbehörde, dass ein weiterer Lockdown wahrscheinlich ist.
  • Arizona: Die Leichenschauhäuser sind so voll, dass in Maricopa County Kühllager bestellt werden mussten.
  • Texas: Auch in Texas mussten aufgrund voller Leichenhallen in zwei Bezirken ein Kühllaster bestellt werden. In der Stadt South Texas sind in den Krankenhäusern keine Plätze mehr verfügbar. Ein Hotel wird daher in eine medizinische Einrichtung umgewandelt.

Corona-Pandemie in den USA: Wissenschaftler*innen fordern schnelleres Verfahren zur Impfstoffsuche

+++ 17.15 Uhr: In einem offenen Brief an den Direktor des National Institutes of Health in den USA, forderten mehr als 100 Wissenschaftler*innen und 2000 Freiwillige für die schnellere Suche nach einem Impfstoff gegen das Corona-Virus sogenannte Human Challenge Trials. Der englische Fachbegriff bezieht sich auf ein Verfahren, das freiwillige Menschen absichtlich mit dem neuartigen Virus infiziert - im Gegensatz zum üblichen klinischen Vorgehen, bei dem Freiwillige einen experimentellen Impfstoff oder ein Placebo erhalten und über längere Zeit beobachtet werden, um zu sehen, ob sie sich infizieren. Jedoch äußerten erst Anfang des Monats Expert*innen ihren Zweifel daran, dass ein solches Vorgehen die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs beschleunigen könnte.

+++ 17.00 Uhr: 39 Bundesstaaten in den USA berichten von einem Anstieg an Corona-Infektionen im Vergleich zu der vergangenen Woche. In Kalifornien, Texas, Florida und Arizona, die besonders betroffen sind, werden die Krankenhausbetten knapp. Nur Delaware und Maine konnten am Donnerstag weniger Corona-Neuinfektionen verzeichnen. Die Corona-Pandemie hat starke Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in den USA. In dieser Woche füllten 1.3 Millionen Menschen einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe aus.

Präsident Donald Trump bekommt für seine Corona-Politik viel Gegenwehr

Corona in den USA: Lokale Behörden ergreifen selbst Maßnahmen zur Eindämmung

+++ 14.12 Uhr: Trotz der weiter steigenden Infektionszahlen und obwohl die USA zu den am stärksten von Corona betroffenen Ländern zählt, verleugnet Donald Trump noch immer das Ausmaß der Krise. Er ignoriert die dringenden Empfehlungen von Wissenschaftlern und treibt die Coronakrise mit seinen Eröffnungsstrategien weiter voran. Daher ergreifen lokale Behörden in den USA nun selbst Maßnahmen, um gegen das Virus anzukämpfen und die Pandemie einzudämmen.

Wie „cnn.com" berichtet, widersetzen sich unter anderem immer mehr Schulbehörden, so etwa in San Francisco und Houston, der Forderung des Präsidenten, die Schulen im Herbst wieder für alle Kinder zu öffnen. Auch Alabama zieht aufgrund der immer weiter steigenden Fallzahlen Konsequenzen und führt eine Maskenpflicht für öffentliche Plätze ein.

Corona-Pandemie in den USA: Medien berichten von einer Stadtflucht

Erstmeldung, 16.07.2020, 12.00 Uhr: New York - Die New Yorker verlassen ihre Stadt. Klingt wie eine Szene aus „The Day after Tomorrow“, geschieht aber aktuell in den USA. Denn viele Menschen entscheiden sich dafür, diese so geliebte wie gehasste Stadt aufgrund der in den USA wütenden Corona-Pandemie zu verlassen. Die Metropole war bisher in den USA am stärksten von dem Coronavirus betroffen. Vororte erscheinen den meisten - vor allem Familien - sicherer als die 8 Millionen Einwohnerstadt, die zu Beginn der Hotspot des neuartigen Coronavirus in den USA war.

Pulsierendes kulturelles Leben, all das ist in der Stadt, die bekanntermaßen niemals schläft, zum Erliegen gekommen. Das Herzstück New Yorks. Ohne Ausstellungen, Partyszene und Broadway sehen New Yorker offenbar den Sinn nicht mehr darin, ihre überteuerte Miete zu zahlen. Über diese New-York-Flucht berichten derzeit diverse US-amerikanische Medien wie die New York Times, ABC und Forbes.

So sind auf den Straßen der Metropole viele Umzugswagen unterwegs. Die traumatische Erfahrung des Ausbruchs des Coronavirus in der dicht bevölkerten Stadt scheint tief zu sitzen - und auch die Erfahrung eines Lockdowns, die viele Menschen auf engsten Raum ertragen mussten. Vororte oder direkt aufs Land, das scheint bei vielen gerade der Plan zu sein, wie AFP berichtet. Und im Süden Manhattans stehen mehr als fünf Prozent der Mietwohnungen leer - das gab es seit zehn Jahren nicht.

Corona-Pandemie in den USA: Steigende Preise in Vororte - erstmals Leerstand seit zehn Jahren

 „Nichts wie raus hier, und das schnellstmöglich“, sagt der einstige Herzblut-New Yorker Nick Barnhorst. Seine Frau ist mit dem dritten Kind schwanger, das Coronavirus machte ihnen die Entscheidung leicht, der Stadt den Rücken zu kehren. Er berichtet von Bekannten, die eigentlich nur vorübergehend aus Angst vor der Corona-Pandemie zu Verwandten nach Massachusetts - und nicht mehr zurück kommen wollen. Doch Barnhorst berichtet auch von den steigenden Preisen in den Vororten. Ein Immobilienmakler sieht in dem Wegzug jedoch eine Chance für New York: „Sollten in New York City die Preise fallen, wäre das für junge Leute eine gute Gelegenheit, dort hinzuziehen.“

Corona-Pandemie: Virus zeigt soziale Ungleichheiten in den USA

Mindestens 22.825 Menschen sind laut einer Daten-Analyse der New York Times im Zusammenhang mit dem Coronavirus allein in New York gestorben. Mindestens 224.662 Personen haben sich im Verlauf der Pandemie mit dem neuartigen Virus infiziert. Vor allem die Stadtteile Bronx, Queens und Staten Island waren betroffen - und die Schwächen des US-amerikanischen Gesundheitssystems erneut zum Vorschein gebracht. Denn viele unterprivilegierte Menschen sind in den USA der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. Schwarze Menschen, Hispanics, arme Menschen. Da erscheint es umso grotesker, dass US-Präsident Donald Trump keine Maske trägt.

Mitten in der Corona-Pandemie kämpfen die USA nun auch noch mit einem verheerenden Konjunktur-Einbruch. Zumindest US-Präsident Donald Trump glaubt noch an eine schnelle Wende. Die aktuellsten Entwicklungen zur Corona-Pandemie in den USA lesen Sie in unserem neuen Corona-News-Ticker für die USA.

Rubriklistenbild: © Michael Nagle

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