Pandemie

Corona-Knigge: Wie Sie sich richtig im Winter verhalten

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Im Winter drängen die Menschen aus der Kälte in geschlossene Räume. Dort herrscht ein höheres Infektionsrisiko. Deshalb sind Corona-Regeln von Bedeutung.

  • Die Corona-Neuinfektionen in Deutschland sind weiterhin hoch.
  • Die Bundesregierung denkt deshalb über neue Pandemie-Maßnahmen nach.
  • Wie Sie sich im Winter verhalten sollten - ein Überblick.

Frankfurt - Die kalte Jahreszeit steht vor der Tür. Durch die winterlichen Temperaturen werden sich viele Treffen in geschlossene Räume verlagern. Die Infektionsgefahr ist dort deutlich höher, betonen Expert:innen seit geraumer Zeit. Wie viel höher das Risiko, sich mit Sars-CoV-2 anzustecken, ist, lässt sich laut Angaben des Robert-Koch-Instituts nicht exakt beziffern.

Allerdings wird regelmäßig eine Studie herangezogen, die bei „medrxiv“ veröffentlicht wurde. Darin heißt es, dass sich nahezu alle untersuchten Infektionen in geschlossenen Räumen ereignet hätten. Die Daten wurden im Januar und Februar 2020 in China erhoben, also ebenfalls zu einer kalten Jahreszeit. Bei Familienbesuchen und Treffen mit Freunden sowie Bekannten ist deshalb besondere Vorsicht geboten.

Vorerst haben Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer keine weiteren Corona-Maßnahmen beschlossen. (Archivfoto)

Corona-Regeln für Winter: Das sollten Sie beachten

Generell sind Treffen zwar erlaubt, allerdings gilt es dabei bestimmte Regeln zu beachten. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) betonte am Montag (16.11.2020) nach den Corona-Beratungen mit den Bundesländern, dass es wichtig sei, soziale Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren. Dabei sei vor allem von Bedeutung, dass private Treffen möglichst auf einen weiteren Hausstand begrenzt würden, so die Kanzlerin. Besonders wichtig sei zudem, dass darauf geachtet werde, dass alle Teilnehmer frei von Symptomen seien. Auf Feiern solle vorerst komplett verzichtet werden, so Merkel. Um die Wahrscheinlichkeit einer Corona-Infektion zu minimieren, ist weiterhin auch der Mindestabstand von 1,5 Metern ein probates Mittel.

Auch das Reisen innerhalb von Deutschland ist weiterhin möglich. Jedoch appellierte die Politik auch in diesem Fall an die Bevölkerung, falls diese nicht absolut notwendig seien, eher darauf zu verzichten. Außerdem wurde empfohlen den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) zu meiden.

Corona-Regeln: Eingriff der Politik ins Private?

Die Polizei kontrolliert seitdem Corona-Maßnahmen für den öffentlichen Raum beschlossen wurden, die entsprechenden Regeln. Ein Bereich, in dem die Beamten bislang nicht kontrollieren, ist der Private: „Ein großer Teil von Infektionen findet jedoch weiterhin im privaten Umfeld und außerhalb des öffentlichen Raumes statt, einem Bereich, in dem für staatlichen Eingriffe besondere Zurückhaltung angezeigt ist. Deshalb kommt es in dieser Phase der Pandemie darauf an, dass Bürgerinnen und Bürger tatsächlich auch im privaten Bereich jenseits von Ge- und Verboten ihre privaten Kontakte in den kommenden 5 Wochen noch einmal deutlich reduzieren“, heißt es im Beschluss von Bund und Ländern.

In Bayern kursierte Ende Oktober zum Beispiel die Falschmeldung, dass Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dazu aufgerufen habe, Nachbarn zu denunzieren, falls diese nicht die Corona-Regeln einhielten. Söders Anmerkung in einer Pressekonferenz bezog sich hingegen lediglich auf Ruhestörung. Da die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin mittlerweile allgemein davon abraten, Feiern zu veranstalten, dürfte auch Söders Anregung keine Corona-Verstöße mehr aufdecken.

Wissenschaftler:innen haben in den vergangenen Wochen erhebliche Fortschritte in der Corona-Forschung präsentiert. Beispielsweise wurden Studien zu Impfstoffen, mit hoher Abdeckungsrate, vorgestellt. Zudem kam die Wissenschaft im Bereich der Symptome weiter: Eine App soll Covid-19 nun am Husten erkennen können. (Tobias Utz)

Rubriklistenbild: © Matthias Balk / picture alliance / dpa

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