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RKI-Strategiepapier

Corona-Strategie für diesen Winter: Robert Koch-Institut nennt Details

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
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Der nächste Corona-Winter kommt – doch mit einigen präventiven Maßnahmen dürften die Zahlen nicht so hoch ausfallen. In einem Strategiepapier gibt das RKI Empfehlungen.

Berlin – Seit Anfang 2020 grassiert das Coronavirus* weltweit – und es wird wohl auch nicht mehr verschwinden. Das Robert Koch-Institut sieht Deutschland derzeit in einer Übergangsphase vom pandemischen in ein endemisches Geschehen, eine „Herdenimmunität“, die Corona in Deutschland verschwinden lässt oder gar die weltweite vollständige Elimination des Virus sieht das RKI als „nicht realistisch“ an. Derzeit sind die Corona-Zahlen in Deutschland noch auf niedrigem Niveau*, auch wenn sie bereits seit einiger Zeit wieder steigen. Das RKI hat nun ein Strategiepapier veröffentlicht, das Maßnahmen aufzeigt, die dabei helfen sollen, für den Herbst und Winter mit Corona gewappnet zu sein.

Das RKI geht davon aus, dass die Zahl der Corona-Infektionen in den kommenden Monaten bis Oktober langsam ansteigen wird, ab Oktober soll sich der Anstieg demnach beschleunigen und seinen Höhepunkt Anfang 2022 erreichen. Die meisten Infektionen erwartet das Robert Koch-Institut bei den Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 59 Jahren sowie bei Kindern unter 12 Jahren. Die meisten Plätze auf Intensivstationen würden von Erwachsenen (18 bis 59 Jahre) und über 60-Jährigen benötigt.

Corona-Strategiepapier des RKI: Präventive Maßnahmen für Herbst und Winter

Um die Spitzenwerte bei der Belegung der Intensivbetten, der 7-Tage-Inzidenz und den Krankenhauseinweisungen möglichst niedrig zu halten, empfiehlt das RKI, die derzeit entspannte Infektionslage in Deutschland zu nutzen, „um präventive Maßnahmen für den Herbst und Winter vorzubereiten“.

Das Robert-Koch-Institut hat ein Strategiepapier für den Winter 2021 veröffentlicht.

RKI-Empfehlung für den Corona-Winter 2021/2022: Corona-Impfung

Dabei empfiehlt das RKI vor allem die Corona-Impfung*. Eine möglichst hohe Impfquote sei in allen Bereichen und Bevölkerungsgruppen der beste Schutz vor einer erhöhten Infektionsdynamik. Für den Herbst und Winter sollten „Schwerpunktimpfungen“ und örtliche Impfkampagnen für Regionen mit zu erwartendem erhöhten Ausbruchsgeschehen vorbereitet werden, so das RKI im Corona-Strategiepapier. Auch „Booster“-Impfungen für ältere Menschen und Risikogruppen* sollten bereits jetzt geplant und vorbereitet werden.

Verimpfte Dosen:88,5 Millionen
mindestens eine Impfung:50.406.782 Personen (60,6 %)
vollständige Impfung:40.367.107 Personen (48,5 %)
Quelle: impfdashboard.de, Stand: 22.07.2021

RKI-Empfehlung für den Corona-Winter 2021/2022: Kontaktreduktion und Abstand

Auch die weiteren Maßnahmen, die das RKI für den kommenden Corona-Winter empfiehlt, sind nicht neu: Neben den „klassischen Infektionsschutzmaßnahmen der Gesundheitsämter“ (gemeint sind Kontaktpersonen-Nachverfolgung, Isolation und Quarantäne) geht es hier auch um „bevölkerungsbezogene Maßnahmen“ wie das Prinzip „AHA+A+L“ (Abstand, Hygiene, Alltag mit Maske, Corona-Warn-App, Lüften) sowie eine Reduktion der Kontakte – beispielsweise durch mobiles Arbeiten oder die Beschränkung von Teilnehmerzahlen bei Veranstaltungen.

Ein besonderes Augenmerk sollte dem Thema Reisen gelten, so das RKI und weist auf die sehr unterschiedliche internationale Situation in Bezug auf Impfquoten, besorgniserregende Corona-Varianten und Schutzmaßnahmen hin. Auf Entwicklungen müsse man schnell und flexibel reagieren können, weshalb bereits jetzt Maßnahmen geplant werden sollten, empfiehlt das Strategiepapier.

RKI-Strategiepapier für den Corona-Winter: Altenheime und Pflege

Altenheime waren zu Beginn der Corona-Pandemie besonders betroffen, inzwischen ist die Mehrheit der Bewohner:innen und Angestellten geimpft. Doch das RKI erwartet trotzdem, dass „besondere Anforderungen“ auf die ambulante und stationäre Pflege* zukommen: Neben Corona könnten weitere akute Atemwegserkrankungen und die Grippe der Branche zu schaffen machen. Das RKI rechnet damit, dass bei alten Menschen, bei denen die Impfung bereits längere Zeit zurückliegt, „vermehrt Impfdurchbrüche* auftreten können“ – schwere Corona-Ausbrüche in Pflegeheimen könnten die Folge sein.

Um dem vorzubeugen, empfiehlt das RKI im Strategiepapier unter anderem folgende Maßnahmen:

  • Messung und Verbesserung der Raumluftqualität (CO2-Messung, Frischluftzufuhr, Luftfilter)
  • Vorbereitung einer systematischen Teststrategie für Personal und Besuchende
  • Individuelle Schutzmaßnahmen wie Mund-Nasen-Schutz (schützt auch vor Grippe-Infektionen)
  • Angebote zur Impfung gegen Corona und Influenza für neue und alte Bewohner:innen und Personal
  • Vorbereitung eventuell nötiger Booster-Impfungen

RKI-Strategie gegen Corona im Herbst und Winter:

Nicht nur alte Menschen, auch die Jugend nimmt das RKI-Strategiepapier in den Blick – ausgehend von der Annahme, dass Kinder und Jugendliche im Pandemiegeschehen eine stärkere Rolle spielen werden, da die Impfquote gering ist und es für unter 12-Jährige derzeit keine Impfungen gibt. Das RKI befürchtet eine Verschiebung der saisonalen Erkältungswellen und eine größere Zahl schwerer Erkrankungen und empfiehlt vorsorglich, dass kontinuierliche Bildungs- und Betreuungsangebote vorbereitet und digitale Möglichkeiten ausgebaut werden sollten. Außerdem sei ein bundesweites, vergleichbares Monitoring der Maßnahmen und Erkankungszahlen in Kitas, Horten und Schulen vonnöten.

Außerdem empfiehlt das Strategiepapier des RKI unter anderem folgende Maßnahmen, die „bis zur Öffnung nach den Sommerferien abgeschlossen sein“ sollten:

  • Einstellung von zusätzlichen Lehrkräften (ermöglicht eine Reduktion der Gruppengrößen, kompensiert erhöhten Betreuungsbedarf bei Wechselunterricht)
  • Räumliche Maßnahmen (Messung der Luftqualität, Frischluftzufuhr, technische Möglichkeiten zur Luftreinigung)
  • Verbesserung der hygienischen Bedingungen insgesamt
  • Stärkung der digitalen Ressourcen

Weiterhin sieht das RKI in der Pandemie die Chance, das Schulfach „Gesundheitserziehung“ einzuführen. Die Erfahrungen aus der Corona-Zeit hätten gezeigt, dass Kitas und Schulen in sozial benachteiligten Regionen besonders betroffen waren – das Schulfach soll hier unterstützen.

Als Vorbereitung auf den Winter sollte nach RKI-Einschätzung außerdem eine Teststrategie in Schulen und Kitas implementiert werden – beispielsweise regelmäßige PCR-Pooltestungen, die das RKI vor allem für Kinder unter 12 Jahren empfiehlt. Für Schulkinder über 12 Jahren könne bei nicht ausreichender PCR-Kapazität die Frequenz von Antigen-Schnelltests auf drei Tests pro Woche erhöht werden. (tab) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Rüdiger Wölk via www.imago-images.de

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