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Diskussion über einheitliche Regeln

Corona und Schule: Gesundheitsminister beraten über einheitliche Quarantäne-Regeln

  • VonLukas Zigo
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Die Gesundheitsminister der Länder kommen wegen der Quarantäne-Maßnahmen bei Corona-Infektionen an Schulen zusammen. Spahn möchte einen Flickenteppich vermeiden.

Berlin – Die Schule hat in den meisten Bundesländern, begleitet von Berichten über mangelnde Ausstattung in den Bildungseinrichtungen, bereits wieder begonnen. Nun beraten die Gesundheitsminister der Länder über den Umgang mit Schülerinnen und Schülern, in deren Klassen es Corona-Fälle gegeben hat. In der Diskussion am Montag (06.09.2021) soll es primär um „möglichst einheitliche Regeln“ gehen, so der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holtschek (CSU).

Die geltenden Quarantäne-Regeln sind bislang höchst unterschiedlich gestaltet. Mancherorts werden bereits jetzt, nach einer Infektion mit dem Corona-Virus, nur die Sitznachbarn in Quarantäne geschickt. An anderer Stelle wiederum entscheidet das jeweils zuständige Gesundheitsamt auf Basis der „Absonderungsverordnung“ über die weiteren Maßnahmen. Viele Kinder sind noch nicht geimpft, da es aktuell keine Impfstoffe gibt, die für Kinder unter 12 Jahren zugelassen sind. Das hatte zuletzt hohe Infektionszahlen, besonders bei jüngeren Altersgruppen, zur Folge.

„Klare Linie“ Bildungsministerin Karliczek fordert einheitliche Corona-Vorgaben

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist mit seiner Forderung nach einheitlichen Corona-Vorgaben nicht alleine. Anja Karliczek (CDU) hatte ihrerseits bereits dazu aufgerufen. Sie würde sich über die Möglichkeit freuen, die 14-tägige Quarantäne mit einer klugen Teststrategie verkürzen zu können, sagte die Bundesministerin für Bildung und Forschung dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Jens Spahn (CDU) mit Anja Karliczek (CDU)

Ähnlich sieht es Heinz-Peter Meidinger. „Wenn eine gute Lüftung im Klassenzimmer gewährleistet ist, wenn vielleicht sogar eine Raumluftfilteranlage drin ist, dann muss man nicht die Kinder einer ganzen Klasse in die Quarantäne schicken“, sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes im RND-Podcast „Die Schulstunde“. „Dann kann man sich auch auf die unmittelbaren Banknachbarn konzentrieren.“ Geimpfte Kinder müsse man nicht in Quarantäne schicken, so Meidinger der hinzufügte, dass auch die Maskenpflicht an den Schulen eine Rolle in den Planungen spiele.

Corona Regeln Notwendig: Meidinger „ein Signal für die schnelle Druchseuchung der Schulen“

Unter dem Strich gehe es darum, wie genau die Situation vor Ort aussehe, so Meidinger. Auch verstehe er, vor welch enorme Probleme die Quarantäne-Anordnung Eltern stelle, diese seien teils aber schlichtweg notwendig. Ausschließlich die mit Corona infizierte Schüler:innen in Quarantäne zu schicken und auf Kontaktverfolgung gänzlich zu verzichten, wäre „ein Signal für die schnelle Durchseuchung der Schulen“, sagte er.

Mathias Peltz hatte am Wochenende davor gewarnt, Corona-Maßnahmen an Schulen vorschnell aufzuheben. Der Direktor des Instituts für Infektionsmedizin ist der Meinung: „Nach allem, was wir über Delta wissen, kann man es nicht einfach laufen lassen.“

Corona-Kirse: Regierung und Verbände forden einheitliche Quarantäne-Regelungen

Die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, stimmt in diesen Canon mit ein. Auch sie fordert einheitliche Regelungen. „Die Verunsicherung bei Eltern, Lehrerinnen und Lehrern durch die vielen unterschiedlichen Quarantäneregeln ist groß“, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe am Montag.

Die Verfahren unterschieden sich nicht nur von Land zu Land, sondern auch zwischen einzelnen Gesundheitsämtern. „Die Länder müssen sich jetzt dringend auf bundeseinheitliche Quarantäneregeln für Schulen einigen“, forderte Teichert. „Das schafft Sicherheit und erleichtert die Akzeptanz der Maßnahmen.“ (Lukas Zigo/dpa)

Rubriklistenbild: © Michele Tantussi

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