Die Bundeswehr hilft im Einsatz gegen das Coronavirus.
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Peinliche Panne

Corona-Krise: Millionen Schutzmasken von Bundeswehr in Kenia verschwunden

  • Steffen Herrmann
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Es ist eine peinliche Panne für Bundeswehr und Verteidigungsministerium: Sechs Millionen bestellte Corona-Schutzmasken sind in Kenia verschwunden. Das Ministerium tappt im Dunkeln.

  • Sechs Millionen Schutzmasken sind in Kenia verschwunden.
  • Die Bundeswehr hatte die Masken im Kampf gegen die Corona-Krise bestellt.
  • Laut dem Bundesverteidigungsministerium ist „kein Schaden entstanden“.

Berlin - Und dann waren sie plötzlich weg: Sechs Millionen Corona-Schutzmasken, verschwunden von einem Flughafen in Kenia. Die Bundeswehr hat in der Vergangenheit schon viele Pannen eingestehen müssen, diese dürfte in Zeiten der Coronavirus-Pandemie besonders schmerzen: In Kenia seien sechs Millionen bestellte Atemschutzmasken „verloren gegangen“, sagte eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums am Dienstag. Das Ministerium bemühe sich um Aufklärung, „was da passiert ist“, sagte die Sprecherin weiter.

Die Atemschutzmaske FFP2

Der „Spiegel“ hatte zuvor von dem kuriosen Verschwinden der Masken des Typs FFP2 berichtet. Demnach hätten die Masken am 20. März in Deutschland eintreffen sollen - als dringend erwarteter Nachschub für die Medizinerinnen und Mediziner, die in den Kliniken des Landes gegen die Cororonavirus-Pandemie kämpfen. Zwar verließen die Masken den Flughafen in Kenia tatsächlich, allerdings nicht in Richtung Deutschland.

Corona-Krise: Schutzmasken von Bundeswehr in Kenia verschwunden

Wer die Masken stahl und wo sie nun sind, ist unklar. Die Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums betont, dem Bund sei durch den Verlust „kein Schaden entstanden, weil die Masken noch nicht geliefert wurden und noch nicht bezahlt wurden.“ Der Vertrag sei damit nichtig. Weiter sagte sie, es handele sich um einen Bruchteil des insgesamt bestellten Materials. Welche Rolle Kenia bei der Beschaffung der Masken spielte, konnte die Sprecherin zunächst nicht sagen.

Welche Auswirkungen der Verlust der Masken für die Versorgung in Deutschland hat, war zunächst schwer abzumessen. Der Krisenstab der Bundesregierung hatte das Beschaffungsamt der Bundeswehr in Koblenz beauftragt, den Einkauf von Schutzmaterial für das Gesundheitsministerium logistisch unterstützen. In Reaktion auf den „Spiegel“-Bericht teilte das Verteidigungsministerium mit, die Masken seien von einer Stelle, die dem Ministerium nicht unterstehe.

Nach „Spiegel“-Informationen gehörten die sechs Millionen Masken zu den ersten großen Lieferungen, die erwartet worden seien. Dass gerade eine der ersten großen Tranchen nun ausfällt, sei „mehr als ärgerlich“, zitierte das Magazin aus Behördenkreisen.

Von Steffen Herrmann mit afp und dpa

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