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Unicef

Corona-Lockdown wird Bildungskrise: Millionen Kinder seit einem Jahr nicht in der Schule

  • Friederike Meier
    vonFriederike Meier
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Laut UN-Kinderhilfswerk leben mehr als 168 Millionen Kinder in einem Land, in dem die Schulen wegen Corona-Lockdowns seit einem Jahr vollständig geschlossen sind. 

  • Laut einem Unicef-Bericht hat wegen Corona-Lockdowns eins von sieben Kindern weltweit mehr als drei Viertel des Unterrichts in den letzten elf Monaten verpasst.
  • Die Corona-Krise werde so zu einer Bildungskrise.
  • Das UN-Kinderhilfswerk Unicef mit Sitz in New York, USA, macht mit der Installation „Pandemic Classroom“ auf die Bildungskrise aufmerksam.

New York – Das UN-Kinderhilfswerk Unicef beklagt eine „katastrophale Bildungskrise“ weltweit aufgrund von Corona- Lockdowns. „Mit jedem Tag, der vergeht, bleiben Kinder, die keinen Zugang zu direktem Unterricht haben, weiter zurück - und die am meisten benachteiligten Kinder zahlen den höchsten Preis“, sagte Exekutivdirektorin Henrietta Fore am Mittwoch in New York anlässlich der seit rund einem Jahr andauernden Corona-Pandemie.

„Wir können es uns nicht leisten, in das zweite Jahr zu gehen, in dem diese Kinder nur eingeschränkt oder gar nicht in der Schule lernen können“, so Fore weiter. Es dürfe nichts unversucht bleiben, um die Schulen in der Corona-Krise offen zu halten oder ihrer raschen Wiedereröffnung Priorität einzuräumen.

„Pandemic Classroom“-Installation von Unicef: Jeder Stuhl steht für eine Millionen Kinder, die weltweit wegen der Corona-Pandemie nicht zur Schule gehen können.

Corona-Pandemie: 168 Millionen Kinder wegen Lockdown weltweit ohne Schule

Laut Unicef sind für mehr als 168 Millionen Kinder weltweit seit fast einem Jahr Schulen aufgrund des Lockdowns vollständig geschlossen. Eines von sieben Kindern habe mehr als drei Viertel des Unterrichts verpasst. Dem Report „Covid-19 und Schulschließungen - Ein Jahr ohne Schule“ zufolge haben sich weltweit allein 14 Länder von März 2020 bis Februar 2021 weitgehend im Lockdown befunden.

Zwei Drittel dieser Länder gehörten zu Lateinamerika und der Karibik. Von den 14 Ländern waren demnach die Schulen in Panama die meisten Tage geschlossen, gefolgt von El Salvador, Bangladesch und Bolivien. Als „vollständig geschlossen“ werden in dem Bericht Schulen in Ländern gezählt, die in der Zeit vom 11. März 2020 zu Beginn der Corona-Pandemie bis Februar 2021 weniger als zehn Tage geöffnet und weniger als 12 Tage teilweise geöffnet waren. Die Analyse erstreckt sich von der Vorschulerziehung bis zur oberen Sekundarstufe.

LandAnzahl der geschlossenen Tage
Panama211
El Salvador205
Bangladesh198
Bolivien192
Brasilien191
Costa Rica189
Kuwait181
Mexiko180
Myanmar177
Irak173

Schulschließungen haben laut Unicef verheerende Folgen für das Lernen und das Wohlbefinden von Kindern. Die am stärksten gefährdeten Kinder und diejenigen, die keinen Zugang zu Distanzunterricht hätten, seien einem erhöhten Risiko ausgesetzt, nie wieder in die Schulen zurückzukehren und zu Kinderehen oder Kinderarbeit gezwungen zu werden. Neuesten Daten der Unesco zufolge sind weltweit mehr als 888 Millionen Kinder durch vollständige oder teilweise Schulschließungen in ihrer Bildung beeinträchtigt.

Corona-Pandemie: Lockdowns in Schulen machen Krise auch zur Bildungskrise

Um auf die Krise der Bildung in der Corona-Pandemie aufmerksam zu machen, enthüllte Unicef die Installation „Pandemic Classroom“ - ein Modell-Klassenzimmer, das aus 168 leeren Schreibtischen besteht. Jeder Schreibtisch stehe für die Millionen Kinder, die in Ländern leben, in denen Schulen seit einem Jahr fast vollständig geschlossen sind. „Hinter jedem freien Stuhl hängt ein leerer Rucksack - ein Platzhalter für das hintangestellte Potenzial eines Kindes“, sagte Fore.

„Wir wollen nicht, dass geschlossene Türen und Gebäude die Tatsache verschleiern, dass die Zukunft unserer Kinder für unbestimmte Zeit auf Eis gelegt wird“, sagte Fore. Sie forderte die Regierungen auf, die Öffnung von Schulen zu priorisieren. Außerdem müssten sie besser wieder eröffnet werden, als sie vorher waren. „Wir stehen vor einer globalen Bildungskrise. Es sollten keine Mühen gescheut werden, um jedes Kind sicher in die Klassenzimmer zurückzubringen“, schrieb auch UN-Generalsekretär António Guterres auf Twitter. (Friederike Meier/KNA)

Rubriklistenbild: © TIMOTHY A. CLARY

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