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Corona in den USA: Donald Trump legt sich mit Reporter an – „Halt, CNN-Fake-News, halt!“

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  • Melanie Gottschalk
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  • Anna-Katharina Ahnefeld
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  • Tobias Möllers
    Tobias Möllers

In den USA steigen Coronavirus-Fallzahlen weiter. Donald Trump hat sich auf einer Pressekonferenz mal wieder mit einem Reporter angelegt. Der News-Ticker.

  • USA stärker als jedes andere Land von der Corona-Pandemie betroffen
  • US-Wirtschaft erleidet historischen Einbruch - Nur Donald Trump ist optimistisch
  • Donald Trump beleidigt eigene Virenexpertin auf Twitter – „Jämmerlich!“

+++ 8.16 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat sich wieder einmal mit einem Reporter von CNN angelegt. In einer Pressekonferenz lobte Trump seine Regierung und bescheinigte ihnen, dass sie einen „guten Job“ im Zusammenhang mit dem Coronavirus getan hätten. Als CNN-Reporter Jim Acosta den Präsidenten auf die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus hinweisen will, fällt Trump ihm mit den Worten „Halt, CNN-Fake-News, halt“ ins Wort.

„Länder auf der ganzen Welt explodieren derzeit. Leute, über die Sie sagten, sie täten einen so wundervollen Job. Wenn man sich das jetzt anschaut: Italien ist wieder da, Spanien, Frankreich und Deutschland ebenfalls“ sagt Trump. Er wolle die Länder damit nicht heruntermachen, das Virus sei extrem heikel und ansteckend. „China hat das Virus entfesselt, das hätte niemals passieren dürfen“, doch vor all diesen Hintergründen könne er sagen, dass die United States einen tollen Job getan hätten. „Das kann man auch daran sehen, dass wir Impfstoffe und Therapien haben, die schon bald kommen werden", bilanziert Trump.

Corona-Krise in den USA: US-Präsident Donald Trump nennt Situation „sehr ermutigend“

Update vom Dienstag, 04.08.2020, 6.32 Uhr: In den USA ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus den zweiten Tag in Folge zurückgegangen – auch wenn die Zahl weiterhin auf einem hohen Level ist. Innerhalb von 24 Stunden seien 46.321 neue Ansteckungen registriert worden, teilte am Montagabend (03.08.2020) die Johns-Hopkins-Universität mit. Zugleich habe es 532 weitere Todesfälle gegeben.

In der vergangenen Woche waren an fünf Tagen hintereinander mehr als 60.000 neue Fälle registriert worden. Am Sonntag (02.08.2020) sank die Zahl dann auf 47.508, nun ging sie nochmals leicht zurück. Insgesamt wurden in den USA mehr als 4,7 Millionen Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus registriert, mehr als 155.000 Menschen starben. Dies sind weltweit mit Abstand die meisten Opfer.

Corona in den USA: Donald Trump beleidigt eigene Virenexpertin – „Jämmerlich!“

US-Präsident Donald Trump, der die Gefahren des Coronavirus regelmäßig herunterspielt, nannte die Situation im Land am Montag „sehr ermutigend“. Es sei zu sehen, dass das Virus in einigen Gebieten im Süden und Westen der USA „zurückweicht“, sagte Trump auf einer Pressekonferenz zum Coronavirus.

+++ 20.34 Uhr: Donald Trump feuert in der Corona-Krise auch gegen die eigenen Mitarbeiter, schließlich haben alle immer Schuld – aber nie er selbst. Nun hat der US-Präsident auch die Koordinatorin des Coronavirus-Krisenstabs des Weißen Hauses, Deborah Birx, offen attackiert. Trump bezeichnete Birx am Montag (03.08.2020) auf Twitter als „jämmerlich“, nachdem die Virenexpertin vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus in den USA gewarnt hatte. Der Präsident warf der Medizinerin vor, sie habe sich von Oppositionsführerin Nancy Pelosi zu ihren Aussagen verleiten lassen.

Corona in den USA: Donald Trump beleidigt eigene Virenexpertin als „jämmerlich“

Die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses hatte am Wochenende Zweifel an Birx‘ Unabhängigkeit geäußert: Trump verbreite Falschinformationen über das Virus und Birx sei vom US-Präsidenten Donald Trump ernannt worden, sagte Pelosi. „Deswegen habe ich kein Vertrauen, nein.“

Donald Trump twitterte daraufhin am Montag, Pelosi habe „furchtbare Dinge“ über Birx gesagt, weil diese „zu positiv über den sehr guten Job war, den wir machen“. „Um Nancy zu kontern, hat Deborah auf den Köder angebissen und uns angegriffen. Jämmerlich!“

Birx äußert sich für gewöhnlich in der Öffentlichkeit zurückhaltender als Taskforce-Kollege Anthony Fauci, der mit ungeschminkten Warnungen vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus regelmäßig für Aufsehen sorgt. Am Sonntag (02.08.2020) sprach Birx aber im Sender CNN von einer „neuen Phase“ der Pandemie in den USA. Die ländlichen Regionen seien inzwischen von dem Virus genauso bedroht wie die Großstädte.

Corona in den USA: Infektionszahl in Kalifornien klettern in die Höhe

+++ 16.20 Uhr: Die Bürger von Los Angeles wirken angesichts steigender Corona-Zahlen in Kalifornien recht sorglos. Auch die Zahlen in San Francisco klettern in die Höhe. Obwohl von offizieller Seite alles versucht wird, um auf die Gefahren durch die Pandemie und die Sicherheitsmaßnahmen hinzuweisen, steigt die Zahl der Infizierten.

Laut der „Washington Post“ vermuten Experten, dass hauptsächlich die Sorglosigkeit der Bürger für das Steigen der Zahlen verantwortlich ist. Viele Menschen fühlen sich abgeschnitten und halten ein „Eremiten-Leben“ nicht für möglich. Sie seien schlichtweg erschöpft von den vielen Maßnahmen, die gegen die Pandemie ergriffen werden.

In der San Francisco Bay-Area leben beinahe acht Millionen Menschen. San Francisco zählte zu den ersten Metropolregionen, die am 16. März 2020 auf den Ausbruch der Corona-Pandemie reagierten. Viele Bürger trugen Masken und hielten sich an die vorgeschriebenen Abstände. In allen sechs Gemeinden der Bay Area durften Bewohner nur noch für den Einkauf von Lebensmitteln, Arztbesuche und Sport das Haus verlassen. Hinzu kam, dass die ortsansässigen Tech-Giganten Apple, Google und Facebook ihre Mitarbeiter frühzeitig ins Home-Office schickten. San Francisco und Kalifornien konnten im Mai eine positive Bilanz vorweisen. Jetzt, vier Monate nach dem Ausbruch, scheint das Modell zu bröckeln.

USA: Feiern ohne Maske - Partygäste in Los Angeles ignorieren steigende Corona-Zahlen

+++ 11.42 Uhr: Die Corona-Zahlen im US-Bundesstaat Kalifornien geben Grund zur Sorge. Nachdem der Staat zunächst glimpflich durch die Corona-Krise gekommen war, schnellten die Zahlen nach ersten Lockerungen im Juli rapide nach oben. Mehr als 370.000 Fälle wurden bestätigt. Auch die Belegung der Krankenhausbetten hat zugenommen. Die Zahl der Patienten im Krankenhaus verdreifachte sich zuletzt in den Landkreisen Orange und Riverside.

In einer Bar in Los Angeles scheinen zahlreiche Besucher diese reelle Gefahr nicht zu erkennen. Dutzende Menschen versammelten sich in einer Bar in Los Angeles, ohne Einhaltung der Abstands- oder Maskenpflicht, wie der Nachrichtensender „CNN“ berichtet. Beiträge aus sozialen Netzwerken, die während der Veranstaltung aufgenommen wurden, alarmierten das Los Angeles Sheriffs Department, das nun eine Untersuchung beginnt. Der Besitzer der Bar behauptet, er habe mit der Feier die Ersthelfer, wie etwa Rettungssanitäter, ehren wollen.

Im US-amerikanischen San Diego sonnen sich Menschen dicht an dicht. Die Vereinigten Staaten weisen die meisten Corona-Fälle auf. 

Es ist nicht das erste Mal, dass Partys in Kalifornien ohne Rücksicht auf die Corona-Pandemie gefeiert werden. Vor allem jüngere Leute scheinen in Kalifornien sorgloser mit der Ansteckungsgefahr umzugehen, wie die „tagesschau“ berichtet. Zu Beginn der Pandemie wurden in Kalifornien Strände geschlossen, um so genannte „Corona-Partys“ zu verhindern.

Ärztin Deborah Birx: USA haben „neue Phase“ der Coronavirus-Pandemie erreicht

Update vom Montag, 03.08.2020, 08.17 Uhr: Die USA haben eine „neue Phase“ der Coronavirus-Pandemie erreicht. Das sagt Ärztin Deborah Birx, die den Kampf gegen Covid-19 für das Weiße Haus koordiniert, gegenüber dem Nachrichtensender CNN. „Was wir heute sehen, ist komplett anders als im März und April, es ist außergewöhnlich weit verbreitet", sagt Birx.

Alaska, Hawaii, Missouri, Montana und Oklahoma sind laut einer Analyse der Washington Post die Staaten, die in den vergangenen Wochen die größten Ausbrüche des Corona-Virus erlebt haben. Experten sind zudem aufgrund der Trends an der Ostküste und den Städten im Mittleren Westen besorgt.

Ärztin Deborah Birx gehört einer Task-Force in den USA an, die für das Weiße Haus den Kampf gegen das Corona-Virus koordiniert.

Trump will Presse von Republikaner-Parteitag verbannen - Ausgerechnet wegen Corona

+++ 16.58 Uhr: US-Präsident Donald Trump will Medienvertreter von der Parteiversammlung ausschließen, die ihn offiziell zum Kandidaten der Republikaner für die Präsidentenwahl am 3. November küren soll. Grund dafür soll die Corona-Pandemie sein, wie US-Medien unter Berufung auf Sprecher des Nominierungsparteitags berichten.

Wie CNN berichtet, wird die Abstimmung, die am 24. August in Charlotte im US-Staat North Carolina erfolgen soll, direkt im Internet via Livestream übertragen werden. Demnach werde Trump keine offizielle Ansprache halten. Laut der „Arkansas Democrat Gazette“ wird Trump erst am 27. August in einer Rede, deren Umstände noch nicht geklärt seien, seine Nominierung annehmen.

Donald Trump möchte beim anstehenden Nominierungsparteitag der US-Republikaner die Medien ausschließen.

„Angesichts der im Staat North Carolina gültigen gesundheitsbedingten Restriktionen und Beschränkungen planen wir, dass die (Parteitags-) Arbeit in Charlotte vom Freitag, 21. August, bis zum Montag, 24. August, für die Presse nicht zugänglich ist“, erklärte eine Sprecherin des Nominierungsparteitags dem Sender NBC.

Corona-Pandemie in den USA: Fast 150.000 Tote, keine Kontrolle über Verbreitung - nationaler Shutdown gefordert

Update vom Sonntag, 02.08.2020, 7:45 Uhr: Die Berichte aus den von der Corona-Krise gebeutelten Vereinigten Staaten klingen immer dramatischer. Mehr als 150.000 Menschen starben in den USA bereits an Covid-19. Allein in der vergangenen Woche sollen sich fast 500.000 weitere Menschen infiziert haben. Und die Johns-Hopkins-Universität (JHU) stellte der Regierung von Donald Trump ein vernichtendes Zeugnis aus.

„Anders als viele Länder auf der Welt befinden sich die Vereinigten Staaten nicht auf dem Weg, die landesweite Epidemie unter Kontrolle zu bringen", heißt es in einem Bericht der Universität. Aufgrund dieser Tatsache fordern die Gesundheitsexperten der JHU genau wie Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Teilen der USA allesamt eine vollkommen neue, nationale Strategie, um dem Coronavirus Herr zu werden.

Coronavirus in den USA: Neue Bundesstaaten melden starke Anstiege der Infektionen

Während dank zahlreicher Maßnahmen der Anstieg der Neu-Infektionen mit Sars-CoV-2 in den so genannten „Sun Belt" Staaten (Arizona, Florida, Texas) eingedämmt zu scheint, verbreitet sich das Virus dafür in anderen Bundesstaaten umso schneller: Hawaii, Oklahoma, Alaska, Missouri und Montana meldeten den stärksten Anstieg von Neu-Infektionen seit Beginn der Corona-Pandemie.

Um die Verbreitung des Coronavirus` irgendwie zu verlangsamen, fordern die ersten Experten bereits einen nationalen Shutdown für einen Zeitraum von sechs bis acht Wochen. Doch diesem Vorhaben fehlt bislang offensichtlich die politische Unterstützung, wie die „Washington Post“ am Sonntag berichtet.

Corona in den USA: Anthony Fauci ist bei Impfstoff aus China und Russland eher kritisch

+++ 14.54 Uhr: Die fieberhafte Suche nach einem Corona-Impfstoff geht weiter – auch in den USA. Der führende US-Immunologe, Anthony Fauci, zweifelte jetzt an der Sicherheit von Corona-Impfungen, die derzeit in Russland und China entwickelt werden. Bei einer Kongressanhörung antwortete er auf die Frage, ob die USA einen Impfstoff aus diesen Ländern verwenden würden, kritisch: „Ich hoffe, dass die Chinesen und die Russen den Impfstoff tatsächlich testen, bevor sie ihn jemandem verabreichen.“

Zum Thema Corona-Impfstoff aus China oder Russland hat sich der US-Immunologe Anthony Fauci kritisch geäußert.

Fauci hält außerdem Behauptungen von Russland und China für problematisch, einen Impfstoff vertriebsbereit zu haben, bevor man ihn getestet habe. Zwei Unternehmen aus China, Sinovac und Sinopharm, haben in Brasilien und den Vereinigten Arabischen Emiraten bereits die dritte Testphase eingeleitet. Außerdem wird Angehörigen des chinesischen Militärs bereits ein weiterer Impfstoff verabreicht. Dieser hatte aber die letzte Testphase noch nicht durchlaufen.

Corona in den USA: Ausbruch in christlichem Jugendcamp - hunderte Kinder infiziert

+++ 13.10 Uhr: Weitere beunruhigende Nachrichten aus den USA. Nach einem christlichen Jugendcamp, dass Ende Juni stattfand, haben sich hunderte Kinder und Jugendliche mit dem Coronavirus infiziert, berichtet der TV-Sender WSB-TV. Der Campingurlaub im Norden von Georgia dauerte gerade einmal vier Tage. Ein Corona-Ausbruch der seines gleichen sucht. Aber das ist noch nicht alles, zeigen Testungen des Zentrums für Seuchenkontrolle und Prävention (CDC) der USA.

Wie die Untersuchungen der CDC ergaben, haben sich keinesfalls hauptsächlich ältere infiziert. Die am stärksten betroffene Altersgruppe waren Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren. Darauf folgen die Elf- bis Siebzehnjährigen. Allein in diesen beiden Altersgruppe wurden 231 Personen infiziert.

Und es könnte noch weitaus schlimmer sein, denn von den insgesamt 597 Camp-Teilnehmern wurden nur 344 getestet. Die Untersuchungen der CDC schließen den Bericht mit den Worten: „Die Sicherheitsmaßnahmen im Camp waren nicht ausreichend, einen Ausbruch zu verhindern“, und weiter: „Die Untersuchung liefert weitere Hinweise darauf, dass Kinder aller Altersklassen, im Gegensatz zu früheren Annahmen, anfällig für eine Sars-Cov-2-Infektion sind.

Nach einem Camping-Urlaub in den USA haben sich vor allem viele Kinder mit Corona infiziert (Symbolbild).

Unterdessen ist auf einem Kreuzfahrtschiff in Norwegen das Coronavirus ausgebrochen. Die Besatzung befindet sich in Quarantäne.

Corona: Durchschnittliche Todesrate in den USA steigt um fast 60 Prozent

Update vom Samstag, 01. August 2020, 9:45 Uhr: Während der Anstieg der Infektionen mit dem Coronavirus in den USA etwas abgeflacht ist, scheint die Todesrate in Zusammenhang mit Covid-19 anzusteigen. Am Freitag meldete die Johns Hopkins Universität 67.741 neue Infektionen. Das entsprach im Vergleich zu den vergangenen 14 Tagen ein Minus von drei Prozent.

Die Anzahl der neuen Todesfälle lag bei 1.419. Das wiederum ist eine Steigerung von 59 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der vorangegangenen zwei Wochen. Insgesamt sind mittlerweile 153.850 Menschen in den USA infolge einer Erkrankung mit Covid-19 gestorben. Die Anzahl der Infektionen liegt bei über 4,5 Millionen.

Für US-Präsident Donald Trump ist die Sache trotz des dramatischen Anstiegs der Covid-19-Todesfälle klar: Die USA hat nur deshalb so viele Infektionen, weil sie im Vergleich zu anderen Ländern so viel testen würde. „Wir haben mehr Fälle, weil wir mehr testen“ schrieb Trump auf Twitter. Die „Lamestream“-Medien würden das aber nicht verstehen.

In einem vorgelesenen Statement rief Donald Trump seine Landsleute dazu auf, im Kampf gegen die Corona-Krise soziale Distanz zu wahren und Masken zu tragen. Vor kurzem hatten sowohl Trump als auch sein Sohn, Donald Trump Jr., Videos einer vermeintlichen Ärztin geteilt, die das Tragen von Masken als Humbug bezeichnet hatte.

Corona in den USA: Donald Trump will Zahlen schönigen lassen

+++ 13.45 Uhr: Krankenhäuser in den USA senden auf Anweisung der US-Regierung unter Donald Trump seit diesem Monat die Daten zu ihren Corona-Fällen nicht länger an die Centers for Disease Control and Prevention sondern zu einer zentralen Datenbank in Washington. Schnell wurde spekuliert, dass die Änderung für die geringeren Fallzahlen in den USA verantwortlich sein könnten - und somit beschönigt wurden. Doch die Behauptung stimme nicht, schreibt jetzt das Internet-Magazin Salon.

Nachdem die Umstellung Mitte Juli bekannt wurde, hatte die stetig steigende Kurve an Erkrankten mit dem Coronavirus plötzlich angefangen, nach unten zu gehen. Die Anzahl an Corona-Infektionen sei laut Salon nach wie vor am Wachsen, jedoch langsamer als zuvor. Dass das in Zusammenhang mit einer Beschönigung der Zahlen aufgrund der neuen Datenbank liegt, bezweifeln Expert*innen jedoch.

Corona in den USA: Daten über Krankenhausaufenthalte sind durch Umstellung verzögert

Doch etwas anderes, einschneidendes, ist passiert, das sich auf die Daten der Krankenhausaufenthalte beziehe. Der abrupte Wechsel habe zu einem Chaos in den Krankenhäusern geführt und sei eine Katastrophe, sagt der Ex-Chef des Centers for Disease Control and Prevention, Tom Frieden. „Der Wechsel hat das Land für zwei Wochen im Dunklen gelassen“, sagt er gegenüber Salon. Für ihn sei die Umstellung ein Fehler gewesen, vor allem inmitten einer Pandemie. Denn gerade jetzt benötige man akkurate und aktuelle Zahlen, um auf das Coronavirus reagieren zu können.

Daher müssten die Zahlen täglich aktualisiert werden, jedoch liege das letzte Update bezüglich der Anzahl an Krankenhausaufenthalten in Folge der Corona-Pandemie in den USA eine Woche zurück. Das führe zu Intransparenz und Verwirrung bezüglich der Anzahl an verfügbaren Krankenhausbetten, sagte Dr. Georges Benjamin, Leiter der American Public Health Association.

Verwaiste Straßen in New York. Menschen machen vor der „Manhattan Bridge“ Fotos. Die Corona-Krise hinterlässt Spuren in den USA.

+++ 09.30 Uhr: Die John-Hopkins-Universität in den USA verkündet 67.619 Neu-Infektionen mit dem Coronavirus und 1233 Todesfälle um Zuge einer Erkrankung. Damit wächst die Gesamtzahl der registrierten Corona-Infektionen in den USA auf  4.494,601 an, mit mindestens 152.055 Toten, die im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind.

Corona in den USA: Bis November könnten 230.000 Menschen in den USA an dem Virus sterben

Update vom Freitag, 31.07.2020, 06.30 Uhr: Auf Grundlage der aktuellen Corona-Lage in den USA kommt ein Team der University of Washington zu einem erschreckenden Ergebnis: Bis November würden 230.822 Menschen in den USA dem Coronavirus zum Opfer fallen. Die Berechnung basiert auf einem Modell des Institute for Health Metrics and Evaluation und ist ein wichtiger Referenzwert für die Entwicklung der Corona-Pandemie in den USA.

Am 22.07.2020 lag die Berechnung bei 219.864 Todesfällen bis November - der Anstieg zeigt, die massiv das Coronavirus aktuell in den USA grassiert. Doch US-Präsident Donald Trump scheint mehr besorgt um die anstehenden US-Wahlen 2020 und seine in Folge der Corona-Pandemie schrumpfende Beliebtheit zu sein. Kürzlich hatte Trump sogar eine Verschiebung der Wahlen vorgeschlagen.

Corona in den USA: Ein Trump-Parteifreund ist an Covid-19 gestorben

Update vom Donnerstag, 30.07.2020, 22.24 Uhr: Der frühere republikanische Präsidentschaftsbewerber Herman Cain ist infolge einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Er wurde 74 Jahre alt, wie es am Donnerstag in einer Stellungnahme auf seiner Webseite hieß. Cain hatte demnach nach seiner Corona-Infektion Atembeschwerden und wurde daher länger im Krankenhaus behandelt.

US-Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter, er und First Lady Melania hätten Cain „geliebt“. Er habe der Familie des Verstorbenen telefonisch sein Beileid ausgedrückt. Cain sei „eine kraftvolle Stimme der Freiheit“, ein Patriot und ein großartiger Freund gewesen. Der Geschäftsmann Cain hatte sich erfolglos um die Kandidatur der Republikaner für die Präsidentenwahl im Jahr 2012 beworben.

Der konservative Sender Newsmax berichtete, Cain sei am 1. Juli nur zwei Tage nach einer Corona-Diagnose in ein Krankenhaus im Raum Atlanta eingeliefert worden. Cain hatte rund zehn Tage vorher noch an einem Wahlkampfauftritt Trumps in Oklahoma teilgenommen, hatte dabei aber Berichten zufolge keinen Kontakt mit dem Präsidenten. Trumps Auftritt in einer geschlossenen Halle vor Tausenden Zuschauern war wegen der anhaltenden Corona-Pandemie und des Risikos möglicher Infektionen umstritten gewesen.

Corona in den USA: Wirtschaft legt historischen Absturz hin

Erstmeldung vom Donnerstag, 30.07.2020, 17.12 Uhr: Die Wirtschaftsleistung in den USA ist im zweiten Quartal wegen der Coronavirus-Pandemie trotz gewaltiger Konjunkturpakete in historischem Ausmaß eingebrochen. Das zweite Quartal war verheerend: Von April bis einschließlich Juni schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) aufs Jahr hochgerechnet um 32,9 Prozent, wie die US-Regierung um Präsident Donald Trump in einer ersten Schätzung mitteilte. Das war der tiefste Einbruch in einem Vierteljahr seit Beginn der Aufzeichnungen.

Angesichts weiterhin extrem hoher Corona-Infektionszahlen ist die Wirtschaft in den USA in historischem Ausmaß eingebrochen.

Im ersten Vierteljahr war die US-Wirtschaft aufs Jahr hochgerechnet bereits um 5 Prozent geschrumpft. Die Zuspitzung der Corona-Pandemie ab Mitte März stürzte die USA dann in eine schwere Wirtschaftskrise. In der zweiten Maihälfte und im Juni gab es zwischenzeitlich Zeichen einer Erholung. Seit Ende Juni hat die Zahl der Neuinfektionen aber wieder dramatisch zugenommen, was zu neuerlichen Einschränkungen des Wirtschaftslebens geführt hat und das Wachstum erneut ausbremsen dürfte. Die Arbeitslosenquote lag im Juni bei 11,1 Prozent. Vor der Pandemie hatte sie noch bei 3,5 Prozent gelegen.

Corona-Pandemie in den USA: Eine rosige Zukunft sieht nur Donald Trump

Notenbankchef Jerome Powell hatte am Mittwoch bereits vor einem historischen Einbruch des BIP gewarnt. Er erklärte, die weitere Entwicklung der größten Volkswirtschaft der Welt sei wegen der Pandemie höchst unsicher. „Der Verlauf der Wirtschaft wird in sehr großem Ausmaß vom Verlauf des Virus abhängen“, sagte Powell. Ohne eine Eindämmung des Virus sei eine vollständige wirtschaftliche Erholung „unwahrscheinlich“, warnte er.

Zumindest US-Präsident glaubt noch an einen schnellen Aufschwung der am Boden liegenden US-Wirtschaft. Diese musste in der Corona-Pandemie nun einen historischen Einbruch hinnehmen.

US-Präsident Donald Trumps Regierung hingegen hofft immer noch auf eine rasche Erholung der größten Volkswirtschaft der Welt im dritten Quartal. Trump drängt trotz des Ausmaßes der Pandemie in den USA auf eine rasche Normalisierung des Wirtschaftslebens. Analysten sehen die Hoffnung auf einen schnellen Aufschwung allerdings zumeist deutlich pessimistischer.

USA stärker von Corona betroffen als jedes andere Land der Welt – jetzt 150.000 Todesfälle

In den USA werden derzeit täglich rund 60.000 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Betroffen sind vor allem Bundesstaaten im Süden und Westen des Landes, in denen rund ein Drittel der US-Bevölkerung lebt. Insgesamt gibt es Daten der Universität Johns Hopkins zufolge inzwischen 4,4 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 und rund 150.000 damit verbundene Todesfälle.

Der US-Kongress und die Regierung haben seit Beginn der Krise bereits Konjunkturpakete in Höhe von fast drei Billionen US-Dollar beschlossen. Das entspricht mehr als zehn Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Derzeit gibt es im Kongress Verhandlungen über ein weiteres Paket. Die Vorstellungen von Donald Trumps Republikanern und den oppositionellen Demokraten dazu liegen aber noch sehr weit auseinander.

Corona in den USA: Trump liegt in allen Umfragen hinten

Zuletzt hatte US-Präsident Donald Trump sogar eine Verschiebung der für November angesetzten Präsidentenwahlen ins Spiel gebracht. Zwar ist die derzeitige Situation in den USA wegen des Coronavirus tatsächlich verheerend, Trump dürfte bei seinem Vorstoß aber auch die am Boden liegende Wirtschaft und seine miesen Umfragewerte im Blick gehabt haben. In quasi allen Erhebungen liegt Trump deutlich hinter seinem demokratischen Kontrahenten Joe Biden.

Corona-Experte Anthony Fauci ruft die Menschen eindringlich dazu auf, sich an die Corona-Maßnahmen zu halten. Alles zur Entwicklung der Corona-Pandemie in den USA in den vergangenen Tagen können Sie in unserem Corona-News-Ticker für die USA nachlesen. (Von Tobias Möllers)

Donald Trumps Tochter Ivanka Trump und ihr Ehemann Jared Kushner legen ihre jährlichen Verdienste offen. Ein Detail dabei ist besonders pikant.

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