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Corona in Deutschland

Keine Lockerungen in Sicht? Corona-Lockdown geht vermutlich in die Verlängerung

  • vonMirko Schmid
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Angela Merkel befürchtet eine dritte Welle der Corona-Pandemie und will den Lockdown verlängern. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow will den Lockdown stufenweise lockern.

  • Die Anzahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus sinkt und liegt derzeit bundesweit bei 72,8 je 100.000 Einwohner:innen binnen sieben Tagen.
  • Kanzlerin Angela Merkel lobt die Disziplin der Bevölkerung, warnt aber vor verfrühter Euphorie.
  • Christof Sommer (CDU) übt Kritik an Abhängigkeit von Inzidenzwerten im Umgang mit Corona.

Update vom Dienstag, 09.02.2021, 13.35 Uhr: Ein verlängerter Lockdown wird immer wahrscheinlicher. Laut verschiedenen Medienberichten hat sich Angela Merkel damit durchgesetzt, Schulen, Friseursalons und Co. bis mindestens Ende Februar geschlossen zu lassen. Die Mehrheit der CDU-geführten Länder soll der Kanzlerin folgen, auch wenn Hessen, Baden-Württemberg und Sachsen die Schulen bereits am 15. Februar wieder öffnen wollten. Auch die SPD-geführten Länder sollen sich uneins sein, während einige für die Öffnung der Schulen und Kindertagesstätten votiert hätten, sollen andere diese vehement abgelehnt haben.

Thüringen prescht mit Stufenplan für Lockerungen des Lockdowns nach vorne

Grund für die wahrscheinliche Verlängerung des Lockdowns ist die Mutation B.1.1.7 des Coronavirus, welche deutlich aggressiver ist und Experten zufolge schon zeitnah dominant sein und eine dritte Welle auslösen könnte, wie sie beispielsweise in Großbritannien und Portugal bereits Realität ist. Virologe Christian Drosten hatte in seinem WDR-Podcast angedeutet, dass eine Ende des Lockdowns vor Ostern unwahrscheinlich sei, wenn der Bevölkerungsschutz gewährleistet werden solle.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow will den Lockdown stufenweise lockern, Angela Merkel will ihn bis Ende Februar ausweiten.

In einer Pressekonferenz verkündete Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow im Schulterschluss mit Schleswig-Holstein und Niedersachsen einen Stufenplan, demzufolge Lockerungen des durch Corona bedingten Lockdowns stufenweise erfolgen sollen. Der Politiker der Linkspartei plädiert für einen bundesweit einheitlichen Plan und möchte vor der Umsetzung des eigenen Plans die für Mittwoch ausstehenden Beratungen des Bund-Länder-Gipfels abwarten.

Corona-Lockdown: Keine vorgezogenen Impfungen für Lehrkräfte

+++ 11.46 Uhr: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sieht sein Bundesland trotz der sinkenden Zahl an Corona-Neuinfektionen nach wie vor „an einem kritischen Punkt der Pandemie“. Das sagte Laschet am Dienstag in einer Sondersitzung des Düsseldorfer Landtags. Die Anzahl an Neuinfektionen sei zwar deutlich zurückgegangen, die reinen Zahlen spiegelten die Realität aber nicht wider. Laschet sagte außerdem, viele Menschen seien in Existenznot geraten.

Laut dem Ministerpräsidenten müssen soziale, gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen der Corona-Pandemie in den Blick genommen werden. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Nordrhein-Westfalen liegt nach Angaben des dortigen Landeszentrums für Gesundheit derzeit bei 70,6.

Corona-Lockerungen in Sicht? Mutanten könnten eine entscheidende Rolle spielen

+++ 10.49 Uhr: Am Mittwoch, 10.02.2021, ist es wieder so weit. Dann setzen sich die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wieder an einen virtuellen Tisch und beratschlagen, ob Corona-Lockerungen vertretbar sind. Das Zünglein an der Waage könnte die britische Corona-Mutante sein, die sich sukzessive aktuell in ganz Deutschland ausbreitet.

CDU-Chef Armin Laschet betrachtet die Corona-Situation in NRW weiterhin als angespannt.

Corona in Deutschland: Warnung vor „exponentiellem Wachstum“ der Variante

Vor allem die Virologin Melanie Brinkmann von der TU-Braunschweig warnte jüngst im Nachrichtenmagazin „Spiegel“ vor einem „exponentiellen Wachstum“ der Variante. Der Epidemiologe Klaus Stöhr hingegen sieht in der Corona-Mutante keinen Grund, mit Lockerungen zu warten. „Die Eigenschaften des Virus haben sich nicht so signifikant verändert, dass die Bekämpfung nicht mehr gelingt“, verkündet er in den Medien. Stöhr führt als Argument an, dass sich die Corona-Lage in Großbritannien und Irland in den vergangenen Wochen entspannt habe.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hält laut Berichten mehrerer Medien daran fest, erstmal keine Lockerungen der Corona-Maßnahmen zu befürworten. Ginge es nach ihrem Willen, werden auch weiterhin Friseure und Schulen geschlossen bleiben.

Leere Tische und Stühle vor Restaurants: Wenn es nach Bundeskanzlerin Angela Merkel geht, soll es noch keine Lockerungen im Corona-Lockdown geben.

Corona-Lockerungen: Inzidenzwert sollte nicht der Maßstab sein

+++ 7.27 Uhr: Christof Sommer, CDU-Politiker und Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes NRW, hat sich vor dem Bund-Länder-Gipfel zum weiteren Umgang mit der Corona-Pandemie zu Wort gemeldet. Im Gespräch mit dem „Kölner-Stadt-Anzeiger“ warnte Sommer davor, Lockerungen vom Erreichen eines Inzidenzwertes von 50 abhängig zu machen.

„Wir müssen die Gesamtsituation im Blick haben. Klar ist: Die Zahlen müssen sinken. Der Inzidenzwert von 50 darf aber kein Fetisch sein“, so Sommer gegenüber der Presse. Entscheidend bei der Strategie im weiteren Umgang mit Corona seien für Sommer demnach die Kontrolle und die Auslastung des Gesundheitswesens. „Wenn das Infektionsgeschehen nicht diffus ist und man Ausbruchsherde identifizieren kann, sollten Lockerungen auch bei höheren Werten möglich sein“, so Christof Sommer.

Corona in Hamburg: Bürgermeister für Verlängerung des Lockdowns

Update vom Dienstag, 09.02.2021, 4.05 Uhr: Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher hat sich für eine Verlängerung des Lockdowns ausgesprochen und zu einem einheitlichen Vorgehen aufgerufen. „Öffnungsschritte darf es erst geben, wenn der Einfluss der Mutationen auf das Infektionsgeschehen beurteilt werden kann. Das ist derzeit noch nicht der Fall“, sagte der SPD-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstag) vor der nächsten Corona-Schalte von Bund und Ländern am Mittwoch.

Mit Maske und Regenschirm hastet ein Mann an der alten Oper in Frankfurt vorbei. Bund und Länder debattieren über die weitere Corona-Strategie. (Symbolbild)

Tschentscher appellierte an seine Amtskollegen, -kolleginnen und die Kanzlerin, bei der Schalte am Mittwoch an einem Strang zu ziehen. Der Rückhalt für die Corona-Einschränkungen sei weiterhin hoch. Aber viele Bürgerinnen und Bürger erwarteten ein zwischen Bund und Ländern abgestimmtes und konsequentes Vorgehen, „um nach dem aktuellen Rückgang der Infektionszahlen einen erneuten Rückfall im Sinne einer dritten Welle zu verhindern“, so Tschentscher.

Corona-Lockdown: Keine Lockerungen im Februar

+++ 20.43 Uhr: Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hält bei sinkender Corona-Gefahr eine Lockerung in Stufen für sinnvoll - allerdings nicht im Februar. „Was zuletzt eingeschränkt wurde, soll wieder zuerst aufmachen. Deshalb haben für mich die Grundschulen Vorrang“, sagte Woidke auf Anfrage der DPA. „Die nächsten Schritte könnten einzelne körpernahe Dienstleistungen wie das Friseurhandwerk sein.“

Zu alledem gehörten klare Hygienekonzepte, betonte der Regierungschef. Trotz sinkender Infektionszahlen sei Vorsicht geboten. „Aufgrund der aktuellen Zahlen halte ich es für erforderlich, dass die bestehenden Einschränkungen im Grundsatz über den 14. Februar bis Ende Februar verlängert werden.“

Die Regierungschefs von Bund und Ländern beraten am Mittwoch (10.02.2021) über den weiteren Umgang mit den Corona-Regeln. Mehrere Länder hatten einen Stufenplan für Lockerungen je nach Entwicklung der Ansteckungen mit dem Coronavirus vorgelegt. Die „Märkische Allgemeine“ berichtete ebenfalls über Woidkes Vorstellungen.

Corona-Lockdown: Bund und Länder peilen Verlängerung bis Ende Februar an

+++ 16.30 Uhr: Bund und Länder peilen eine Verlängerung des Corona-Lockdowns bis Ende Februar an. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet soll der momentan beschlossene Lockdown um zwei Wochen verlängert werden. Gleichzeitig soll demnach bei der Ministerpräsidenten-Konferenz an diesem Mittwoch eine „sichere und faire Öffnungsstrategie“ veröffentlicht werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat laut den Berichten in einer CDU-internen Beratung die Teilnehmenden zu Vorsicht bei Lockerungen gemahnt. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte: „Die zweite Welle ist gebrochen.“ Es bestehe aber eine reale Gefahr durch die Mutation des Virus.

Kanzlerin Angela Merkel leitet Deutschland durch die Corona-Pandemie. Von zu frühen Lockerungen hält sie nichts.

Drosten, Spahn und Wieler warnen vor Corona-Lockerungen in Deutschland

Erstmeldung vom Montag, 8.2.2021, 15:19 Uhr: Berlin – Obwohl die Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus zuletzt eine deutlich sinkende Tendenz aufgewiesen haben, steht die Bundesregierung in Absprache mit den Ministerpräsident:innen davor, den Lockdown bis Ende Februar zu verlängern.

Grund dafür ist die Mutation des Coronavirus, die gerade für jüngere Menschen gefährlicher ist als die bisherige Form des Erregers. Eine Ausnahme soll für Kindertagesstätten und Schulen gemacht werden, hier sucht die Runde um Angela Merkel laut übereinstimmenden Medienberichten nach einer „längerfristigen Öffnungsstrategie“. Dies soll die Kanzlerin im Online-Gespräch mit dem CDU-Parteipräsidium gesagt haben.

Corona-Lockdown wird wohl verlängert – Mutation sorgt für neue Fragezeichen

Im Programm der ARD zeigte sich Merkel zuletzt zufrieden mit der Disziplin ihrer Landsleute. Eine nun erreichte Inzidenz von unter 100 Neuinfektionen bundesweit je 100.000 Menschen sei „eine gute Leistung“, die lange nicht erreicht worden sei. Allerdings müsse diese Tendenz nun gehalten werden, weswegen die Bundeskanzlerin die Bevölkerung dazu aufrief, noch „eine Weile durchzuhalten“. Zunächst nämlich müssten die Gesundheitsämter die „Kontrolle über das Virus“ zurückerlangen, was derzeit noch nicht der Fall sei.

Dies bestätigt Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Institutes (RKI). Der Fachtierarzt für Mikrobiologie wollte im Rahmen seiner Pressekonferenz am Freitag (5.2.2021) nichts von „voreiligen Lockerungen“ wissen. Auch mahnte er an, nun nicht zu fahrlässig mit der Corona-Pandemie umzugehen, da sich die Fallzahlen senkten.

Corona in Deutschland: RKI-Präsident Wieler warnt vor „voreiligen Lockerungen“

Die Virusmutation B.1.1.7 sowie die brasilianische und die südafrikanische Mutante seien laut Wieler in Deutschland noch nicht so weit verbreitet wie beispielsweise in England, wo sie für einen sprunghaften Anstieg der Neuinfektionen verantwortlich gemacht wird. Auch Wieler fasste zusammen: „Die Situation ist noch lange nicht unter Kontrolle.“

Christian Drosten, Jens Spahn und Lothar Wieler warnen vor voreiligen Corona-Lockerungen in Deutschland. (Archivfoto)

Gesundheitsminister Jens Spahn warnte vor „portugiesischen Verhältnissen“, sollte zu früh gelockert werden. Das Land am westlichen Rand der iberischen Halbinsel hatte die zuvor scharfen Regelungen früh gelockert und muss seither mit einer dritten Corona-Welle kämpfen, weswegen es seine Staatsgrenze im Januar geschlossen hat.

Corona: Gesundheitsminister Jens Spahn warnt vor Verhältnissen wie in Portugal

Jetzt bereits auf die Auswirkungen des Impfstoffes gegen das Coronavirus zu vertrauen, hält der führende Virologe Christian Drosten für zu voreilig. Der Bevölkerungsschutz sei bis Ostern durch die Impfung noch nicht ausreichend gewährleistet. Der Berater der Bundesregierung hält es für angemessen, dass der Lockdown erst dann beendet werden sollte, wenn eben jener ausreichende Bevölkerungsschutz gewährleistet sei. (Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © KH via www.imago-images.de

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