Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Weltgesundheitsorganisation

Corona-Pandemie: „Inakzeptabel langsames“ Impftempo – WHO kritisiert Europa

  • VonMirko Schmid
    schließen

Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht mit Europa hart ins Gericht. Der Impfstau in Europa ziehe die Corona-Pandemie in die Länge.

Genf - Die Weltgesundheitsorganisation WHO findet kritische Worte für die Impfanstrengungen in Europa. Um die Corona-Pandemie wirkungsvoll zu bekämpfen, müsste Bürokratie abgebaut und „viel schneller“ geimpft werden. Die derzeitige Impfgeschwindigkeit sei laut WHO-Europadirektor Hans Kluge „inakzeptabel langsam“. Die nur schleppend anlaufende Verteilung der Impfstoffe führe zu einer „Verlängerung“ der Pandemie.

Kluge nennt Impfstoffe den „gegenwärtig besten Weg“ aus der Corona-Pandemie. Eine Ankurbelung der Produktion bei gleichzeitigem Abbau bürokratischer Hürden hält der WHO-Europachef für notwendig: „Jede einzelne Ampulle, die wir vorrätig haben, muss genutzt werden.“ Kluge fügt nachdrücklich hinzu: „Jetzt.“

Corona-Neuinfektionen in Europa laut WHO „besorgniserregend“

Die in Europa weiter steigenden Zahlen von Neuinfektionen mit dem Coronavirus bezeichnet die WHO als so „besorgniserregend“ wie seit Monaten nicht mehr. Die Weltgesundheitsorganisation prognostiziert eine zeitnahe Überschreitung der Marke von 45 Millionen Corona-Infektionen seit Beginn der Pandemie. Während vor vier Wochen rund eine Million Neuinfektionen in Europa gezählt wurden, stieg diese Zahl in der vergangenen Woche auf 1,6 Millionen an.

Besondere Sorge macht der WHO die Möglichkeit weiterer neu entstehender Mutationen des Coronavirus. Dorit Nitzan, WHO-Notfallkoordinatorin für Europa, warnt vor neuen Mutanten, sollte die derzeitige Geschwindigkeit der Ausbreitung des Virus nicht gedrosselt werden: „Die Wahrscheinlichkeit neuer besorgniserregender Varianten steigt mit der Rate, in der das Virus sich repliziert und ausbreitet.“ Deswegen sei es entscheidend, dass die Virusübertragung durch grundlegende Maßnahmen zur Krankheitskontrolle eingedämmt werde.

Impfzentrum in Sachsen: Der Andrang hält sich in Grenzen, Europa kommt beim Impfen nicht gut voran.

Corona-Pandemie: EU verfehlt ihr Impfziel für über 80-Jährige

Unterdessen hat die EU ihr Ziel, bis Ende März 80 Prozent der über 80-Jährigen sowie der Beschäftigten im Gesundheitswesen zu impfen, bereits verfehlt. Schuld daran seien Lieferprobleme, heißt es aus Brüssel. Das Eingeständnis fällt in eine Phase, in der die Zahl der Neuinfektionen laut WHO in allen Altersgruppen zunimmt - mit Ausnahme der über 80-Jährigen. Diese sind, auch wenn das gesamt-europäische Ziel verfehlt wurde, in vielen europäischen Ländern bereits weitgehend geimpft.

Die „britische“ Mutante des Coronavirus ist inzwischen weitgehend dominant. In bereits 50 Ländern nachgewiesen, ist sie ansteckender als die Ursprungsvariante des Coronavirus und führt häufiger zu schweren Krankheitsverläufen. Deswegen habe sie laut WHO „größere Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit“. Um sie unter Kontrolle zu bringen, reichen die bisherigen Testkapazitäten, Kontaktverfolgungsmaßnahmen und Quarantäne-Regelungen nicht aus, warnt die Weltgesundheitsorganisation.

Die spanische Verteidigungsministerin Margarita Robles lässt sich impfen.

Lockdowns in Europa laut WHO „vermeidbar“, „rechtzeitige und gezielte Maßnahmen“ notwendig

Lockdowns hingegen seien laut WHO durch „rechtzeitige und gezielte Maßnahmen“ vermeidbar. Notwendig seien diese Abriegelungen erst dann, wenn die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten die „Fähigkeit der Gesundheitsdienste, Patienten angemessen zu behandeln, überstrapaziert“ würde. Dessen ungeachtet befinden sich der UN-Organisation zufolge derzeit 27 Staaten der Europa-Region in einem teilweisen oder vollständigen Lockdown. In 21 Ländern gelten darüber hinaus nächtliche Ausgangssperren. (Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © Harry Haertel via www.imago-images.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare