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Der italienische Ministerpräsident Mario Draghi.
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Der italienische Ministerpräsident Mario Draghi.

Impfpflicht

Corona-Pandemie in Italien: Mit Impfpass zur Arbeit

  • VonDominik Straub
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In Italien wird hart bestraft, wer sich der 3G-Regel entzieht. Von Mitte Oktober an müssen Beschäftigte wegen Corona am Arbeitsplatz die nationale „Green Card“ vorweisen – andernfalls drohen horrende Bußgelder.

Mario Draghi hatte schon zu Beginn der Woche Entschlossenheit signalisiert: „Bestimmte Dinge müssen getan werden, auch wenn sie unpopulär sind“, erklärte der italienische Ministerpräsident unmissverständlich. Bei der Regierungssitzung am Donnerstag folgte die unpopuläre Entscheidung: Vom 15. Oktober an müssen Beschäftigte beim Eintreffen am Arbeitsplatz die nationale „Green Card“ vorweisen. Können sie dies nicht, müssen sie umgehend wieder nach Hause gehen. Wer sich trotzdem in sein Büro oder an seine Werkbank begibt, riskiert eine Buße zwischen 400 und 1000 Euro. Spätestens ab dem fünften Tag ohne Impfpass wird die Lohnzahlung eingestellt.

Das Ziel Roms ist klar: Innerhalb von maximal vier Wochen soll in Italien eine Impfquote erreicht werden, die im Winter einen dramatischen Anstieg der Covid-Fälle verhindern soll. Laut dem nationalen Impfkommissar, General Francesco Paolo Figliuolo, ist diese „Sicherheitszone“ dann erreicht, wenn 44 Millionen der 54 impfbaren Menschen in Italien die zweite Dosis erhalten haben werden.

Impfpass-Pflicht in Italien während Corona-Pandemie: Vier Millionen Beschäftigte betroffen

Heute sind in Italien 39 Millionen Personen zweimal geimpft, was einer der höchsten Impfraten Europas entspricht. Die Pflicht, den „Green Pass“ vorzuweisen, gilt in Italien bereits für das medizinische Personal und seit dem Schulbeginn am vergangenen Montag auch für alle Lehrkräfte.

Die Ausdehnung der Impfpasspflicht auf den gesamten öffentlichen und privaten Sektor erfasst laut Angaben des Gesundheitsministeriums etwas mehr als vier Millionen Beschäftigte.

Sowohl Arbeitgeber als auch die Gewerkschaften hatten der Impfpassplicht in den Verhandlungen mit der Regierung grundsätzlich zugestimmt. Doch das Besondere in Italien ist: Ein „Green Pass“ gilt auch bei der 3G-Regelung (geimpft, genesen, getestet): Wer sich nicht impfen lassen will, der kann auch mit einem negativen Test zur Arbeit gehen. Intensiv diskutiert wurde vor allem über die Frage, wer die Tests bezahlen solle: Die Gewerkschaften forderten kostenlose Tests („man soll nicht bezahlen müssen, um zur Arbeit zu gehen“). Doch Draghi bezeichnete dies als „inopportun“: Gratistests seien ein Anreiz, sich nicht impfen zu lassen.

Corona-Pandemie in Italien: Impfpflicht kein Tabu mehr

Reichen die neuen Regeln nicht, ist auch eine allgemeine Impfpflicht kein Tabu mehr – obwohl in Italien die Fallzahlen im Moment zurückgehen und das Land mit 54 Neuinfektionen pro 100 000 Menschen in den vergangenen sieben Tagen eine vergleichsweise niedrige Inzidenz aufweist. „Wir haben uns nun zunächst für eine Ausdehnung des ,Green Pass‘ entschieden, weil es ein Instrument ist, das funktioniert und von den Menschen akzeptiert wird“, erklärte Draghi in den Verhandlungen mit den Gewerkschaften. Aber: „Wir müssen endlich zur Normalität zurückkehren“, betonte der Ministerpräsident. Für den ehemaligen EZB-Chef gilt bei der Bekämpfung der Pandemie dasselbe Motto wie bei der Eurorettung 2012: „Whatever it takes“ – koste es, was es wolle.

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