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Corona-Beschlüsse

Gottesdienste im Lockdown: Horst Seehofer stellt sich auf Seite der Kirche - und gegen Angela Merkel

  • Anna Charlotte Groos
    VonAnna Charlotte Groos
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Bund und Länder bitten die Kirchen, Gottesdienste im Oster-Lockdown nicht in Präsenz stattfinden zu lassen. Innenminister Horst Seehofer sieht dafür keinen Grund.

  • Bund und Länder haben die Kirchen gebeten, Oster-Gottesdienste nur virtuell stattfinden zu lassen.
  • Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer fordert, die Politik soll sich bei der Entscheidung der Kirchen nicht einmischen.
  • Die Katholische Kirche will trotz der Bitte des Corona-Gipfels ihre Gottesdienste in Präsenz durchführen.

Berlin – Innenminister Horst Seehofer (CSU) übt Kritik an der Bitte von Bund und Ländern, dass die Kirchen ihre Gottesdienste über Ostern nicht in Präsenz stattfinden lassen sollten. Für ihn besteht kein Grund für diese Maßnahme. Die Hygiene-Konzepte funktionierten tadellos.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsident:innen der Länder hatten am Montag (22.03.2021) beim Corona-Gipfel bis früh in den nächsten Morgen über neue Corona-Regeln diskutiert und eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 18. April beschlossen. Dazu zählen auch weitere verschärfte Maßnahmen, wie die Bitte, Ostergottesdienste nur virtuell stattfinden zu lassen. Grund für die Maßnahmen sind die hohen Infektionszahlen, die Verhinderung einer Überlastung des Gesundheitssystems und die neuen Virus-Mutanten.

Horst Seehofer über Gottesdienste an Ostern: „Hygienekonzepte der Kirchen funktionieren tadellos“

Insgesamt soll das öffentliche Leben über Ostern komplett heruntergefahren werden, um die dritte Corona-Welle zu brechen. Zuvor hatte sich die Bundeskanzlerin sich schon gegen jegliche Lockerungen über Ostern gestellt. „Es hat mich schon erstaunt, dass ausgerechnet Parteien, die das C im Namen führen, den Kirchen den Verzicht auf Gottesdienste nahelegen, noch dazu an Ostern“, sagte Seehofer der „Bild“-Zeitung (Mittwochsausgabe, 24.03.2021).

Es handle sich jedoch nicht um ein Verbot oder eine Forderung, Gottesdienste zu Ostern ausfallen zu lassen, betonte Seehofer: „Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass es sich hier um eine Bitte handelt.“ Sein Ministerium habe diesen Vorschlag nicht angebracht, und das „obwohl wir für die Religionen zuständig sind“, sagte Seehofer. Seehofer wies dabei auf die Hygiene-Konzepte hin, die zu Beginn der Pandemie gemeinsam mit den Kirchen ausgearbeitet worden waren, „die bis heute tadellos funktionieren“, so Seehofer.

Für Bundesinnenminister Horst Seehofer funktionieren die Hygiene-Konzepte der Kirchen „tadellos“.

Corona-Gipfel-Beschlüsse: Sachsen will Gottesdienste an Ostern nicht verbieten

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will die Kirchen selbst entscheiden lassen, ob sie an Ostern Präsenzgottesdienste feiern oder nicht. In einem Interview mit den ARD-“Tagesthemen“ (Dienstagsausgabe) sagte Kretschmer: „Wir sollten das nicht vorgeben als Politik.“

Jeder werde nun darüber nachdenken und „ich habe keinen Zweifel daran, dass die Kirchen, die Religionsgemeinschaften einen klugen und verantwortungsvollen Weg finden werden“, sagte der CDU-Politiker.

Die Katholische Kirche will der Bitte auf Gottesdienst-Verzicht an Ostern nicht nachkommen

Die Katholische Kirche hat bereits am Dienstag angedeutet, der Bitte von Bund und Ländern nicht nachkommen zu wollen. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) gab noch kein klares Statement zu der Bitte von Bund und Ländern ab und kündigte eine Erklärung nach Beratungen mit der Politik an. Die Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) äußerte, für sie komme der Beschluss „überraschend“. Außerdem beklagten sie, dass es noch keine Erläuterungen der Politik gegeben habe, warum die bisherigen Hygiene-Konzepte nicht mehr ausreichten.

Schon 2020 befand sich Deutschland über Ostern im Lockdown. Hier hatten die Kirchen auf öffentliche Ostergottesdienste verzichtet. Zu Weihnachten gab es Gottesdienste mit besonders strengen Hygiene-Konzepten - viele Gemeinden verlagerten die Feiern nach draußen, auch wurden Voranmeldungen verlangt und blieben die Besucherzahlen stark begrenzt. (Anna Charlotte Groos mit AFP)

In einer Kirche in Nordrhein-Westfalen hielten sich die Gläubigen im Januar 2020 nicht an die Corona-Lockdown-Regeln. Die Polizei musste einschreiten.

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka

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