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Corona-Pandemie in Syrien

Syriens Präsident Baschar al-Assad mit Corona infiziert – Warnung vor Ausbreitung

  • Anna Charlotte Groos
    VonAnna Charlotte Groos
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Durch den Bürgerkrieg in Syrien breitet sich das Coronavirus noch schneller aus. Auch Syriens Präsident Baschar al-Assad und Ehefrau Asma sind positiv getestet worden.

  • Syriens Präsident Baschar al-Assad und Ehefrau Asma begeben sich aufgrund einer Infektion mit dem Coronavirus in häusliche Quarantäne.
  • In Syrien wurden seit Beginn der Pandemie offiziell mehr als 15 000 Corona-Infektionen gemeldet – Die Dunkelziefer wird jedoch weitaus höher geschätzt.
  • Laut Hilfsorganisationen befindet sich Syrien in der schwersten humanitären Krise seit Ausbruch des Bürgerkriegs.

Damaskus - Syriens Staatschef Baschar al-Assad und Ehefrau Asma al-Assad sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Beide hätten „leichte Symptome“ wahrgenommen und sich daraufhin einem PCR-Test unterzogen, wie das syrische Präsidialamt am Montag (08.03.2021) mitteilte. Dem Paar soll es gesundheitlich jedoch gut gehen. Sie wollen sich zwei bis drei Wochen in häusliche Quarantäne begeben und die Arbeit von dort fortsetzen.

Über gesundheitliche Beschwerden des 55 Jahre alten Präsidenten war zuletzt nichts bekannt. Eine Rede im Parlament hatte er im August 2020 allerdings aufgrund eines leicht abgesenkten Blutdrucks für einige Minuten unterbrechen müssen, kurz darauf aber wieder fortgesetzt, wie es vonseiten der Regierung hieß. Asma al-Assad war 2018 an Brustkrebs erkrankt, sei aber den Angaben zufolge erfolgreich behandelt worden.

Baschar al-AssadPräsident von Syrien
Geboren:11. September 1965 (Alter 55 Jahre), Damaskus, Syrien
Ehefrau:Asma al-Assad (verh. 2000)
Kinder:Zein al-Assad, Karim al-Assad, Hafez al-Assad

Corona-Pandemie in Syrien: Hohe Dunkelziffer an Infektionen

In Syrien wurden seit Beginn der Pandemie vor gut einem Jahr mehr als 15.000 Corona-Infektionen und 1.000 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus gemeldet. Die Dunkelziffer dürfte aber deutlich höher liegen. Es sei wegen eines starken Mangels an Testausrüstung nicht möglich, jeden zu testen und die tatsächliche Zahl zu wissen, teilte Chalid Hbubati, Präsident des Syrisch-Arabischen Roten Halbmondes (SARC), am vergangenen Donnerstag (04.03.2021) vor Journalist:innen mit.

Auch in den syrischen Gebieten, die von Rebellen oder Kurden kontrolliert werden, seien keine Testungen auf das Coronavirus möglich. Indizien für eine tatsächlich höhere Infektionszahl seien auch die sich füllenden Krankenhäuser sowie eine steigende Zahl an Todesanzeigen und Beerdigungen. Von diesen hatte der stellvertretenden UN-Nothilfekoordinator Ramesh Rajasingham bereits im August berichtet, wie „Die Zeit“ mitteilte. Hilfsorganisationen warnen, dass das Coronavirus zunehmend um sich greift, vor allem in Nordwesten des Landes. Nur etwa die Hälfte aller Krankenhäuser in Syrien sind voll im Einsatz, viele weitere sind zerstört, geschlossen oder arbeiten wegen eines Mangels an Personal, Ausrüstung und Medikamenten nur teilweise. 

Ein syrischer Junge in Damaskus hält eine Nationalflagge mit dem Abbild von Baschar al-Assad, Präsident von Syrien, in die Luft. Schon seit zehn Jahren herrscht im Land ein Bürgerkrieg.

Schwerste humanitäre Krise in Syrien seit Ausbruch des Bürgerkriegs

Baschar al-Assad hatte die Macht in Syrien im Jahr 2000 von seinem Vater Hafis al-Assad im Alter von damals 34 Jahren übernommen. Zwar tobt in Syrien seit zehn Jahren ein Bürgerkrieg, doch einen Großteil des Landes kontrollieren heute wieder die Regierungstruppen und Assads Anhänger. Im März 2011 kam es zu Protesten gegen Assads Führung, die gewaltsam niedergeschlagen wurden. Der Konflikt entwickelte sich zum Bürgerkrieg. Mit der Hilfe Russlands und des Irans konnte die Regierung die größten Teile Syriens wieder einnehmen, aber der Staat ist in mehrere Gebiete mit ausländischen Soldaten aufgeteilt. Eine politische Lösung des Konflikts ist nicht in Sicht.

Nach zehn Jahren der Unruhen und Konflikte leidet Syrien Hilfsorganisationen zufolge seit Ausbruch des Bürgerkriegs unter einer der schwersten humanitären Krisen. Besonders der regelmäßige Zugang zu ausreichend Nahrung für mehr als zwölf Millionen Menschen sei ein großes Problem, so Hbubati, Präsident des Syrisch-Arabischen Roten Halbmondes (SARC). (Anna Charlotte Groos mit dpa)

Baschar al-Assads Rückhalt in Syrien ist geschwunden – das Land kämpft zusätzlich zum Bürgerkrieg mit einer schweren Wirtschaftkrise.

Rubriklistenbild: © Sergei Grits/dpa

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