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Pandemie

Corona-Lockdown: Söder findet Schulöffnung „verantwortungslos“ - Bayern für Sonderweg

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  • Lukas Rogalla
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  • Delia Friess
    Delia Friess
  • Sophia Lother
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  • Stefan Krieger
    Stefan Krieger

Am Montag treffen sich die Bundesregierung und Länderchefs, um sich bezüglich des Corona-Lockdowns zu beraten. Bei den Schulen herrscht Konzeptlosigkeit.

  • Der verschärfte Corona-Lockdown in Deutschland ist bislang bis zum 10. Januar befristet.
  • Ärzt:innen fordern eine bundesweit einheitliche Verlängerung der Corona-Maßnahmen. Einige Politiker fordern die Öffnung von Schulen und Kitas – andere sind vorsichtiger.
  • Einige Ministerpräsidenten plädieren für eine Lockdown-Verlängerung.

Update vom Montag, 4.1.2021, 8.10 Uhr: In der Diskussion um die Öffnung der Schulen trotz Corona-Lockdown erwägt Bayern möglicherweise einen Sonderweg. Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) sagte gegenüber der „Augsburger Allgemeinen“, dass er einen allgemeinen Präsenzunterricht nach Ende der Weihnachtsferien am 11.01. mit Hinblick auf die Infektionszahlen ausschließe. Bayern könnte dennoch „eigene schulpolitische Vorstellungen“ umsetzen, sollten die Beratungen am heutigen Montag nicht den bayerischen Vorstellungen entsprechen. Bildung sei Ländersache, sagte Piazolo.

In den Grundschulen von Bayern möchte Piazolo den sogenannten Wechselunterricht fortsetzen, der „für die Jüngsten eine Möglichkeit“ sei. Bei älteren Jahrgängen müsse man jedoch differenziert vorgehen. Piazolo war vor den Weihnachtsferien wegen Problemen mit der Lernsoftware Mebis in die Kritik geraten. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte, dass die Öffnung der Schulen „verantwortungslos“ und „das falsche Signal“ sei. Schüler:innen und Lehrer:innen könne man dem Risiko einer Infektion nicht aussetzen. Stattdessen müsse es digitale Angebote geben, damit der Schulbetrieb auch ohne Präsenzunterricht reibungslos laufen könne.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hält die Öffnung von Schulen für das „falsche Signal“

Corona: Bayern erwägt Sonderweg bei Öffnung von Schulen – Kritik an Konzeptlosigkeit

Der Kinderschutzbund wirft der Politik Konzeptlosigkeit in Sachen Schulen und Kitas während der Corona-Pandemie vor. Präsident Heinz Hilgers sagte dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“, dass die Diskussion „seit dem Sommer kein Stück weitergekommen“ sei. „Besonders die Schulen brauchen aber ein Gesamtkonzept, das über das Hangeln von Feiertag zu Feiertag hinausgeht.“ Die Bundesregierung und Länderchefs hätten beim anstehenden Treffen am Montag die „letztmalige Chance, für mehr Klarheit zu sorgen“ und sich in der Corona-Krise Vertrauen zu schaffen. Wenn Eltern in der Pandemie zum Teil an einem Sonntagabend erfahren hätten, dass die Kinder am nächsten Tag zu Hause bleiben sollten, sei dies eine „Bankrotterklärung“.

Lockdown-Verlängerung? Länderchefs drängen auf neue Corona-Maßnahmen in Deutschland

+++ 19.05 Uhr: Nachdem sich bereits einige Länderchefs für eine Verlängerung der aktuellen Corona-Maßnahmen ausgesprochen haben, hat sich nun auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) geäußert. Er kündigte eine Verlängerung des Lockdowns in seinem Bundesland um mindestens drei Wochen an.

Corona-Krise in Deutschland: Verlängerung des Lockdowns in Sachsen unvermeidbar

„Wir befinden uns in der härtesten Phase dieser Pandemie“, sagte der CDU-Politiker dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Ich plädiere statt einem Hü und Hot zwischen Lockerungen und Beschränkungen dafür konsequent zu sein und Nervenstärke zu haben. Eine Verlängerung des Lockdowns in Sachsen bis mindestens Ende Januar ist daher unvermeidbar“, so Kretschmer weiter.

Es habe sich gezeigt, dass frühe Lockerungen „zu einem sprunghaften Anstieg der Infektionen“ führen, erklärte der Ministerpräsident von Sachsen. In Deutschland sei es gelungen, durch die Kontaktbeschränkungen im Dezember den rapiden Anstieg der Corona-Neuinfektionen abzubremsen. Kretschmer warnte aber davor, sich in einer falschen Sicherheit zu wiegen.

Corona-Pandemie: Bund und Länder beraten über das weitere Vorgehen

Bund und Länder beraten am Dienstag (05.01.2021) über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise. Am Wochenende zeichnete sich ein breiter Konsens für die Verlängerung des harten Lockdowns ab. Ministerpräsidenten verschiedener Parteien machten deutlich, dass sie keine Grundlage für größere Lockerungen sehen. Unklar sind aber noch die Dauer der Verlängerung und der Umgang mit Schulen sowie Kitas.

Corona in Deutschland: Ministerpräsidenten plädieren für Verlängerung des harten Lockdowns

Update vom Sonntag, 03.01.2021, 13.00 Uhr: Vor den Bund-Länder-Beratungen über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie am Dienstag (05.01.2021) zeichnet sich ein breiter Konsens für eine Verlängerung des harten Lockdowns ab.

Am Dienstag berät das Corona-Kabinett erneut über Maßnahmen in Deutschland. (Symbolfoto)

Die Infektionslage gebe „keinen Grund zur Entwarnung“, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) der „Welt am Sonntag“. Er geht zunächst „von einer Fortsetzung der bisherigen Einschränkungen aus, so belastend das in vielen Bereichen auch ist“. Das habe auch damit zu tun, dass es wegen der Feiertage derzeit „keine hinreichend zuverlässige Datenbasis“ gebe.

Corona in Deutschland: Debatte über Umgang mit den Schulen spaltet

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sieht ebenfalls noch keine Grundlage für „wesentliche Lockerungen“. Er wolle aber über den Umgang mit den Schulen in der Corona-Krise diskutieren. Laut Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) müsse in der nächsten Zeit das vorrangige Ziel sein, die Corona-Infektionszahlen zu senken und so das Gesundheitssystem zu entlasten.

Wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtet, herrscht unter den Bundesländern derzeit noch Uneinigkeit darüber, ob zunächst eine zwei- oder dreiwöchige Verlängerung des Corona-Lockdowns beschlossen werden soll. Die Zeitung berief sich auf eine Telefonschalte der Chefs der Staatskanzleien.

Corona-Lockdown: Spahn will Maßnahmen beibehalten

Update, 20.40 Uhr: In der Debatte über eine Verlängerung des bundesweiten Lockdowns wegen der hohen Corona-Infektionszahlen sprach sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für eine Beibehaltung der Corona-Maßnahmen über den 10. Januar hinaus aus. „Das ist besser, als zu früh zu lockern und dann möglicherweise in einigen Wochen schon wieder vor möglichen schwierigen Fragen zu stehen“, sagte Spahn am Samstag (02.01.2021) in der Nachrichtensendung „RTL Aktuell“. Ziel müsse es sein, die Zahl der Corona-Infektionen jetzt zu senken und für längere Zeit niedrig zu halten, so der CDU-Politiker außerdem.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist für Shutdown-Verlängerung

Die Ministerpräsident:innen der Länder beraten am Dienstag (05.01.2021) mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über das weitere Vorgehen. Er halte auch eine weitere Schließung von Schulen und Kitas für richtig, sagte Spahn. Das sei für Schüler und Eltern zwar schwierig. „Aber auch da gilt: Es ist für alle leichter, jetzt eine Woche länger die Schulen zu zu haben, als sie aufzumachen und dann irgendwann in einigen Wochen wieder vor Debatten zu stehen“, ergänzte Spahn.

Update, 16.11 Uhr: Wie wird es in Deutschland in der Corona-Krise weitergehen? Wird der Lockdown verlängert oder einigen sich die Ministerpräsident:innen und Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Konferenz am Dienstag (05.01.2021) auf Lockerungen? Die Forderungen, die Schulen wieder zu öffnen, häufen sich. So hat Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) gefordert, Kitas und Grundschulen schon ab dem 11. Januar wieder zu öffnen. In dasselbe Horn bläst auch CDU-Vorsitzkandidat Friedrich Merz.

Corona-Lockdown in Deutschland: Immer mehr Stimmen fordern die Öffnung von Schulen und Kitas (Archivbild).

Im Interview mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe lobte Friedrich Merz den Mut von Eisenmann, „etwas Richtiges zu sagen, dass nämlich die Schulen so schnell wie möglich wieder geöffnet werden müssen“. Merz sagte, von der Runde der Kanzlerin mit den Länderchefs wünsche er sich ein „möglichst einheitliches Vorgehen“. Er sieht einen massiven Schaden der Bildung in Deutschland durch die geschlossenen Schulen.

Corona in Deutschland: SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach kritisiert Eisenmann scharf

Doch andere sehen eine einfache Schulöffnung und eine Lockerung oder gar Aufhebung des Corona-Lockdowns im Bildungsbereich kritisch. So kritisierte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach auf Twitter die Pläne von Susanne Eisenmann: „Ankündigung von Frau Eisenmann, Kultusministerin BW, heisst: allenfalls Jahrgänge 8,9 und 11 werden geteilt. Fast alles andere im Präsenzunterricht. Augen zu und durch. Man dürfe nicht nur ‚auf Virologen hören‘. Damit wird in BW der Lockdown wenig bringen.“

Stattdessen setzt sich Lauterbach für eine Öffnung von Kitas und Grundschulen unter gewissen Voraussetzungen ein. So verdeutlichte er gegenüber der „Rheinischen Post“, dass alle Klassenstufen geteilt werden müssten. Außerdem sollten die geteilten Klassen dann abwechselnd im Präsenz und Digitalunterricht eingeteilt werden. Was Lauterbach auch für denkbar hält ist, den Präsenzunterricht ganz auszusetzen.

Corona-Lockdown in Deutschland: Marburger Bund fordert einheitliche Verlängerung

Update vom Samstag, 02.01.2021, 9.54 Uhr: Ärztevertreter:innen fordern mit Blick auf die Bund-Länder-Schalte am kommenden Dienstag (05.01.2021) dringend eine bundesweit einheitliche Verlängerung der Lockdown-Maßnahmen: „Die Belastung durch die Versorgung der Patienten mit Covid-19 ist auch an den Feiertagen weiter angestiegen“, sagte die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Kliniken hätten keine Atempause. „Das Gesundheitssystem braucht dringend eine Entlastung, die nur durch eine Verlängerung der Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung zu erreichen ist. Anders werden wir die Lage nicht in den Griff bekommen.“

Durchatmen ist für Klinikpersonal in der Corona-Pandemie kaum möglich. Ärztinnen und Ärzte fordern deshalb eine Lockdown-Verlängerung. (Symbolfoto)

Zur Verschärfung der Situation führe, dass immer mehr Patientinnen und Patienten auf den Intensiv- und Infektionsstationen mit immer weniger Personal versorgt werden müssten, weil sich auch Krankenhauspersonal mit dem Virus infiziere. Diese extreme Arbeitslast sei dauerhaft nicht zu schultern. Sie wünsche sich „von dem Treffen der Ministerpräsidenten in der nächsten Woche eine möglichst einheitliche Verlängerung der Kontaktbeschränkungen“, so Johna.

Die Vorsitzende des Marburger Bunds dämpfte zudem die Hoffnung auf eine rasche Entspannung durch den Start der Impfungen gegen das Coronavirus: „Bei allem Optimismus muss uns klar sein, dass durch die Impfung zumindest in den ersten drei Monaten des neuen Jahres kaum Entlastung für das Infektionsgeschehen zu erwarten ist.“ Angesichts der neuen hochinfektiösen Virusvariante sei das Ziel einer Inzidenz von 50 Fällen pro Woche auf 100.000 Einwohner besonders wichtig: „Wir dürfen diese Zielmarke nicht aus den Augen verlieren.“

„Irre hohe Infektionszahlen“: Berliner Amtsarzt will längeren Corona-Lockdown

Update vom Freitag, 01.01.2021, 12.45 Uhr: Anfang kommender Woche will die Politik darüber entscheiden, wie es mit dem Corona-Lockdown in Deutschland weitergeht. Zuletzt mehrten sich die Stimmen, die sich dafür aussprachen, den Lockdown zu verlängern, um die Zahlen der Corona-Neuinfektionen in Deutschland weiter zu senken. Nun meldet sich der Berliner Amtsarzt Patrick Larscheid zu Wort, der die Folgen der Corona-Pandemie jeden Tag spürt. Er hält einen Lockdown bis zum Frühjahr für unausweichlich - und zwar nicht nur in Berlin, sondern in ganz Deutschland.

„Wir haben weiter irre hohe Infektionszahlen“, sagte Larscheid gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. „Nach dem Silvesterwochenende werden wir den Effekt der Weihnachtstage sehen“. Es sei zu vermuten, dass die Mobilität im zweiten Lockdown nicht so stark nachgelassen habe wie beim ersten im Frühjahr. Die Möglichkeit der Corona-Impfung sei eine ganz tolle Sache, betonte Larscheid. Doch noch sei unklar, ob Geimpfte das Coronavirus nicht trotzdem weitertragen könnten.

Bis 10. Januar 2021 ist der Corona-Lockdown in Deutschland vorerst befristet. Doch er dürfte wohl verlängert werden.

„Wir müssen bitte noch ein paar Monate durchhalten“, so Larscheid. „Man müsste jetzt einen Appell an die Bevölkerung richten, dass wir uns das alles zumuten müssen.“ Wenn es nach Larscheid geht, wird der Corona-Lockdown noch eine ganze Weile Alltag in Deutschland bleiben: Natürlich wird es nach dem 10. Januar weitergehen mit einem Lockdown“, so Larscheid. „Vernünftigerweise sollte die Politik jetzt schon sagen: Bis Ende März oder bis Ende April kann sich nichts ändern.“

Corona-Lockdown in Deutschland: Experten fordern Verlängerung

+++ 12.00 Uhr: Knapp eine Woche vor den Bund-Länder-Beratungen zum Lockdown mehren sich Forderungen nach einer Verlängerung. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) verwies auf weiter steigende Patientenzahlen und warnte vor einer Überlastung der Kliniken. „Die Zahlen werden frühestens ab Mitte Januar zurückgehen, wenn denn der Lockdown wirkt“, sagte DKG-Präsident Gerald Gaß dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag). „Die klare Forderung der Krankenhäuser an die Politik lautet: Es muss bei den Kontaktbeschränkungen über den 10. Januar hinaus bleiben“, betonte Gaß.

„Nur der konsequente und verlängerte Lockdown bestimmt das Schicksal der nächsten Monate und führt zu geringeren Infektionszahlen“, betonte unterdessen der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach in der „Rheinischen Post“ (Donnerstag). Mit Blick auf die angelaufenen Impfungen warnte er vor einem Zurücklehnen: Bei der bisher geringen Menge an Impfstoff werde es bis Ende März „keinen nennenswerten Einfluss auf die Infektionszahlen geben“, mahnte Lauterbach.

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sagte der Zeitung, der Lockdown „ist und war notwendig, und er muss wohl auch Anfang Januar verlängert werden“. Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin und Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz, erklärte bei RTL/ntv mit Blick auf die anstehende Sitzung der Bundesländer mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 5. Januar: „Wenn die Infektionszahlen so hoch bleiben, dann gehe ich davon aus, dass wir mindestens diese Maßnahmen, die wir jetzt haben, auch verlängern werden.“

Kanzlerin Merkel gedenkt in ihrer Neujahrsansprache der Corona-Toten

Update vom Donnerstag, 31.12.2020, 06.00 Uhr:  Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zum Jahresende den Angehörigen von Opfern der Corona-Pandemie ihr Mitgefühl ausgesprochen und Verschwörungstheorien über das Virus scharf verurteilt. Sie könne nur ahnen, wie bitter es sich anfühlen muss für jene, die wegen Corona um einen Menschen trauern oder mit den Nachwirkungen einer Erkrankung zu kämpfen haben, „wenn von einigen Unverbesserlichen das Virus bestritten und geleugnet wird“, sagte sie in ihrer vorab veröffentlichten Neujahrsansprache. „Verschwörungstheorien sind nicht nur unwahr und gefährlich, sie sind auch zynisch und grausam diesen Menschen gegenüber“, sagte die Kanzlerin.

Merkel nannte die Corona-Pandemie „eine politische, soziale, ökonomische Jahrhundertaufgabe“, sprach von einem „historischen Kraftakt“ und „schweren Zeiten für unser Land“. „Und so wird es auch noch eine ganze Weile bleiben. Es wird noch eine ganze Zeit an uns allen liegen, wie wir durch diese Pandemie kommen. Der Winter ist und bleibt hart“, sagte die Regierungschefin. „Die neben dem Impfstoff wirksamsten Mittel haben wir selbst in der Hand, indem wir uns an die Regeln halten, jeder und jede von uns.“ Sie sei immer wieder dankbar, wie diszipliniert die allermeisten Menschen Masken trügen und sich um Abstand bemühten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht bei ihrer jährlichen Neujahrsansprache.

Die Kanzlerin betonte, am Ende eines „atemlosen Jahres“ gelte es auch, innezuhalten und zu trauern. „Wir dürfen als Gesellschaft nicht vergessen, wie viele einen geliebten Menschen verloren haben, ohne ihm in den letzten Stunden nah sein zu können.“ Sie könne nur ahnen, wie bitter es sich für diese Menschen anfühlen müsse, wenn von einigen Unverbesserlichen das Virus bestritten und geleugnet werde. „Verschwörungstheorien sind nicht nur unwahr und gefährlich, sie sind auch zynisch und grausam diesen Menschen gegenüber.“

Hoffen ließen sie die nun angelaufenen Impfungen zunächst bei alten Menschen, ihren Pflegekräften und bei Personal auf Intensivstationen. „Tagtäglich werden es mehr, schrittweise werden andere Alters- und Berufsgruppen dazukommen - und dann alle, die es möchten“, sagte Merkel.

Corona-Lockdown in Deutschland: Spahn mit düsterer Prognose

Update vom Dienstag, 29.12.2020, 20.31 Uhr: Schon jetzt scheint festzustehen, dass der Lockdown in Deutschland auch nach dem 10. Januar 2021 verlängert wird – zumindest teilweise. Daran lässt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn keinen Zweifel aufkommen. Schuld daran ist die nach wie vor hohe Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus.

Bei der Eindämmung der Pandemie sei Deutschland „bei weitem noch nicht da, wo wir hin müssen“, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in den ARD-„Tagesthemen“ laut Vorabmeldung. Deshalb werde es nach dem 10. Januar „ohne Zweifel Maßnahmen geben“. In welchem Umfang, müssten im Januar Bund und Länder entscheiden. Es sei aber absehbar, dass die Zahlen bis dahin nicht so niedrig seien, „dass wir einfach in den Vorlockdown-Modus zurück können“, sagte er.

Corona: Wird der Lockdown in Deutschland verlängert? Lauterbach mit klarer Forderung

Erstmeldung vom Dienstag, 29.12.2020, 15.22 Uhr: Berlin - Schulen, Kitas, die meisten Geschäfte sowie die Restaurants - alles geschlossen. Und dies mindestens bis zum 10. Januar 2021, so lange gilt der Lockdown als Folge der Corona-Pandemie in Deutschland. Eine Woche vor der nächsten Bund-Länder-Runde zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie mehren sich jedoch die Stimmen für eine Verlängerung der geltenden Regelungen.

Corona-Lockdown in Deutschland: Im Januar wird entschieden

„Ich gehe fest davon aus, dass wir weiterhin mit Einschränkungen leben müssen“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Dienstag im „Morgenmagazin“ des ZDF. Wie diese Einschränkungen nach dem 10. Januar aussehen könnten, müsse anhand der Infektionszahlen bewertet werden, die derzeit auf einem sehr hohen Stand stagnierten oder bestenfalls leicht zurückgingen. „Insofern rechne ich damit, dass wir im Januar auch weiter Einschränkungen erleben“, so Müller. Ausschlaggebend für die Entscheidung über eine Verlängerung des Lockdowns dürften neben den Zahlen der Neuinfektionen und Sterbefälle auch die Belegung von Intensivbetten in den Krankenhäusern sein.

Auch nach dem 10. Januar sind menschenleere Innenstädte nicht ausgeschlossen.

Lockdown an den Schulen wegen Corona: Lauterbach warnt vor Öffnung

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich jedenfalls schon einmal gegen eine Rückkehr zum normalen Schulbetrieb nach dem 10. Januar ausgesprochen. „Nach dem Lockdown darf es keine Rückkehr zum regulären Präsenzunterricht geben. Maske, Lüften plus 30 Kinder geht nicht, ansonsten droht wieder exponentielles Wachstum der Infektionszahlen“, sagte Lauterbach gegenüber der „Rheinischen Post“.

Lauterbach forderte wegen Corona „bundesweit geteilte Klassen, zusätzliche Unterstützung für Lernschwächere, ausnahmslose Maskenpflicht in den Schulgebäuden und verkürzte Sommerferien zum Ausgleich der Defizite“. Verkürzte Sommerferien hatte vor kurzem auch schon der Deutsche Kinderschutzbund gefordert und sich im Gegenzug für eine Verlängerung der Weihnachtsferien bis Ende Januar ausgesprochen.

Corona-Lockdown: Nichts deutet auf Lockerungen hin

Wie es nach dem Stichtag 10. Januar an den Schulen weitergeht, ist unabhängig von der Forderung Lauterbachs noch weitgehend offen. Am kommenden Dienstag (05. Januar 2021) wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder über die Zeit nach dem befristeten Lockdown beraten. Einen Tag zuvor wollen die Kultusminister der Länder über das Schulthema sprechen. Die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann hatte sich dafür ausgesprochen, zumindest Kitas und Grundschulen „in jedem Fall wieder“ in Präsenz zu öffnen.

Kanzleramtschef Helge Braun hatte bereits am Montag in einem RTL/ntv-Interview gesagt: „Ich rechne damit, dass wir zunächst am 5. Januar, wenn wir uns das nächste Mal treffen, das Ganze noch nicht genau beurteilen können und deswegen den Lockdown noch fortsetzen müssen.“ Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland gesagt, es deute für die Bund-Länder-Runde am kommenden Dienstag nichts auf Lockerungen hin. „Wir gehen alle davon aus, dass der Lockdown verlängert werden muss.“ (skr mit tab/Agenturen)

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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