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Pandemie

Fassade von Boris Palmers Corona-Modellprojekt bröckelt – wie geht es jetzt weiter?

  • Moritz Serif
    VonMoritz Serif
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Oberbürgermeister Boris Palmer wollte mit seinem Projekt die Corona-Neuinfektionen drücken. Tatsächlich hat sich die Lage nicht gerade gebessert.

Tübingen – Bei schönem Wetter in einem Café sitzen. Mal wieder ins Kino gehen. Oder mit den Freundinnen und Freunden im Restaurant essen gehen – all das war bis vor kurzem in Tübingen möglich. Möglich machte das der bundesweit erste Modellversuch im „Ländle“, der am 16.03.2021 an den Start ging. Basis der Öffnungsstrategie ist und war ein Schnelltestkonzept. Getestet wurde und wird auch dort, wo eigentlich keine Überprüfung vorgeschrieben ist.

Zum Start des Projekts lag die Inzidenz in Tübingen bei 42,9. Knapp drei Wochen später beginnt die Fassade von Boris Palmers Versuch deutlich zu bröckeln. Mittlerweile liegt die 7-Tages-Inzidenz im Landkreis Tübingen bei 99,3 – sie lag allerdings in den vergangenen Tagen bei über 100. Eigentlich würde in solchen Fällen die Notbremse greifen und Lockerungen müssten zurückgenommen werden, um die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen.

Corona: Boris Palmers Tübinger Modellversuch – Die Fassade beginnt zu bröckeln

Doch Palmer hat mit Tübingen vorerst andere Pläne. Laut einer Pressemitteilung wird der Modellversuch „Öffnen mit Sicherheit“ in modifizierter Form fortgesetzt. Das heißt: Die bisher geöffnete Außengastronomie muss wieder schließen. Stattdessen gibt es To-Go-Angebote und Lieferdienste. Einzelhandel und Kultureinrichtungen dürfen hingegen weiterhin geöffnet bleiben, wenn man einen negativen Schnelltest vorlegen kann.

Dennoch ist allen Beteiligten klar, dass es bereits kurz vor Zwölf ist. „Wenn sich der Anstieg der Fallzahlen in Tübingen trotz der nun vorgesehenen Maßnahmen wieder fortsetzt und das Infektionsgeschehen zu – statt abnehmen sollte, muss weiter gegengesteuert oder im Zweifel dann doch eine Unterbrechung des Projekts erfolgen“, sagt Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha. Palmer selbst will „mehr testen und mehr kontrollieren“.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer genießt die Augengastronomie in Zeiten von Corona.

Universitätsklinikum Tübingen: Noch zu früh, um Palmers Projekt zu bewerten

Und was sagt die Wissenschaft? Das Universitätsklinikum Tübingens gibt zu verstehen, dass es noch nicht möglich sei, das Projekt final zu bewerten, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet. „Die vorliegenden Daten sprechen auch nicht für einen Abbruch des Versuchs wegen gestiegener Infektionszahlen.“ Demnach sei die Positivrate der Schnelltests seit der zweiten Woche nahezu identisch geblieben. Auf 1000 Schnelltests käme etwa ein positives Ergebnis.

Allerdings sei noch nicht geklärt, wie viele Menschen negativ getestet werden, aber dennoch mit dem Coronavirus infiziert sind und weitere Menschen anstecken. „Um dies besser beurteilen zu können, wäre es aber notwendig, die Erkenntnisse des Gesundheitsamtes zum wahrscheinlichen Infektionsort der aktuell in Tübingen als positiv gemeldeten Fälle zu integrieren“, heißt es. Wichtig sei es auch, eine Stichprobe von 500 bis 1000 negativen Ergebnissen zu nehmen und diese per PCR nachzutesten, um zu ermitteln, wie hoch der Anteil der falsch-negativ Getesteten ist. Das würde 40000 Euro kosten. (Moritz Serif)

Rubriklistenbild: © Eibner-Pressefoto/Thomas Dinges/imago

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