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Corona in Deutschland

Intensivmediziner offen für Lockerung der Maskenpflicht im Freien

  • VonMirko Schmid
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Die Debatte um die Lockerung der Maseknpflicht geht weiter. Jetzt äußern sich Intensivmediziner.

Update vom Dienstag, 15.06.2021, 07.15 Uhr: Die Intensivmediziner stehen einer Lockerung der Maskenpflicht im Freien positiv gegenüber. Generell spreche nichts dagegen, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, den Zeitungen des Redaktions-Netzwerks Deutschland (RND, Dienstagsausgaben). Zur Begründung verwies er auf die sinkenden Infektionszahlen und den Fortschritt der Impfkampagne. In Innenräumen rät Marx aber weiter zum Tragen von Masken.

„Jetzt im Sommer halten wir uns viel im Freien auf, die Inzidenzen sinken weiter, und das Wichtigste: Es sind immer mehr Menschen bereits ein- oder zweimal geimpft“, sagte Marx. Das Pandemiemanagement funktioniere aktuelle also sehr gut. „Auch wir in der Intensivmedizin haben zwar immer noch viele Patienten, aber die Zahl der Covid-19-Patienten wird täglich kleiner. Das ist für uns eine große Erleichterung.“

Zugleich betonte Marx: „Es gilt wachsam zu bleiben und das Erreichte nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Deshalb sollten wir meiner Meinung nach in Innenräumen weiterhin Maske tragen, um kein Risiko einzugehen.“ Hier könne sich das Virus sehr schnell wieder verbreiten. „Draußen, wo auf großer Fläche viel Abstand zwischen viele Menschen kommen kann und die Aerosole sich nicht in einem Raum sammelt, kann man durchaus die Maske einmal ablegen und ein bisschen frühere Normalität zurückgewinnen“, sagte der Verbandspräsident.

„Wir leben im Rechtsstaat“: Kubicki kritisiert Maskenpflicht

+++ 13.45 Uhr: FDP-Vize Wolfgang Kubicki weist erneut darauf hin, dass es angesichts der deutlich gesunkenen Corona-Infektionswerte keine juristischen Voraussetzungen mehr für eine Maskenpflicht gebe. „Wer die längerfristige Aufrechterhaltung der allgemeinen Maskenpflicht möchte - egal, ob in Innenräumen oder im Freien - muss dafür die gesetzliche Grundlage schaffen. Die gibt es bei einer dauerhaften Sieben-Tage-Inzidenz von unter 35 nicht“, sagte der stellvertretende FDP-Vorsitzende.

Kritik des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach, der Hinweis auf die geltende Rechtslage sei Wahlkampf mit der Gesundheit der Bürger:innen, wies Kubicki als „wirklich sehr traurig“ zurück. Lauterbach habe das Infektionsschutzgesetz, das er selbst mit auf den Weg gebracht habe, nicht verstanden. „Wir leben in einem Rechtsstaat. Auch Karl Lauterbach muss das akzeptieren. Sein Wille ist nicht Gesetz.“

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD)* hält dies für verfrüht. Er betonte, dass man noch nicht auf das Tragen der Maske verzichten könne. Als Gründe dafür führte er einerseits an, dass das Coronavirus höchstwahrscheinlich zu einem dauerhaften Phänomen werde. Andererseits erklärte Weil, dass die Maskenpflicht mit Blick auf Mutationen von Sars-CoV-2 weiterhin ein wichtiges Instrument seien. 

Wolfgang Kubicki, FDP-Vize, will die Maskenpflicht abschaffen.

„Kann grundsätzlich entfallen“: Spahn für schrittweise Aufhebung der Maskenpflicht

Update vom Montag, 14.06.2021, 6.50 Uhr: In ganz Deutschland ist die 7-Tage-Inzidenz weiter im Abwärtstrend. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält ein schrittweises Ende der Maskenpflicht für möglich. Im Zweifel soll der Mund-Nasen-Schutz jedoch weiter getragen werden.

„Bei den fallenden Inzidenzen sollten wir gestuft vorgehen: In einem ersten Schritt kann die Maskenpflicht draußen grundsätzlich entfallen“, erklärte Spahn den Zeitungen der Funke Mediengruppe am Montag (14.06.2021). Regionen mit sehr niedriger Inzidenz und hoher Impfquote können die Pflicht zum Maskentragen schrittweise von Draußen nach Innen aussetzen, so Spahn. „Als Empfehlung bleibt in jedem Fall eine einfache Regel: im Zweifel mit Maske - besonders beim Reisen und bei Treffen in Innenräumen. Mehr Sicherheit gibt es nur, wenn alle Anwesenden entweder geimpft oder regelmäßig getestet sind.“

Mit der weitgehenden Aufhebung der Maskenpflicht in Dänemark von diesem Montag erfährt auch die Debatte in Deutschland Aufmerksamkeit. FDP und AfD forderten eine komplette Aufhebung. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt halten dies nur für draußen möglich, nicht aber in Innenräumen.

Corona in Deutschland: Lauterbach und Dobrindt wollen Maskenpflicht lockern

Erstmeldung vom Sonntag, 13.06.2021: Berlin - Seit Monaten gilt in der Corona-Pandemie in Deutschland eine Maskenpflicht – sowohl in Innenräumen als auch in belebten Außenbereichen. Zumindest im letzten Fall könnte es schon bald zu Lockerungen kommen. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und Alexander Dobrindt, Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, feuern diese Überlegungen, die zuerst Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) laut geäußert hatte, an.

Zwar mahnen beide Politiker an, die Maskenpflicht in Innenräumen vorerst aufrechtzuerhalten. Lauterbach wird nicht müde zu betonen, dass sich gezeigt habe, dass die Übertragung des Coronavirus vor allem in Innenräumen stattfinde. Auch Dobrindt schlägt in diese Kerbe und warnt vor gefährlichen Mutanten des Virus, welchen vor allem im Inneren die Chance zur Verbreitung gegeben werde.

Corona: Lauterbach und Dobrindt stellen baldige Lockerung der Maskenpflicht in Aussicht

NameKarl Wilhelm LauterbachAlexander Dobrindt
ParteiSPDCSU
PositionBundestagsabgeordneterLandesgruppenchef Bundestag
Alter58 Jahre (21. Februar 1963)51 Jahre (7. Juni 1970)
GeburtsortDüren, NRWPeißenberg, Bayern

Und doch stellen beide Politiker eine baldige Lockerung der Maskenpflicht zumindest im Freien in Aussicht. Dobrindt könne sich „gut vorstellen“, die Maskenpflicht im Außenbereich „wo sie überhaupt noch besteht“ entfallen zu lassen. Auch Lauterbach sieht die Möglichkeit, „vor den Restaurants und Kneipen“ gemeinsam und ohne Maske die Spiele der EM 2021 zu verfolgen. Was allerdings nicht ginge, warnt Lauterbach, das sei ein maskenfreies Public Viewing, „wo die Leute auf engem Raum zusammenstehen“.

Andere Stimmen fordern angesichts des Impffortschritts einen kompletten Wegfall der Maskenpflicht. Unter ihnen befindet sich der stellvertretende Bundestagspräsident Wolfgang Kubicki. Der FDP-Politiker mahnt an, dass der Statat „bei einer klaren Inzidenz unter 35 gar keine Grundrechte pauschal für alle Bürger“ einschränken dürfe. Eine strenge Auslegung des Infektionsschutzgesetzes vorausgesetzt müsse die Maskenpflicht „daher aufgehoben werden, erst recht draußen“.

Lauterbach widerspricht Kubicki und AfD: Forderung nach Ende der Maskenpflicht „Wahlkampf“

Karl Lauterbach widerspricht Kubickis Ansinnen, das auch von der AfD geteilt wird, energisch. Die Forderung nach einer Aufhebung der allgemeinen Maskenpflicht sei „Wahlkampf mit der Gesundheit der Bürger“. Zwar könne die Maskenpflicht im Freien „natürlich fast überall“ aufgehoben werden. Allerdings läge das daran, dass es dort „kein Superspreading“ gebe: „Aber drinnen leider doch.“

Lobende Worte findet Lauterbach für den Vorstoß von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht. Die Forderung der SPD-Politikerin: Die Bundesländer sollen klären, „ob und wo eine Maskenpflicht noch verhältnismäßig ist, wenn die Inzidenzzahlen niedrig sind und weiter sinken“. Dies gelte insbesondere für Schüler:innen. Für jene sei es eine „Belastung“, die Masken „stundenlang im Unterricht tragen“ zu müssen. (Mirko Schmid mit dpa)

*hna ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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