Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Mai Thi Nguyen-Kim wurde mit ihrem Youtube-Kanal „maiLab“ bekannt.
+
Mai Thi Nguyen-Kim wurde mit ihrem Youtube-Kanal „maiLab“ bekannt.

„Akademische Blase“

Corona, Wissenschaft und Talkshows: Nguyen-Kim und Brinkmann sprechen Klartext

  • Jan-Frederik Wendt
    VonJan-Frederik Wendt
    schließen

Die Youtuberin Mai Thi Nguyen-Kim und die Virologin Brinkmann sprechen in einem Doppelinterview über Corona, Wissenschaft und die Chancen von Youtube.

Frankfurt – Youtuberin Mai Thi Nguyen-Kim und die Frankfurter Virologin Melanie Brinkmann haben in einem Doppelinterview in dem evangelischen Monatsmagazin Chrismon über Corona und Wissenschaft gesprochen – sowie über die Rolle von Youtube.

Nguyen-Kim, die kürzlich zur „Journalistin des Jahres“ geehrt wurde, sieht sich als Wissenschaftsjournalistin im Internet allein auf weiter Flur. „Das sollten sich noch viel mehr Journalistinnen und Journalisten zutrauen“, meint die Chemikerin. Sie habe zwar fantastische Kolleg:innen. Allerdings würden fast alle im Printbereich arbeiten. Doch auch im Netz könne man Themen tiefergehend behandeln. Nguyen-Kim wurde mit ihrem Youtube-Kanal „maiLab“ bekannt. „Ich kann das nicht allein machen, neben mir ist viel Platz.“

Corona-Krise: Nguyen und Brinkmann halten Youtube für geeigneten Kanal

Ähnlich sieht es auch Brinkmann. Die Wissenschaftlerin hält Youtube für einen geeigneten Kanal, um komplexe Sachverhalte anschaulich zu vermitteln und viele Menschen zu erreichen.

Brinkmann äußerte zudem Bedauern darüber, dass viele Medien am Wissenschaftsjournalismus sparen würden. Diesen müsse man sich leisten können und wollen, so die Professorin. Die Wissenschaft solle unbedingt über eigene Formate nachdenken. In der Corona-Pandemie wäre es „bestimmt gut gewesen, wenn wir am Institut einen Youtube-Kanal betrieben hätten“, sagt Brinkmann und fügt an: „In der Pandemie haben wir gemerkt, wie wichtig guter Journalismus ist.“

Nguyen-Kim pflichtet ihr bei. Sie sei froh, dass sie auf Youtube im Bewegtbild „noch mal ganz andere Menschen erreichen“ könne. „Es stimmt auch nicht, dass im Internet jeder Inhalt kurz und zugespitzt sein muss, damit er sich gegen Katzenvideos durchsetzt. Das Youtube der Katzenvideos ist lange vorbei“, meint die 34-Jährige. Print dagegen sei „etwas für eine akademische Blase geworden“.

Viele Änderungen in der Corona-Krise: Brinkmann sieht Herausforderung

Virologin Brinkmann forscht am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig und trat während der Corona-Pandemie immer wieder als Expertin in den Medien auf. Auch in Talkshows - wobei sie diese völlig ungeeignet zur Wissensvermittlung hält. Denn: Dort habe man nicht die nötige Zeit. „Da geht es oft auch um Konflikte, nicht ums Erklären“.

Zudem äußerte sich Brinkmann zu den Vorwürfen, dass sich in der Corona-Krise die Regelungen und Empfehlungen oft änderten. Das sei Wissenschaft im Zeitraffer. „Für uns ist es völlig normal, dass sich die Einschätzungen ändern, weil neue Daten da sind“. Allerdings gehe es um die Herausforderung, die Bevölkerung dabei mitzunehmen. (Jan Wendt)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare