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Nach Maskenaffäre: Influencer Kliemann distanziert sich von Textilfirma

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Von: Karolin Schäfer

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Der Influencer Fynn Kliemann muss sich schweren Vorwürfen stellen. Er und eine beteiligte Firma sollen fehlerhafte Masken an Geflüchtete gespendet haben.

Frankfurt – Influencer Fynn Kliemann und die Textilfirma Global Tactics waren Anfang Mai durch einen TV-Beitrag von Jan Böhmermann stark in die Kritik geraten. Der Vorwurf: Kliemann und die Firma sollen etwa 100.000 fehlerhafte Masken in der Corona-Pandemie an Geflüchtete gespendet haben. Zudem sollen die angeblich fair produzierten Masken nicht aus Europa, sondern Asien stammen.

Nun hat sich Kliemann von der beteiligten Textilfirma aus Nordrhein-Westfalen distanziert. Der Influencer wolle die Verflechtungen zu Global Tactics auflösen, kündigte er in einem Instagram-Video an. Seine Anteile an zwei 2021 gegründeten Gesellschaften der Gruppe gebe er zurück.

Nach Corona-Maskendeal: Fynn Kliemann entschuldigt sich

Nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe im ZDF hatten sich der Händler, Kliemann und die Textilfirma unabhängig voneinander zu dem Vorfall gemeldet und angekündigt, weitere Nachforschungen zu betreiben. „Es tut mir leid. Ich geh jetzt aufräumen“, erklärte der 34-Jährige in einem Statement. Er habe sich nach eigenen Angaben in erster Linie mit seinem Namen unentgeltlich dafür einsetzen wollen, dass Masken in der Pandemie schnell nach Deutschland kommen. Unentgeltlich geklappt hat das offenbar nicht.

Nach der Ausstrahlung der Sendung habe Kliemann nach eigenen Angaben eine unabhängige Wirtschaftsprüferin beauftragt. Das Ergebnis: Er hat mit seinem eigenen Online-Shop „Oder so“ mit dem Maskenverkauf Geld verdient. Insgesamt 282.000 Euro habe er eingenommen. Das Geld will er nun spenden, kündigte er in seinem Instagram-Beitrag an. „Das war ein großer kommunikativer Fehler. Nie böswillig oder in einer betrügerischen Absicht, aber dennoch war es ein Fehler“, schrieb er auf seiner Webseite. Kliemann trage nun die „volle Verantwortung“ für seine Kommunikation.

Fans feiern Influencer Kliemann nach Statement zu Maskendeal

Kliemann hat eine große Fangemeinde, die nach der Veröffentlichung seines Statements zum Großteil hinter ihm steht. „Danke für das ehrliche und transparente Statement“, hieß es in den Kommentaren. „Kopf hoch! Jeder hat eine 2te Chance verdient“, schrieb ein weiterer Nutzer.

Fynn Kliemann (Archivbild)
Fynn Kliemann (Archivbild) © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Allerdings kaufen ihm nicht alle die Entschuldigung ab. „Auf einmal tut es dir richtig leid! Du hättest genau so weiter gemacht wenn du nicht erwischt worden wärst! Du hast genauso gewusst was du du tust!“, betonte eine Instagram-Nutzerin. Kliemann kündigte zumindest an, in Zukunft mehr Kontrolle durch unabhängige Berater:innen für sein Unternehmen zu schaffen.

Vor etwa einer Woche hatte sich bereits Global-Tactics-Gründer Tom Illbruck zu dem Maskendeal geäußert. Auch er schrieb von Fehlern und Missverständnissen, für die er jetzt Verantwortung übernehmen wolle. „Während dieser, zweifelsohne hektischen, Zeit zum Beginn der Pandemie, war ich mir nicht, darüber im Klaren, welche schwerwiegenden Folgen mein Fehlverhalten in der Kommunikation verursachen kann.“ Illbruck kündigte an, sich aus dem Unternehmen zurückzuziehen. (kas/dpa)

Eine Maskenaffäre gab es in der Corona-Pandemie auch in der CDU. Der damalige Gesundheitsminister Jens Spahn kaufte bei einer Schweizer Firma Masken zu völlig überzogenen Preisen ein.

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