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Fachleute: Corona-Krise für EU teurer als Gas-Embargo gegen Russland

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Von: Lucas Maier

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Ein Expert:innen-Team hält Gas-Embargo gegen Russland in Deutschland für möglich. Es würde weniger Geld kosten als das erste Jahr der Corona-Pandemie.

Kiew – Bereits seit der Ukraine-Krieg tobt, wird es diskutiert: Das Energie-Embargo gegen Russland. Nun hat auch die sogenannte McFaul-Yermak-Gruppe eine Einschätzung dazu abgegeben.

Die auch als internationale Arbeitsgruppe zu Sanktionen gegen Russland bezeichnete Gruppe, hat erst vor wenigen Wochen ihren „Aktions- und Maßnahmenplan zur Eindämmung der russischen Aggression“ vorgestellt, wie die slowakische Tageszeitung pravda.ua berichtet. Die Gruppe besteht aus über 50 Expertinnen und Experten.

Ukraine-Krieg: In 10 Punkten zur Schwächung Russlands

Der Aktionsplan umfasst zehn Hauptpunkte. Neben den Energieexporten sind der internationale Handel und die Einhaltung der Sanktionen darunter zu finden.

In einem Interview mit The Economic Truth äußerte sich nun Andriy Pyshny zu dem Aktionsplan. Pyshny ist in der Ukraine nicht nur Bankier und Politiker, sondern auch Teil der McFaul-Yermak-Gruppe.

Ukraine-Krieg: Energie-Embargo gegen Russland – McFaul-Yermak-Gruppe hält Gas-Stopp in Deutschland für machbar.
Ukraine-Krieg: Energie-Embargo gegen Russland – McFaul-Yermak-Gruppe hält Gas-Stopp in Deutschland für machbar. (Archivbild) © Wolfgang Kumm/dpa

Energie-Embargo gegen Russland: Ukraine hält Gas-Stopp in mehreren Ländern für möglich

Auch das Energie-Embargo gegen Russland war Thema im Interview. Der Vertreter der McFaul-Yermak-Gruppe gab unter anderem zu bedenken, dass sich seit bekannt werden der von Russland begangenen militärischen Gräueltaten ein Polaritätswechsel vollzogen habe.

Zu der Frage der Umsetzbarkeit eines Gas-Embargos, verweist Pyshny auf eine Schätzung des staatlichen Energiekonzerns der Ukraine, Naftogas. Laut dieser könne sowohl Ungarn als auch Österreich und Deutschland aktuell ganz auf Gas aus Russland verzichten. Die jeweilige Volkswirtschaft der Länder würde darunter weniger leiden, als im ersten Jahr unter der Corona-Pandemie, zitiert pravda Physhny weiter.

Gas-Embargo: Es ist ein unvermeidbarer Schritt gegen Russland

Das konkrete Vorgehen gegen die Energieexporte aus Russland stellt einen unvermeidbaren und notwendigen Schritt dar, so Phyhny gegenüber pravda.

Bei Putins Gas geht es nicht um Geld, es geht um Krieg und globale Gefahr.

Andriy Pyshny – Mitglied der McFaul-Yermak-Gruppe

Die Gruppe fordert unter anderem Maßnahmen zur Abfederung der wirtschaftlichen Belastungen für Länder der EU, die ein Gas-Embargo vornehmen. Ein konkreter Plan mit Forderungen soll noch diese Woche vorgelegt werden, heißt es. In Luhansk wurde die Gas-Pipeline bereits unterbrochen. (lm)

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