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Mediziner:innen und Fachleute warnen: „Das Gesundheitssystem läuft Gefahr, zusammenzubrechen.“
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Mediziner:innen und Fachleute warnen: „Das Gesundheitssystem läuft Gefahr, zusammenzubrechen.“

Aktuelle Corona-Situation

Mediziner fordern neue Corona-Strategie: „Jeder Tag des Abwartens kostet Menschenleben“

  • Sandra Kathe
    VonSandra Kathe
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In einem offenen Brief werfen Mediziner:innen und andere Fachleute der Politik „passives Abwarten“ vor und fordern sie auf, ihrer Verantwortung „gerecht zu werden“.

Köln - In einem Brandbrief an die Politik haben 35 Mediziner:innen und Fachleute die geschäftsführende Bundesregierung, die amtierenden Landesregierungen, sowie die Beratungen der Ampel-Parteien scharf kritisiert und die Politik angesichts der aktuellen Corona-Entwicklungen zum Handeln aufgefordert: „Wir empfinden eine tiefe Enttäuschung über die Gefährdung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und über den wiederholt nachlässigen Umgang mit dem Wohlergehen der Menschen, die auf den Schutz des Staates angewiesen sind“, heißt es in dem Brief.

Veröffentlicht haben den offenen Brief das Redaktionnetzwerk Deutschland (RND) sowie der Kölner Stadt-Anzeiger. Unter den Unterzeichnenden sind etwa die Virologin Prof. Dr. Melanie Brinkmann von der Universität Braunschweig, der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbands Dr. Markus Beier sowie dem Internisten Prof. Dr. Michael Hallek von der Universität Köln.

Kritik an Deutschlands Corona-Politik: Zeitpunkt für frühzeitiges Handeln verstrichen

„Jeder Tag des Abwartens kostet Menschenleben“, warnen die Mediziner:innen und Fachleute, die nochmals mit Nachdruck auf die derzeitige Entwicklung der Corona-Pandemie in Deutschland hinweisen und betonen: „Einmal mehr ist der Zeitpunkt für frühzeitiges Handeln allen Warnungen zum Trotz verstrichen. Das Infektionsgeschehen breitet sich unkontrolliert aus. Das Gesundheitssystem läuft Gefahr, zusammenzubrechen. Das Personal in den Krankenhäusern ist müde und quittiert den Dienst.“ Die Unterzeichnenden betonen, es sei ihnen unverständlich, dass die Verantwortungsträger:innen des Landes eine solche Situation zugelassen haben.

Zudem erinnern die Unterzeichner:innen die Regierenden an ihre vielseitigen Verantwortungen gegenüber der Bevölkerung, die schon damit beginne, dass die Politik offiziell die Realität anerkennt, dass das Coronavirus noch längst nicht besiegt sei, sowie die Pandemiebekämpfung dauerhaft und transparent auf die Erkenntnisse und Instrumente der Wissenschaft zu gründen. Dazu komme „eine aufrichtige, besonnene und vor allem kohärente Kommunikation, die den Bürgerinnen und Bürgern vertraut, ihnen aber auch unangenehme Wahrheiten zumutet sowie klare und konsistente Verhaltensrichtlinien vorgibt.“ 

Corona-Zahlen steigen: Fachleute fordern Einrichtung eines nationalen Krisenstabs

Die Forscher:innen fordern die Einrichtung eines nationalen Krisenstabs mit Fachleuten aus Virologie, Medizin und Öffentlicher Gesundheit, aber auch Praktikern mit Leitungserfahrung, etwa aus Kliniken oder Unternehmen. Diese sei zielführender als regelmäßig öffentliche Prognosen über ein mögliches Ende der Pandemie abzuliefern: „Das Ende der Pandemie ist eine faktische Feststellung, keine politische Festlegung. Niemand kann seriös voraussagen, wann die Pandemie enden wird. Wohl aber können Sie Einiges tun, um ihr Ende zu beschleunigen.“

Die potenziellen Regierungspartner SPD, Grüne und FDP wollen den Rechtsstatus der epidemischen Notlage am 25. November auslaufen lassen. Die bisherige Rechtsbasis für Corona-Beschränkungen soll durch ein geändertes Infektionsschutzgesetz ersetzt werden, das einen kleineren Katalog möglicher Corona-Maßnahmen rechtlich absichern soll. Einige Länderregierungen haben von den Ampel-Parteien jedoch bereits Nachbesserungen gefordert. (ska/dpa)

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