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Utensilien für den Schnelltest.
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Utensilien für den Schnelltest.

„Es fehlt an allem“

Labore mit Corona-Tests überlastet: Zahl der Neuinfektionen könnte deutlich höher sein

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
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Das Robert-Koch-Institut meldet niedrigere Neuinfektionszahlen bezüglich Corona. Einige Labore zweifeln aber an dessen Aussagekraft.

  • Das Robert-Koch-Institut meldet niedrigere Corona-Neuinfektionen in Deutschland.
  • Einige Labore zweifeln jedoch daran, ob die neuen Corona-Zahlen aussagekräftig sind.
  • Auf Nachfrage widerspricht das Robert-Koch-Institut den Zweifeln der Labore nicht.

Deutschland – Die Nachricht ist zwar nicht wirklich gut, aber immerhin: Auch heute gab es wieder etwas weniger Neuinfektionen als in der Vorwoche: 17 561 meldete das Robert Koch-Institut (RKI) gestern für Dienstag, knapp tausend Fälle weniger als eine Woche zuvor (10. November). Auch wenn diese Zahlen immer noch hoch sind, so scheint sich doch seit einigen Tagen eine leicht positive Tendenz abzuzeichnen. Es liegt nahe, das als Hinweis zu deuten, dass die Vorgaben der Politik wirken und die meisten Menschen sich vorsichtiger verhalten.

Einige Mediziner:innen indes äußern Zweifel, ob dieser Trend tatsächlich mit sinkenden oder zumindest stagnierenden Neuinfektionen zu tun hat. So zitiert das Informationsportal für Gesundheitsberufe „DocCheck“ einen Narkosearzt, der auf Twitter die Zahlen als „irreführend“ bezeichnet, da die Testkriterien am 11. November „sehr verschärft“ worden seien. Die Klinik, in der er arbeite – ein Krankenhaus der Maximalversorgung – könne nur noch 40 Tests am Tag bewältigen, „da das Testmaterial fehlt“.

Robert-Koch-Institut (RKI) hat Testkriterien in Deutschland bezüglich Corona für Labore geändert

Der Artikel zitiert noch einen weiteren Arzt, der das bestätigt: „Es fehlt so ziemlich an allem. Die Labore kommen nicht mehr nach, weil sie auf Material warten.“ Eine Gesundheits- und Krankenpflegerin schreibt, sie wundere sich nicht über die Zahlen, „wobei doch, ich finde sie recht hoch angesichts der neu angewandten Teststrategie“. Laut dem Bericht in „DocCheck“ bestätigen aktuelle Datenerhebungen der akkreditierten Labore der Medizin in Deutschland eine mit dem 9. November einsetzende leicht rückläufige Tendenz von zwölf Prozent bei den Testungen.

Könnte also etwas dran sein an der Vermutung, dass der Abwärtstrend mit einer eingeschränkten Zahl an Tests zu tun hat? Auf Nachfrage dementiert das Robert Koch-Institut das nicht. „In der Tat wissen wir derzeit nicht, ob und in welchem Ausmaß die leicht gesunkenen Testzahlen einen Effekt haben“, schreibt RKI-Pressesprecherin Sabine Glasmacher in ihrer Antwort an die Frankfurter Rundschau. Man habe die Strategie ändern müssen, „weil im Herbst/Winter die Zahl der Atemwegsinfektionen die Testkapazität weit übersteigen würde“.

Robert-Koch-Institut (RKI) widerspricht nicht, dass niedrigere Corona-Zahlen aus neuen Testkriterien resultieren könnten.

Tatsächlich hat das RKI seine Empfehlungen für die Kriterien, nach denen getestet werden soll, zum 11. November deutlich geändert. So wolle man eine Überlastung unter anderem von Arztpraxen und Testzentren verhindern, heißt es auf der Internetseite des RKI. Es sei nicht möglich, im Herbst und Winter alle Menschen mit Symptomen wie Schnupfen oder Halsschmerzen auf eine Sars-CoV-2-Infektion zu testen und auch „nicht realistisch, alle Covid-19-Erkrankungen in Deutschland durch Testung zu bestätigen“.

Getestet werden soll nur noch, wer mindestens ein Kriterium aus einer festgelegten Liste erfüllt. Dazu gehören etwa schwere Atemwegssymptome wie akute Bronchitis oder Atemnot, ein gestörter Geruchs- und Geschmackssinn oder Krankheitssymptome in Kombination mit einem bestätigten Kontakt zu einem Covid-19-Fall, der Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe oder die Tätigkeit in der Pflege, einer Arztpraxis oder einer Klinik.

(Pamela Dörhöfer)

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