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Testphase

Medikamente gegen Corona: Antikörper-Therapie gegen Covid-19 - klinische Testphasen laufen

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
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Bei der Behandlung von Covid-19 ruht die Hoffnung auf Therapien mit Antikörpern. Verschiedene Medikamente werden derzeit im Kampf gegen Corona getestet.

  • Eine Therapie mit Antikörpern könnte gegen das Coronavirus helfen.
  • Derzeit befinden sich mehrere Medikamente in der Testphase.
  • US-Präsident Donald Trump ist bereits mit einem Antikörpercocktail behandelt worden.

Frankfurt - Über der aufgeregten Diskussion um Impfstoffe, Impfstrategien und vermeintliche Impfstoff-Fehlkäufe sind Fortschritte bei der Therapie von Covid-19 etwas aus dem Blickfeld geraten. Einen durchschlagenden Erfolg gab es bisher noch nicht – was auch damit zu tun haben könnte, dass in die Entwicklung der Impfstoffe wesentlich mehr Geld geflossen ist als in die von Medikamenten gegen das Coronavirus.

Corona-Pandemie: Therapie mit Antikörpern

Doch auch auf diesem Gebiet gibt es Hoffnung. Aktuell ruht sie vor allem auf einer Therapie mit Antikörpern. Hier gibt es mehrere Ansätze, die unterschiedlich weit fortgeschritten sind. Bei einer Infektion werden Antikörper als Teil der Immunantwort gebildet, mit der das Abwehrsystem auf die Konfrontation mit einem Krankheitserreger reagiert. So heften sich die Eiweißmoleküle „neutralisierender Antikörper“ an das Virus und verhindern, dass es in menschliche Zellen eindringen kann. „Sie können die Viren gezielt ausschalten und haben ein großes Potenzial, effektiv zum Schutz und zur Therapie der Erkrankung eingesetzt zu werden“, heißt es in einer Mitteilung des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF).

Ein Team der Universität Marburg, des Universitätsklinikums Köln, des DZIF und des Pharmaunternehmens Boehringer Ingelheim hat einen solchen Antikörper mit Namen „BI767551“ entwickelt. Das Präparat geht jetzt in die klinische Prüfung. Der Antikörper wurde aus Blutproben von genesenen Corona-Patient:innen isoliert, auf seine neutralisierende Aktivität in Bezug auf das Coronavirus hin untersucht und anschließend weiterentwickelt.

„Wir haben das Ziel, eine wirksame Option für die Prävention und Behandlung von Covid-19 bieten zu können“, sagt Studienleiter Florian Klein, Direktor des Instituts für Virologie am Kölner Uniklinikum. Im Mittelpunkt der Phase-I-Studie stehen die Sicherheit, Pharmakokinetik und antivirale Aktivität des Antikörpers. Die Pharmakokinetik beschreibt die Effekte, denen ein Medikament im Organismus unterliegt, also etwa die Aufnahme und Verteilung im Körper.

Medikament soll Corona-Erkrankung nach der Infektion verhindern

Bereits in einer klinischen Phase-III-Studie (der letzten vor einer möglichen Zulassung) getestet wird ein anderes Medikament auf Basis von Antikörpern. „AZD7442“ wurde von einem Team des University College London Hospitals Foundation Trust gemeinsam mit dem britisch-schwedischen Pharmakonzern AstraZeneca (der auch einen Covid-19-Impfstoff herstellt) entwickelt. „AZD7442“ soll den Ausbruch der Corona-Erkrankung nach einer Infektion verhindern – das heißt: Es muss relativ schnell nach einem Kontakt mit dem Virus gegeben werden. Für eine Impfung wäre es dann zu spät.

Forschende weltweit suchen nach Medikamenten gegen das Coronavirus. (Symbolbild)

Bei „AZD7442“ handelt es sich um eine Kombination von zwei lange wirksamen Antikörpern gegen das Coronavirus. Auch hier sind die Basis Antikörper von Patient:innen, die eine Infektion mit Sars-CoV-2 überstanden haben. Das Forschungsteam hofft, dass der Cocktail einen Schutz von sechs bis zwölf Monaten bietet. Laut einem Bericht in der britischen Zeitung „The Guardian“ könnte das Medikament in Großbritannien im März oder April zugelassen werden. In einer weiteren Studie soll außerdem untersucht werden, ob der Antikörpercocktail auch Menschen, deren Immunsystem nicht richtig arbeitet, vor Covid-19 schützen kann.

Donald Trump wurde mit Antikörpercocktail gegen das Coronavirus behandelt

Bereits einige Prominenz hat der Antikörpercocktail des US-Pharmakonzerns Regeneron erlangt, weil US-Präsident Donald Trump damit behandelt wurde und er anschließend für das Mittel warb. „Regn-CoV2“, eine Kombination der beiden Antikörper Casirivimab und Imdevimab, hat in den USA im November bereits eine Notzulassung erhalten. Jetzt gibt es neue Erkenntnisse. Demnach habe das Mittel bei allen Patient:innen zu einer deutlichen Senkung der Viruslast geführt. Am stärksten sei der Effekt jedoch bei jenen gewesen, die seronegativ waren, also deren Immunsystem noch keine eigenen Antikörper gegen das Coronavirus gebildet hatte.

Geeignet sein soll das Regeneron-Medikament für Patient:innen mit leichtem und mittlerem Verlauf, die ein Risiko haben, schwer zu erkranken. Menschen, die wegen Covid-19 bereits im Krankenhaus behandelt werden oder deswegen sogar schon Sauerstoff bekommen, dürften das Mittel nicht bekommen. (Pamela Dörhöfer)

Rubriklistenbild: © Francisco Seco/dpa

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