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Pandemie

Corona-Urlaub über Ostern? – Bundesländer werben für Ferien an der Küste

  • Sonja Thomaser
    vonSonja Thomaser
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Während über eine erneute Verschärfung des Lockdowns spekuliert wird, wollen einige Bundesländer Urlaub innerhalb des eigenen Landes ermöglichen.

  • Kurz vor Ostern steht Deutschland in der Corona*-Krise vor der dritten Welle.
  • Einige Länder wollen zu Ostern Urlaub im eigenen Bundesland ermöglichen.
  • Beim Corona-Gipfel am Montag (22.03.2021) mit Angela Merkel könnte ein dritter strikter Lockdown beschlossen werden.

Update vom Montag, 22.03.2021, 09.30 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat sich angesichts der Osterferien für eine Lockerung für Urlaubsreisen innerhalb des eigenen Bundeslands ausgesprochen. „Wenn wir uns auf Urlaubsformen beschränken, die rein auf Selbstversorgung beruhen und nur in der Nähe stattfinden, dann haben wir das Risiko entscheidend reduziert“, sagte Weil am Montag im „ZDF-Morgenmagazin“. Damit gemeint sind etwa Ferienwohnungen, Ferienhäuser und Wohnmobile. Gastronomie und Gemeinschaftsunterkünfte müssten jedoch geschlossen bleiben.

Auf dem Corona-Gipfel wird unter anderem darüber gesprochen, ob Urlaub an Ostern innerhalb Deutschlands möglich ist – So wie hier, an der Ostsee. (Archivfoto)

„Die Frage der Menschen, ‚Warum darf ich nicht in die Lüneburger Heide in ein Ferienhaus fahren, aber darf einen Flieger buchen nach Mallorca?‘, lässt sich nicht überzeugend beantworten“, sagte der Ministerpräsident weiter. Es müsse darüber geredet werden, ob diese Entscheidung „so in Stein gehauen ist“. Die Menschen seien auch „bei gutem Willen Corona-müde – das müssen wir bei unseren Beschlüssen im Hinterkopf haben“.

Mit Blick auf die Osterferien wollen es mehrere Bundesländer den Bürgern trotz der wahrscheinlichen Zurücknahme von Lockerungen allerdings ermöglichen, unter strengen Schutzvorkehrungen zumindest im eigenen Land Urlaub zu machen. Die drei Küstenländer Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen wollen für den Vorschlag bei der Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel werben.

Urlaub über Ostern: Negativer Corona-Test als Voraussetzung

Voraussetzung für einen solchen Urlaub im eigenen Land wäre dem Vorschlag zufolge ein negativer Antigen-Test kurz vor der Anreise. „Weitere Bedingungen wie Hygienekonzepte und Kapazitätsbeschränkungen wären auf Landesebene zu treffen“, hieß es von der niedersächsischen Landesregierung. Und für die angrenzenden Stadtstaaten Hamburg und Bremen wären „gesonderte Regelungen zu treffen“.

Bundesländer planen Lockerungen zu Ostern

Update vom Freitag, 19.03.2021, 13.20 Uhr: Trotz der deutlich ansteigenden bundesweiten 7-Tage-Inzidenz planen einige Bundesländer Lockerungen zu Ostern: So hat sich kurz vor dem Start der Osterferien Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) dafür ausgesprochen, Urlaub im eigenen Land unter strengen Bedingungen zu ermöglichen. „Dass jetzt wieder der Mallorca-Urlaub dem Urlaub im eigenen Land aus epidemiologischen Gründen vorgezogen wird, das versteht niemand“, sagte Schwesig im Deutschlandfunk. Sie habe schon bei der vorherigen Ministerpräsidentenkonferenz vorgeschlagen, „dass wir wenigstens so genannten kontaktlosen Urlaub ermöglichen“.

„Das wäre ja für die Menschen im eigenen Land der Urlaub in der Ferienwohnung oder im Ferienhaus“, sagte Schwesig. Mit Blick auf die Möglichkeiten eines Urlaubs auf der spanischen Ferieninsel Mallorca sagte sie, „warum das weniger gefährlich sein soll, als wenn sich eine Familie in Rostock eine Stunde lang ins Auto setzt und zum Beispiel auf den Darß fährt, das kann mir keiner erklären“. Auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hatte zuvor dafür plädiert, Bürgern Urlaub im eigenen Bundesland zu ermöglichen. 

Mit dem Wohnwagen Urlaub im eigenen Bundesland machen: Das soll zu Ostern in Sachsen-Anhalt wieder erlaubt sein. Auch Ferienwohnungen sollen gebucht werden dürfen. (Symbolbild)

Corona: Welche Szenarien es für die Osterfeiertage gibt

Erstmeldung vom Donnerstag, 18.03.2021: Frankfurt/Berlin – Die Inzidenz in Deutschland steigt und die Rufe nach einem dritten Lockdown werden lauter. Ob die Lockerungen zurückgenommen werden, entscheidet sich beim nächsten Corona-Gipfel von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Bundesländer, der am Montag (22.03.2021) stattfinden wird.* Dass dort ein dritter strikter Lockdown beschlossen wird, ist möglich.

Der Anstieg der Corona-Fallzahlen hat sich beschleunigt, die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist deutlich gestiegen.* Am Donnerstag (18.03.2021) lag sie laut Angaben des Robert Koch-Instituts bei einem Wert von 90 – und damit erneut deutlich höher als am Vortag (86,2). Vor einer Woche (11.03.2021) hatte sie noch bei 69,1 gelegen.

Trotz Corona-Lockdown könnten Ausnahmen an Ostern 2021 möglich sein

Die dritte Welle könnte nach Prognosen des Robert Koch-Instituts schlimmer werden als die erste und zweite Welle. Das Institut kalkulierte für die Woche nach Ostern höhere Corona-Zahlen als um Weihnachten.* Ein Inzidenzwert von bis zu 350 sei möglich, so der Lagebericht des RKI. Zum Vergleich: Höchststand war bislang 197,6, das war kurz vor Weihnachten, am 22. Dezember 2020.

Dennoch ist es möglich, dass die Regierung Ausnahmen für den Familienbesuch an Ostern beschließt. Bereits an Weihnachten waren für die Feiertage die Kontaktbeschränkungen gelockert. Erlaubt waren Treffen mit dem eigenen Haushalt und vier anderen Personen aus dem engsten Familienkreis. Eine Regelung, die auch für Ostern denkbar ist.

Corona: Karl Lauterbach spricht sich für Lockdown wegen steigender Zahlen aus

Für einen erneuten Lockdown hat sich auch der Epidemiologe Karl Lauterbach ausgesprochen. Im ARD-Talk „Maischberger. Die Woche“ sagte der SPD-Gesundheitsexperte:* „Entweder wir gehen zurück in den Lockdown wie vor dem 7. März und machen die Schulen erst auf, wenn die Tests funktionieren – oder wir machen es nicht und machen das gleiche eben später, aber länger.“

Eine dritte Option hält Lauterbach für undenkbar, zu schnell verbreite sich die britische Variante, es laufe auf eine Verdopplung der Zahlen alle zehn Tage hinaus. Dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ hatte Lauterbach gesagt, dass laut seinen Berechnungen etwa zwei Drittel der Erhöhung der Fallzahlen auf die neue Mutation B.1.1.7 zurückgehen. Er appelliert: „Wir müssen die Notbremse ziehen, sonst haben wir ein Riesenproblem.“ Er forderte außerdem, die Notbremse bei einer Inzidenz von 100 zu ziehen und Lockerungen in einzelnen Regionen zurückzunehmen.

Präsident der Bundesärztekammer hält härteren Lockdown nicht für vermittelbar

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, sieht weitere Lockerungen der Corona-Eindämmungsmaßnahmen in der aktuellen Lage auch eher skeptisch. „Angesichts unserer Situation und auch mit Blick auf die Impfstoff-Lieferungen und der Langsamkeit, mit der wir derzeit impfen müssen, muss man weiter vorsichtig sein“, sagte er am Donnerstag im „SWR“. Im Pandemie-Geschehen sei ein „Kreuzungspunkt“ erreicht worden, „der schwierig zu beurteilen ist“.

Einen härteren Lockdown hält Reinhardt allerdings auch nicht für vermittelbar. Es müsse eine „Balance“ gefunden werden. Soziales Leben müsse möglich sein. Zugleich dürfe das Land nicht in eine dritte Welle laufen, „die zu massiv ist und die zur Überlastung in der Versorgung der stationär zu versorgenden Patienten führt“.

3000 Corona-Intensivpatienten: Leiter des Intensivbettregisters fordert Rücknahme der Lockerungen

Der wissenschaftliche Leiter des Intensivbettregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Christian Karagiannidis, forderte eine konsequente Einhaltung der Notbremse zur Rücknahme bereits erfolgter Lockerungen.* Derzeit gebe es 3000 Corona-Intensivpatienten, ähnlich wie im Oktober, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ vom Donnerstag. „Wenn wir jetzt beim Impfen nachlassen, bei den Lockerungen bleiben und die Inzidenz bis 200 laufen lassen, dann können es 5000 bis 6000 Patienten werden.“

Damit würden die Kliniken an die absoluten Kapazitätsgrenzen geraten, warnte Karagiannidis. „Das heißt, dass im Extremfall andere Patienten nicht aufgenommen werden können.“ Die Lage in einigen Intensivstationen sei bereits jetzt „sehr angespannt“.

Corona: Medizinethikerin warnt – Strategie kann dritte Corona-Welle nicht verhindern

Die Vorsitzende des europäischen Ethikrats Christiane Woopen forderte gegenüber dem „RND“ eine systematische, sich wiederholende Testung: „Je mehr mitmachen und je häufiger getestet wird, umso schneller ist die Kurve unten – so die Faustregel.“

Woopen kritisierte die derzeitige Strategieausrichtung in Deutschland. Eine dritte Welle könne dadurch nicht verhindert werden: „Es wird jetzt alles weitgehend genauso wie vorher gemacht, es wird aber ein völlig anderes Ergebnis erhofft. Das ist völlig irrational und führt wahrscheinlich auch nicht zu der gewünschten Orientierung und Motivation für die Bevölkerung.“ Sie schlägt vor, Öffnungsschritte nicht nach Branchen und Inzidenzen zu definieren. „Erst dort, wo es die Schnelltests und die Infektionsketten-Nachverfolgung wirklich gibt, kann man aufmachen.“ (Sonja Thomaser mit AFP/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa

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