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Pandemie

„Verschärfte Infektionslage“: Lockdown bis Mitte Juni? – Kanzleramt verrät Details

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  • Sophie Vorgrimler
    Sophie Vorgrimler
  • Mirko Schmid
  • Tobias Utz
    Tobias Utz

Die Corona-Lage in den Krankenhäusern spitzt sich zu, die Prognosen für Ende April sind düster. Intensivmediziner fordern sofort einen mehrwöchigen Knallhart-Lockdown.

Update vom Dienstag, 13.04.2021, 14.15 Uhr: Kanzleramtschef Helge Braun hat seine vermeintlichen Aussagen dementiert. Der „Tagesspiegel“ hatte berichtet, dass Braun in Beratungen der Unionsklausur von einem Lockdown sprach, der bis Mitte Juni 2021 andauern könnte.

Corona: Lockdown bis Mitte Juni? – Braun dementiert Aussagen

„Es nimmt dramatisch zu, dass Meldungen produziert werden, was man in internen Sitzungen wohl gesagt hätte, ohne dass man einmal selbst gefragt wird, ob man sich die vermeintliche Aussage wirklich so zu eigen macht“, schrieb Braun auf Twitter.* Der Kanzleramtschef dementierte in seinem Statement zwar, dass er eine solche Lockdown-Prognose gefällt habe – allerdings nicht, dass eine solche in den Gesprächen möglicherweise gefallen sei.

Der Lockdown in Deutschland könnte noch bis Mitte Juni dauern. (Archivfoto)

Update vom Montag, 12.04.2021, 12.00 Uhr: Der Corona-Lockdown in Deutschland könnte noch länger andauern, als bisher angenommen. Das Bundeskanzleramt geht von einer „verschärften Infektionslage“ aus, die noch bis zu acht Wochen andauern könnte. Das berichtet der „Tagesspiegel“ – und verweist auf Aussagen von Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) vom Sonntag (11.04.2021).

Corona in Deutschland: Lockdown bis Mitte Juni möglich

Braun soll sich dahingehend auf der Klausur der Union geäußert haben. Die geplanten Maßnahmen, welche durch die Änderung des Infektionsschutzgesetzes durchgesetzt werden sollen, könnten somit bis Ende Mai oder Mitte Juni gelten.

Corona-Lockdown: Intensivmediziner warnen vor Lage in Kliniken

Update vom Freitag, 09.04.2021, 12.30 Uhr: Intensivmediziner haben die Regierung dazu aufgerufen, aufgrund der Corona-Pandemie bundesweit einen harten, sofortigen Lockdown für zwei bis drei Wochen durchzusetzen.

Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv und Notfallsmedizin (DIVI), sieht die Intensivstationen am Limit. (Archivfoto)

„Es brennt. Die Lage ist sehr dramatisch“, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv und Notfallsmedizin (DIVI), Gernot Marx, am Freitag über die Lage in den Kliniken: „Jeder Tag zählt.“ Grund für seine Besorgnis sei, dass es einen ungebremsten und dramatischen Anstieg von Covid-Patienten gebe – besonders häufig treffe es Menschen im Alter zwischen 40 und 70 Jahren. Für die Intensivpatienten bedeute das laut Marx, dass bei den unter 50-Jährigen jeder fünfte, bei den Älteren im Schnitt jeder zweite Kranke stirbt.

Für Ende April rechnet die DIVI bundesweit mit mehr als 5000 Covid-Patienten. 500 Kliniken in Deutschland könnten bereits jetzt schon keine Covid-Patienten mehr aufnehmen. Beim Impfen sei die Bundesrepublik auf der Zielgeraden, bräuchte aber noch mehr Zeit, sagte Marx. Die Menschen in Deutschland dürften nicht auf den letzten Metern vor ihrem Impfschutz durch Lockerungen gefährdet werden. Am Freitagvormittag warnte RKI-Chef Lothar Wieler ebenfalls vor der Überlastung der Intensivstationen.

Virologe Drosten schickt „Notruf“ – Dramatische Lage auf Intensivstationen wegen Corona

Erstmeldung vom Donnerstag, 08.04.2021, 14.15 Uhr: Professor Christian Karagiannidis forscht am Lehrstuhl Fakultät für Gesundheit (Department für Humanmedizin) der Universität Witten/Herdecke und ist wissenschaftlicher Leiter der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e. V.  (DIVI). In seinen Zuständigkeitsbereich fällt das DIVI-Intensivregister, eine Echtzeit-Datenerfassungs- und Analyseumgebung für Intensivbetten-Kapazitäten. Auf Twitter schlägt der Experte jetzt in der Corona-Pandemie Alarm.

Corona-Pandemie: Virologe Drosten sendet „Notruf“

Prof. Christian Karagiannidis schreibt: „Liebe Entscheidungsträger, wie hoch sollen die Zahlen denn noch steigen bevor Ihr reagieren wollt??? Wir verpassen jede Ausfahrt zur Senkung der Zahlen. Unser Prognosemodell im Abgleich mit den realen Zahlen (in Grün) spricht Bände. Bitte handelt endlich!“ Sein Beitrag zeigt mehrere Grafiken, welche den Anstieg der Intensiv-Behandlungen abbilden. Selbst wenn ein „optimistisches Impfszenario“ zugrunde liegen würde, prognostiziert der Mediziner einen Anstieg von rund 7.000 notwendigen Intensivbetten im Mai. Schon jetzt steigen die Zahlen auf einem besorgniserregenden Niveau an.

Die Zahl der Intensivbehandlungen wegen Corona steigt weiter an - Experten warnen

Zu Jahresbeginn waren etwa 5.800 Intensivbetten belegt, bereits jetzt ist die Zahl, die Anfang März auf 3.000 Betten gefallen war auf 4.400 angestiegen. Der ehemalige DIVI-Präsident Uwe Janssen sieht diesen Trend mit Besorgnis. „Wenn das so weitergeht, werden wir in Kürze auch leider Gottes über 5.000 Corona-Patienten haben“, so der Experte gegenüber der Sendergruppe RTL/ntv. Christian Karagiannidis verdeutlicht das Problem: „Städte wie Bonn oder Bremen oder Köln haben kaum noch freie Betten für den nächsten Herzinfarkt, Verkehrsunfall oder Corona-Patienten! Und einen instabilen Patienten kann man NICHT einfach dorthin verlegen wo gerade Platz ist. Ein freies Bett in Ostwestfalen hilft da NICHT!“

Der Berliner Virologe Christian Drosten, führender Berater der Bundesregierung in der Corona-Pandemie, greift den Tweet von Prof. Christian Karagiannidis auf* und schreibt seinerseits: „Dies ist ein Notruf.“ Monitoring-Experte Dirk Paessler stimmt in die Warnungen mit ein. Auf Twitter veröffentlicht er eine eigene Grafik, welche belegt, dass die tatsächlichen Fallzahlen seiner Prognose exakt entsprechen: „Auch in meiner Modellrechnung liegen die tatsächlich eingetretenen ITS-Belegungen (schwarze Linie) genau auf Modell-Niveau.“ Er fragt: „Wie lange soll das noch weiter steigen?“ Sein Twitter-Profil ziert ein Titelbild mit der Aufschrift „#LebenRetten - Harter LockDown JETZT“.

Corona: Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) will kein exponentielles Wachstum erkennen

Stephan Weil, Ministerpräsident von Niedersachsen, sieht die Sache hingegen weniger dramatisch. Im ZDF-Morgenmagazin äußerte sich der SPD-Politiker am Donnerstag (08.04.2021) so: „Ich kann da noch kein exponentielles Wachstum erkennen.“ Ein Twitter-Nutzer kommentiert den Umgang der politischen Verantwortungsträger mit dem Anstieg der Intensivbetten-Belegung mit den Worten: „Ich glaube, wir sollten mittlerweile ganz ernsthaft die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass unsere Entscheidungsträger einfach kein Interesse daran haben, auf die steigenden Zahlen zu reagieren. Dass denen der Ernst der Lage nicht klar ist, halte ich für illusorisch.“ (ms/tu mit AFP/dpa) *hna.de und fnp.de sind Angebotevon IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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