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Propaganda

Corona-Narrativ: Wie China Medien nutzt, um das eigene Image aufzupolieren

  • vonDavid Suárez Caspar
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Während in Europa über die Freigabe von Impfstoff-Patentrechten diskutiert wird, schließt China im Rest der Welt Freundschaften.

Chinas globales Image hat sich seit Beginn der Corona-Pandemie verbessert. Und das, obwohl das Coronavirus zum ersten Mal in der chinesischen Stadt Wuhan auftauchte. Zu diesem Ergebnis kommt ein am Mittwoch (12.05.21) erschienener Bericht der International Federation of Journalists (IFJ).

Mehr als die Hälfte der 50 befragten Nationen meldete, dass die Berichterstattung über China in ihren nationalen Medien seit Beginn der Pandemie positiver geworden sei. Weniger als ein Viertel berichtete, dass sie zunehmend negativ geworden sei. In einer Skala von eins (sehr negativ) bis zehn (sehr positiv) wurde Chinas Image bewertet. Am positivsten war die Veränderung in Europa, das China mit 6,3 bewertet hat. In Nordamerika sank das Image Chinas auf einen Wert von 3,5.

Ein Team chinesischer Medizinexperten trifft zusammen mit medizinischem Material in Laos ein, um das Land während der Corona-Pandemie zu unterstützen.

China: Propaganda der chinesischen Regierung wird von Medienschaffenden unterschätzt

„Chinas Ansatz in der Medienarbeit ist ausgeklügelt, nuanciert und reagiert auf die Bedürfnisse der einzelnen Länder auf nationaler Ebene. Sei es durch die Bereitstellung von medizinischen Covid-19 medizinische Versorgung, politische Unterstützung oder wirtschaftliche Investitionen. [China] hat seinen Wert als Verbündeter für Länder auf der ganzen Welt bewiesen, vor allem Entwicklungsländer, die Schwierigkeiten haben, medizinische Hilfe von der entwickelten Welt zu erhalten“, heißt es im Bericht des IFJs.

Die Propaganda der chinesischen Regierung wird von den beteiligten Medienschaffenden unterschätzt und für ineffektiv gehalten. Doch gleichzeitig geben sie zu, dass mehr chinesische Inhalte ihren Weg in das Nachrichten-Ökosystem gefunden haben. Nämlich ein Artikel pro Tag in der serbischen Presse und fünfzig Artikel pro Tag in Italien. Dort versendet die italienische Nachrichten-Agentur ANSA fünfzigmal pro Tag Artikel der chinesischen Nachrichten-Agentur Xinhua.

Eine Plakatwand mit der Aufschrift „Danke Dir, Bruder Xi“ zeigt den chinesischen Präsidenten Xi Jinping neben dem Gebäude der Nationalversammlung in Belgrad, Serbien, am 30. März 2020.

Desinformation: „Diese Fake News kommen noch schneller an als das Virus.“

Als eines der ersten Länder, das von der Corona-Pandemie getroffen wurde, war Italien das Ziel einer aggressiven chinesischen Desinformationskampagne. Die staatlich geförderte Desinformation machte Italien und nicht China für den Ausbruch des neuen Coronavirus verantwortlich. Ein italienischer Journalist der IFJ kommentierte: „Diese Fake News kommen noch schneller an als das Virus.“

Seit Beginn der Pandemie sind staatliche Akteure mit dem Spitznamen „Wolf Warrior Diplomaten“ auf Social-Media-Plattformen wie Twitter und verbreiten Verschwörungstheorien sowie Desinformation. Diese wurden daraufhin von Repräsentant:innen chinesischer Botschaften, des Außenministeriums und bezahlten Trollen weiterverbreitet.

Knapp 1 Milliarde Impfdosen: Betreibt China eine Impfstoff-Diplomatie?

Neben der Einschleusung chinesischer Inhalte und Desinformationskampagnen schließt China die Impfstoff-Lücken vieler Länder. Laut der staatstreuen Zeitung Global Times gibt es Bestellungen von über 500 Millionen Dosen für den Impfstoff Sinopharm. Sinovac erhält laut Reuters in der Zwischenzeit Anfragen zu über 450 Millionen Impfdosen. Die größten Abnehmer seien Brasilien, Indonesien, Türkei und Chile. Zukünftig soll der Impfstoff Sinovacs in zehn Standorten außerhalb Chinas produziert werden, berichtet Reuters.

Eine Gesundheitsmitarbeiterin impft eine Frau mit einer Dosis des in China hergestellten Sinopharm Covid-19 Coronavirus-Impfstoffs in Piliyandala am Stadtrand von Colombo am 12. Mai 2021.

„Im Gegensatz zu einigen großen Ländern, die die Impfstoffe für ihre eigenen Interessen horten, wollen wir, dass mehr Menschen immunisiert werden. Unsere Hoffnung ist, dass die Welt die Pandemie so schnell wie möglich besiegt“, sagte der chinesische Außenminister Wang Yi bei einem Gespräch mit dem russischen Außenminister Sergey Lavrov am 23. März. „Für China und Russland geht es nicht darum, dass wir nur uns selbst nützen, sondern der ganzen Welt helfen“, sagte Außenminister Wang Yi.

Ob die Impfstoff-Strategie Chinas aufgeht lässt sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht erkennen. Laut Judyth Twigg, Professorin der Politikwissenschaften an der Virginia Commonwealth University, könnte sich die aktuelle Impfstofflandschaft durch die Freigabe der Patentrechte noch ändern. „In ein oder zwei oder drei Jahren wird sich wohl niemand mehr an die Orte erinnern, an denen Russland oder China zuerst da waren“, sagte sie dem US-amerikanischen CNN. (David Suárez Caspar)

Rubriklistenbild: © Zhang Jianhua

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