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Delta-Variante legt zu

Jens Spahn zur Delta-Variante: „Doppelt geimpft schützt gegen Delta“

  • Stefan Krieger
    VonStefan Krieger
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Die Delta-Variante legt auch in Deutschland zu. Jens Spahn, Horst Seehofer und Lothar Wieler äußern sich auf einer PK dazu. 

+++ 11.45 Uhr: Jens Spahn warnt vor der Delta-Variante. Deutschland steht nach Einschätzung der Bundesregierung vor der weiteren Ausbreitung dieser Variante des Coronavirus in der Bevölkerung. Delta werde mit steigendem Anteil auch bald in Deutschland die dominierende Variante sein, nun müssten die absoluten Infektionszahlen möglichst niedrig gehalten werden, sagte der Gesundheitsminister in Berlin.

Gegen die Ausbreitung von Delta helfe das Impfen, mahnte Spahn. „Doppelt geimpft schützt gegen Delta“, betonte der Minister. Dies sei mittlerweile erwiesen.

Die Menschen ohne Impfung mahnte Spahn, sich testen zu lassen. „Wir haben Tests en masse verfügbar.“ Spahn betonte: „Es liegt an uns, ob Delta eine Chance hat.“ Die Deutschen hätten es selbst in der Hand, ob nach einem schönen Urlaub auch eine schöne Zeit im Herbst komme.

Gesundheitsminister Jens Spahn und Innenminister Horst Seehofer informierten am Donnerstag über die Corona-Lage.

Corona-PK: Innenminister Seehofer kündigt mehr Quarantäne- und Einreisekontrollen zur Ferienzeit an

+++ 11.10 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer will in den Sommermonaten keine stationären Grenzkontrollen zur Eindämmung der Corona-Pandemie einführen. Die Kontrollen an Flughäfen durch die Bundespolizei und die Überwachung von Quarantäne-Verpflichtungen durch die Gesundheitsämter sollen seinen Angaben zufolge jedoch verstärkt werden. Wer mit dem Auto einreist, sollte sich laut Seehofer auf Stichproben-Kontrollen im Grenzraum einstellen. „Wer einreist, muss damit rechnen, kontrolliert zu werden“, betonte der CSU-Politiker in Berlin.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wies darauf hin, dass die Gesundheitsämter nun aufgrund gesunkener Infektionszahlen mehr Kapazitäten hätten, um die Einhaltung der Quarantäne von Reiserückkehrern engmaschiger zu kontrollieren. Seehofer sagte, die Behörden in Bund, Ländern und Kommunen müssten sicherstellen, dass die Corona-Regeln überall beachtet werden. Es gehe darum, den bislang erreichten Erfolg bei der Bekämpfung der Pandemie nicht zu gefährden. Aktuell ist kein Nachbarland Deutschlands als Risikogebiet eingestuft.

Corona-PK: Großbritannien und Portugal bald keine Virus-Variantengebiete mehr

Update 01.07.2021, 10.55 Uhr: Die Bundesregierung will Portugal und Großbritannien für Reisende bald wieder von Virusvarianten- zu Hochinzidenzgebieten herunterstufen. Das kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf der Pressekonferenz in Berlin an. Dies werde dann der Fall sein, wenn die Anteile der ansteckenderen Delta-Variante vergleichbar seien, also voraussichtlich 70 bis 80 Prozent. In der laufenden Woche geht in Deutschland nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) jede zweite Corona-Ansteckung auf die Delta-Variante zurück.

Entscheidend für die in den kommenden Tagen zu erwartende Entscheidung werde sein, dass der relative Anteil der Variante in Deutschland steigt und diese dominierend werde, sagte Spahn. Gleichzeitig sei zentral, dass die doppelten Impfungen gegen Delta schützten und diese in Deutschland zunähmen. Der Schritt werde „nicht in ferner Ferne liegen“. Die derzeitige Einstufung als Virusvariantengebiet hat strikte Quarantäneregeln selbst für geimpfte Einreisende zur Folge.

Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), äußert sich zur Delta-Variante.

Corona-PK: Seehofer, Spahn und Wieler zur aktuellen Lage

Erstmeldung: Berlin - Die Hoffnung auf einen unbeschwerten Sommer sehen einige Fachleute schon durch die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus* getrübt. Das Robert Koch-Institut hat jetzt seinen neuen Bericht dazu vorgelegt. Am Vormittag (10 Uhr) äußern sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Bundesinnenminister Horst Seehofer und der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, in einer PK unter anderem zur aktuellen Corona-Lage. 

Nach dem RKI-Bericht dürfte im Laufe der Woche mindestens jede zweite Corona-Ansteckung auf die Delta-Variante zurückgehen. Es sei damit zu rechnen, dass die Mutante derzeit „mindestens die Hälfte aller Neuinfektionen ausmacht“, schreibt das RKI in einem Bericht vom Mittwochabend (30.06.2021). Der Anteil von Delta an einer Stichprobe aus dem Zeitraum 14. bis 20. Juni wird darin mit rund 37 Prozent beziffert. Das ist mehr als doppelt so viel wie in der Woche zuvor, als es noch 17 Prozent waren.

Corona: Delta-Variante mit deutlichem Zuwachs

Somit setzt sich insgesamt der deutliche Zuwachs des Delta-Anteils seit Ende Mai weiter fort. Zu der Entwicklung hatte sich RKI-Chef Lothar Wieler bereits am Montag (28.06.2021) in einer Schalte der Gesundheitsminister von Bund und Ländern geäußert, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfahren hatte.

Mit Blick auf die nachgewiesenen Delta-Fälle spricht das RKI von einer „leichten Zunahme“. Nachdem in der Woche vom 31. Mai bis zum 6. Juni noch 410 solche Ansteckungen erfasst wurden, bekam das RKI vom 14. bis zum 20. Juni bereits 724 gemeldet. Es wird aber nicht jede positive Probe auf Varianten hin untersucht.

Corona in Deutschland: Noch sinkt die Sieben-Tage-Inzidenz

Insgesamt ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland* noch immer leicht rückläufig. Fachleute befürchten jedoch eine Trendumkehr mit zunehmender Delta-Verbreitung. Die bisherige Entwicklung liegt vor allem am massiven Rückgang der Fälle durch die zuletzt vorherrschende Variante Alpha: Für sie gibt das RKI im Bericht ein Absinken der geschätzten Sieben-Tage-Inzidenz von 76 auf rund 5 über einen Zeitraum von sechs Wochen an. Die Inzidenz von Delta nahm demnach in den letzten drei beobachteten Wochen zu: von 2,0 auf 3,2.

Sie nehme an, dass Delta bereits in bestimmten Gebieten, vielleicht sogar deutschlandweit vorherrschend sei, sagte auch die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek* am Dienstag (29.06.2021) im Podcast „Coronavirus-Update“ des NDR. Dass die Delta-Anteile relativ stark zugenommen hätten, liege auch an den derzeit sehr niedrigen Fallzahlen. Ausbrüche - die laut RKI Haushalte, Arbeitsplätze und Schulen betreffen - spielten eine Rolle. Bei weiterer Ausbreitung könne die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz wieder steigen, erwartet die Expertin.

Frankfurter Virologin Sandra Ciesek warnt: Delta verzeiht wenig

Für Ciesek kommt es nun auf rasches Eindämmen an: „Delta verzeiht das noch weniger als die anderen Varianten, wenn man nicht schnell genug handelt.“ Ausbrüche müsse man in den Griff bekommen, etwa durch schnelle Nachtestungen und Quarantäne. Berichte über angebliche Ansteckungen mit Delta binnen zehn Sekunden bewertete Ciesek mit Zurückhaltung: In der Regel könne man dies gar nicht so genau untersuchen.

Wie der RKI-Bericht zeigt, geht von den im Juni bislang übermittelten Fällen knapp jeder zehnte Fall auf eine mögliche Ansteckung im Ausland zurück. Die meistgenannten Länder seien Afghanistan (44 Fälle), die Russische Föderation (26) und Italien (22) gewesen. Auch bei Reisen innerhalb Deutschlands könne man sich anstecken, sagte Ciesek. Wegen der starken Verbreitung der Delta-Variante sind Portugal und Russland mittlerweile als Virusvariantengebiete eingestuft worden, was ein weitreichendes Beförderungsverbot und strikte Quarantäneregeln für Einreisende zur Folge hat.

Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt.

Zum Schutz vor schweren Verläufen durch Delta sind vollständige Impfungen - also der Erhalt der ersten und auch der zweiten Dosis - wichtig, wie unter anderem Daten aus England zeigen. Bislang ist etwas mehr als ein Drittel der Bevölkerung hierzulande vollständig geimpft.

Laut Ciesek fehlen bisher noch Daten zu Delta und dem Impfstoff von Johnson & Johnson, bei dem nur eine Dosis vorgesehen ist. In den USA werde aber diskutiert, ob damit Geimpfte eine Auffrischung mit einem anderen Impfstoff erhalten sollten. Für Urlauber hat die Entwicklung bisher aber noch keine Auswirkung. Trotz der Delta-Variante des Coronavirus wird es vorerst keine neuen strengeren Regelungen für Reiserückkehrer* geben. Ungewiss ist aber, wie lange dies so bleiben wird.  (skr/dpa) *fr.de ist en Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © JOHN MACDOUGALL/afp

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