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Corona-Lage in der Türkei

Türkei im harten Corona-Lockdown – Tausende flüchten aus den Großstädten

  • VonSebastian Richter
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In der Türkei ist die Corona-Lage prekär. Bevor der von Erdogan verhängte Lockdown beginnt, ziehen zahlreiche Menschen aufs Land.

Update vom Freitag, 30.04.2021, 09.35 Uhr: Aus den großen Städten der Türkei fand ein massenhafter Exodus statt. Aus Istanbul, Ankara und Izmir zogen die Menschen in ihre Heimatstädte, um den Lockdown in ihren Heimatstädten bei Verwandten oder an Urlaubsorten zu verbringen. Das berichtete die türkische Zeitung „Hürriyet“. So viele Menschen verließen die großen Städte der Türkei, dass sich auf den Autobahnen Staus bildeten. Auch Busterminals und Flughäfen sollen überfüllt sein.

Corona-Lockdown in der Türkei: Menschen verlassen die Großstädte

Seit Beginn des Lockdown am Donnerstag (29.04.2021) ist es nur noch mit Genehmigung der Behörden erlaubt, zwischen den Städten zu reisen. Also beeilten sich die Menschen, die Städte noch vorher zu verlassen. Auch vor den Büros der Bezirksgouverneure, die Reisegenehmigungen ausstellt, bildeten sich lange Schlangen, wie die Zeitung weiter berichtet.

Viele Menschen sollen beliebte Urlaubsziele wie Bodrum oder Marmaris aufgesucht haben. Experten erinnern an die Funktion des Lockdown – die Maßnahme sei nicht zum Urlaub machen gedacht, sondern soll die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen. Der große Exodus aus den Städten führe zum Gegenteil: Große Menschenmengen in Urlaubsorten und Familientreffen böten dem Virus einen Nährboden, sollten die Menschen die Corona-Maßnahmen ignorieren.

Reisende warten in Istanbul auf den Bus. Tausende Menschen verlassen die Großstädte, um den harten Corona-Lockdown auf dem Land zu verbringen.

Erdogan schickt Türkei in nächsten Corona-Lockdown – Das sind die Regeln

Update vom Donnerstag, 29.04.2021, 17.20 Uhr: Heute Abend um 19.00 Uhr Ortszeit beginnt in der Türkei ein knapp dreiwöchiger Lockdown. Er soll bis zum frühen Morgen des 17. Mai andauern. Damit umfasst er den Rest des islamischen Fastenmonats Ramadan.

Bis dahin dürfen die Menschen nur noch aus triftigen Gründen, etwa zum Einkaufen, auf die Straße. Supermärkte dürfen in dieser Zeit nur zu bestimmten Tageszeiten und nicht an Sonntagen öffnen. Restaurants und Cafés dürfen der türkischen Zeitung Hürriet zufolge nur Essen liefern.

Erdogan schickt Türkei in nächsten Corona-Lockdown – Das sind die Regeln

Von den Restriktionen nicht betroffen sind etwa der Bausektor und Betriebe, die für die Aufrechterhaltung von Produktion und Lieferketten wichtig sind. Reisen zwischen Städten sind nur mit Genehmigung möglich. Touristen sind von den Ausgangsbeschränkungen ausgenommen. Es handelt sich um die strengste Maßnahme in der Türkei seit Beginn der Pandemie.

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Gewerkschaftsvertreter kritisierten, dass 70 Prozent der Arbeiter weiter in ihre Betriebe müssten. Außerdem gebe es keine staatliche finanzielle Unterstützung. Für Kritik sorgte zudem, dass der Verkauf von Alkohol während des Lockdowns verboten ist.

Erdogan schickt Türkei in nächsten Corona-Lockdown

Ankara – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat aufgrund hoher Corona-Fallzahlen einen mehr als zweiwöchigen Lockdown angekündigt. Zunächst vom 29. April bis 17. Mai müssen alle Betriebe schließen, die keine Ausnahmegenehmigung haben, wie Erdogan in Ankara mitteilte. Ausnahmen würden noch vom Innenministerium bekannt gegeben. Auch seien Reisen zwischen Städten innerhalb der Türkei nur mit Genehmigung möglich.

Corona-Maßnahmen in der Türkei: Fallzahlen steigen rapide

Wegen stark steigender Fallzahlen hatte die Türkei die Corona-Schutzmaßnahmen bereits zu Beginn des Fastenmonats Mitte April verschärft. So mussten etwa Cafés und Restaurants schließen und auf Lieferservice umstellen. Zudem bestehen nächtliche Ausgangssperren.

Recep Tayyip Erdogan schickt die Türkei in den nächsten Corona-Lockdown. (Archivfoto)

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist vor allem in der Millionenmetropole Istanbul extrem hoch. Das Gesundheitsministerium teilte am Montag mit, die Sieben-Tage-Inzidenz liege dort bei rund 850 Fällen pro 100.000 Einwohner. Auch die westtürkische Provinz Canakkale ist stark betroffen.

Recep Tayyip Erdogan

Alle Informationen zum türkischen Präsidenten finden Sie in den Erdogan-News.

Corona-Impfkampagne in der Türkei seit Mitte Januar

In der Gesamttürkei lag die Zahl der täglichen Neuinfektionen am Sonntag bei rund 38.600 Fällen und damit niedriger als die Tage zuvor. An einem Tag starben 347 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19. Das Land hat rund 84 Millionen Einwohner.

Die Türkei hatte mit ihrer Impfkampagne Mitte Januar begonnen und lässt vor allem das Vakzin des chinesischen Herstellers Sinovac spritzen. Inzwischen sind auch 4,5 Millionen Dosen Impfstoff von Biontech/Pfizer verfügbar. Auch der russischen Impfstoff Sputnik V soll bald in der Türkei produziert werden. Mittlerweile stuft die Bundesregierung die Türkei als Corona-Hochinzidenzgebiet ein. (ktho/dpa)

Rubriklistenbild: © OZAN KOSE

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