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Zu Ostern steigen die Corona-Infektionszahlen. Es ist besondere Achtung geboten.
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Zu Ostern steigen die Corona-Infektionszahlen. Es ist besondere Achtung geboten.

Coronavirus

Warnung vor Familientreffen an Ostern: Corona-Inzidenz wie nach Weihnachten wäre folgenschwer

  • Sophie Vorgrimler
    VonSophie Vorgrimler
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Mit Ostern stehen Familien-Feiertage an, doch die Corona-Zahlen steigen. Die Politik befürchtet eine Wiederholung der Lage wie nach Weihnachten - verschärft durch die britische Mutante.

Berlin – Wenige Tage vor den Osterfeiertagen gehen ein Großteil der nachgewiesenen Coronainfektionen auf die „britische Mutante“ zurück. Der Virustyp B.1.1.7 wurde das erste Mal in Großbritannien nachgewiesen und gilt als gefährlicher: Zum einen soll diese Mutante ansteckender sein als der Virustyp, der sich vor einem Jahr binnen Wochen um die Welt verbreitete. Außerdem sind die Krankheitsverläufe scheinbar heftiger – auch oder besonders bei jungen Menschen.

Auch vor Weihnachten und Silvester gab es die Sorge, dass die Infektionszahlen mit Corona in die Höhe steigen, wenn Familienmitglieder und Freunde über die Feiertage aufeinandertreffen – und im Januar in Krankenhäusern und auf Intensivstationen die Grenze der Belastbarkeit überschritten wird. Die Zahlen stiegen, die Kapazitäten der Krankenhäuser und ihres Personals waren am Anschlag - doch die befürchtete Triage blieb aus.

Für Ostern hat die Politik wieder abweichende Regeln aufgestellt. Experten mahnen jetzt eindringlich: Sollten die Fallzahlen ähnlich hoch werden wie damals, wären die Folgen schwerer. Damals erreichte Deutschland knapp 200 Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Ostern: Durch Mutante verbreiten sich Covid-Infektionen schneller innerhalb von Familien

Eva Grill, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie erwartet vor allem bei jungen Menschen schwerere Krankheitsverläufe. Man verzeichne einen „Rückgang der Todesfälle bei den Hochaltrigen“. Daraus schließt die Wissenschaftlerin, dass es „zunehmend gelingt, die besonders vulnerablen Gruppen durch Impfung zu schützen“. Dennoch läge das Risiko der Menschen zwischen 60 und 69 Jahren, an einer Covid-Erkrankung zu sterben, noch bei etwa vier Prozent.

Die „britische Mutante“ verbreitet sich besonders rasant. Oft ist dann die ganze Familie betroffen.

Dass die Virusvariante B.1.17 ansteckender ist, zeige sich laut Thorsten Lehr, Pharmazie-Professor aus Saarbrücken, auch daran, dass bei der Mutante häufiger gleich eine ganze Familie an Covid erkranke. Bei den anderen Varianten kam es häufiger vor, dass sogar enge Angehörige einer coronainfizierten Person innerhalb eines Haushalts sich nicht ansteckten.

Dritte Welle zu Ostern: Sind mehr junge Menschen mit Corona-Mutante infiziert, sind Ausfälle größer

Eine weitere Ebene, für die Infektionszahlen wie zu Weihnachten fatal wären, beschreibt Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen: Wenn mehr Junge infiziert sind und unter schwereren Verläufen leiden, bedeute das auch, dass es zu mehr Ausfällen kommt.

Voraussichtlich kommt es dann zu mehr Kontaktpersonen, die in Quarantäne müssen: Junge Menschen sind beruflich oder familiär in einen größeres soziales Umfeld eingebunden. „Und sicher ist es auch so, dass der Anstieg bei Kindern in Kitas und Schulen ebenfalls diese Konsequenzen hat“, sagt Zeeb.

Warnung vor Mutante: Abstands- und Hygieneregeln sind auch im Freien zu Ostern wichtig

Das Robert Koch Institut (RKI) mahnt deshalb weiterhin und insbesondere aktuell, am Arbeitsplatz sowie in Kitas und Schulen weiterhin Abstands- und Hygieneregeln zu beachten und zu lüften - ebenso im privaten Umfeld, auch im Freien. Auch die Wirkung der Impfungen dürfe nicht überschätzt werden, warnt Lehr. Bis die Wirkung einsetzte, könnten ein paar Wochen vergehen. „Wir haben also ein bisschen Entschärfung durch die Impfung, aber eine Verschärfung durch die Mutanten“.

Die Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln ist auch im Freien unter dem geschmückten Osterstrauch wichtig, mahnt das RKI.

Für die dritte Welle der Corona-Infektionen sei ein jüngerer Altersdurchschnitt zu erwarten, sagt der Präsident der Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx. Mehr als drei Viertel der Intensivpatienten seien derzeit unter 80 Jahre alt.

Steigende Zahlen durch Mutante zu Ostern: Corona-Impfschutz zeigt nur langsam Wirkung

Dass der Impfschutz zunimmt, sieht die Deutsche Krankenhausgesellschaft dennoch als positiv: Sollten wir vergleichbar hohe Inzidenzzahlen bekommen wie Weihnachten, werden die schweren Verläufe dennoch weniger häufig sein als in der zweiten Welle.

Neben der Überlastung des Gesundheitssystems sollte man auch andere Folgen einer Sars-CoV-2-Infektion berücksichtigen, sagt Zeeb. Noch Monate nach der Infektion leidet jeder Zehnte am sogenannten Post-Covid-Syndrom - die Menschen klagen über Symptome wie Atemnot, Müdigkeit und kognitive Einschränkungen. (Sophie Vorgrimler mit dpa)

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