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Corona-Pandemie in Deutschland: Großteil der Menschen hatte Kontakt mit Sars-CoV-2

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Von: Pamela Dörhöfer

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Das Robert Koch-Institut hat seinen Hauptsitz in Berlin.
Das Robert Koch-Institut hat seinen Hauptsitz in Berlin. © Britta Pedersen/dpa

Das RKI veröffentlicht die Ergebnisse einer Antikörperstudie. Die ergibt, dass rund 90 Prozent der Erwachsenen vor 2022 mit Corona in Kontakt gekommen sind.

Berlin – Bis zum Jahreswechsel 2021/2022 waren etwa 90 Prozent der Erwachsenen mindestens einmal gegen Corona geimpft und hatten noch einen weiteren Kontakt mit dem Antigen (dem gesamten Virus oder dessen Spike-Protein) – entweder durch eine Infektion oder eine weitere Impfdosis. Etwa zehn Prozent der Erwachsenen und elf Prozent der 14- bis 17-Jährigen hatten bis zu diesem Zeitpunkt – es war vor dem Aufkommen der hochansteckenden Omikron-Variante – außerdem eine Infektion mit Sars-CoV-2 durchgemacht, wobei der Anteil in der Altersgruppe der über 60-Jährigen mit sieben Prozent am niedrigsten war.

Das alles sind Ergebnisse der Antikörperstudie „Corona-Monitoring bundesweit – Welle 2“, die das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag veröffentlicht hat. Demnach werde die Seroprävalenz von IgG-Antikörpern bis zum Jahreswechsel 2021/2022 bei der erwachsenen Bevölkerung auf 92 Prozent, die der 14- bis 17-Jährigen auf 86 Prozent geschätzt.

Antikörper-Studie des RKI: 11.162 Teilnehmende nahmen sich Blut ab

Die Seroprävalenz bezeichnet die Häufigkeit spezifischer Antikörper, die das Immunsystem als Abwehrreaktion nach dem Kontakt mit einem Erreger (Antigen) bildet, etwa nach einer Infektion oder einer Impfung. IgG-Antikörper sind Antikörper, die im Blut nachzuweisen sind, im Gegensatz etwa zu IgA-Antikörpern, die sich in Schleimhäuten sowie Sekreten befinden.

Für die repräsentative Erhebung wertete das RKI die Daten von 11.162 Menschen ab 14 Jahren aus dem gesamten Bundesgebiet aus. Die Teilnehmenden wurden über die seit Jahrzehnten laufende Langzeitstudie „Soep“ (Sozio-ökonomisches Panel) des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung rekrutiert. Die Daten wurden zwischen November 2021 und Februar 2022 erhoben, wobei etwa 80 Prozent der Serumproben bis Ende Dezember 2021 eingingen. Die Teilnehmenden entnahmen sich dafür selbst Kapillarblut aus der Fingerkuppe und füllten einen Fragebogen aus.

Repräsentative Corona-Studie: Viele Teilnehmenden hatten sich wohl unbemerkt infiziert

In der Studie wurde auch untersucht, wie groß die Untererfassung bei den Infektionen ist – etwa, weil Erkrankte sich nicht testen ließen oder Menschen ohne Symptome gar nicht merkten, dass sie sich angesteckt hatten. Tatsächlich zeigte sich, dass die Zahl der jetzt über die Blutproben festgestellten Infektionen bei Erwachsenen etwa eineinhalb bis zweimal so hoch war wie die Zahl gemeldeter Infektionen. Das RKI weist darauf hin, dass es zeitliche und regionale Unterschiede bei der Untererfassung geben könne. (Pamela Dörhöfer)

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