Großbritannien

Pubs bleiben wegen Corona zu: Mehrheit der Briten gegen Lockerungen

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Die Briten wollen am Lockdown nicht rütteln. 80 Prozent äußerten sich in einer wöchentlichen Befragung der Statistikbehörde ONS besorgt über eine Änderung der derzeitigen Regeln.

  • Großbritannien ist im Corona-Lockdown.
  • Anders als in vielen anderen Ländern wird nicht über eine Lockerung der Maßnahmen diskutiert.
  • Auch Pubs werden wegen der Corona-Krise in Großbritannien vorerst geschlossen bleiben.

Großbritannien - Während anderswo gegen den Lockdown demonstriert wird und längst detaillierte Lockerungspläne erörtert werden, halten die Briten mehrheitlich an den massiven Alltagsbeschränkungen fest. Umfragen vom Wochenende zufolge wollen mehr als zwei Drittel die Schulen auch weiterhin geschlossen halten, an die Öffnung von Restaurants, Pubs oder gar Konzerthallen sei schon gar nicht zu denken.

Das Vereinigte Königreich hat zwar den Höhepunkt der ersten Pandemiewelle hinter sich, meldet aber weiterhin täglich Hunderte von Covid-19-Toten. Zuletzt stieg die Gesamtzahl um 641 auf 28.131; auf die Bevölkerungszahl bezogen stehen europaweit nur Belgien, Spanien und Italien schlechter da. Durch massive Anstrengungen der Regierung werden mittlerweile täglich bis zu 70.000 Menschen getestet. Allerdings klagt das Personal in Krankenhäusern und Alten- sowie Pflegeheimen weiter über Probleme bei der Versorgung mit Schutzkleidung und Masken.

Großbritannien: Bevölkerung will vorerst keine Lockerung der Corona-Maßnahmen

Womöglich trägt die Berichterstattung darüber zur zögerlichen Haltung der Bevölkerung gegenüber einer Lockerung der Beschränkungen bei, die seit sechs Wochen gelten. 80 Prozent äußerten sich in einer wöchentlichen Befragung der Statistikbehörde ONS besorgt über eine Änderung der derzeitigen Regeln. 67 Prozent sprachen sich gegen die Rückkehr der Kinder in die Schulen aus, mehr als drei Viertel hielten eine teilweise Öffnung von Pubs für falsch.

Die Ergebnisse scheinen den vorsichtigen Kurs des Regierungschefs zu bestätigen. Boris Johnson war vergangene Woche in den Dienst zurückgekehrt, hatte aber die Forderung der Opposition nach einem Zeitplan für die schrittweise Rückkehr zur Normalität abgelehnt. Er habe seine Infektion zunächst nicht ernst genommen, vertraute der 55-Jährige der „Sun on Sunday“ an. Seine behandelnden Ärzte ehrten der Gerettete und seine Verlobte Carrie Symonds, indem sie ihrem neugeborenen Sohn Wilfred Lawrie zusätzlich den Vornamen Nicholas gaben, den die beiden Direktoren der Zentral-Londoner St. Thomas-Klinik tragen.

Corona-Krise in Großbritannien: Arme Teile des Landes leiden mehr unter der Pandemie

In der Hauptstadt nimmt die Zahl der Corona-Infizierten inzwischen stark ab; der Schwerpunkt der Epidemie hat sich in den englischen Nordosten verlagert. Neue ONS-Zahlen verdeutlichen, dass Sars-CoV-2 die Briten unterschiedlich stark heimsucht und dabei einem traditionellen Muster folgt: Während in den ärmsten Bezirken des Landes bisher 55 Bewohner pro 100.000 an Covid-19 verstarben, liegt der Wert in wohlhabenden Gegenden um mehr als die Hälfte niedriger.

Von Sebastian Borger

Boris Johnson spricht nach der Covid-19 Erkrankung über seine Todesangst auf der Intensivstation und zieht einen eigentümlichen Vergleich. Die Lage in Großbritannien im Ticker.

Rubriklistenbild: © Dominic Lipinski/picture alliance/dpa

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