Corona-Krise

Ausgangsbeschränkung und Kontaktverbot: Wen man noch besuchen darf - und wen nicht

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In Deutschland herrscht wegen des Coronavirus ein Kontaktverbot. Wen man noch in Zeiten von Corona besuchen darf - und wen nicht.

  • In Deutschland herrscht aufgrund des Coronavirus Sars-CoV-2 ein Kontaktverbot
  • Manche Bundesländer reagieren auf die Coronakrise drastischer: mit einer Ausgangsbeschränkung
  • Doch wen darf man in Zeiten von Corona noch besuchen - und wen nicht?

Bund und Länder haben sich aufgrund der Coronakrise auf ein Kontaktverbot geeinigt. Dieses gilt seit Montag (23.03.2020) in Deutschland. Der neue Plan umfasst neun Punkte.

Corona: Kontaktverbot - Das gilt, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen

1. Die Bürger werden angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren.

2. In der Öffentlichkeit ist, wo immer möglich, zu anderen als den Angehörigen des eigenen Hausstands ein Mindestabstand von mindestens 1,5 Metern, besser noch zwei Metern einzuhalten. 

3. Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet. 

4. Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Einkäufe, Arztbesuche, Teilnahme an Sitzungen, erforderlichen Terminen und Prüfungen, Hilfe für andere oder individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft bleiben weiter möglich.

5. Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen können sanktioniert werden. 

6. Gastronomiebetriebe werden geschlossen. Ausgenommen: Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause.

7. Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseure oder Kosmetikstudios werden geschlossen.

8. In allen Bereichen und insbesondere solchen mit Publikumsverkehr ist es wichtig, die Hygienevorschriften einzuhalten und wirksame Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und Besucher umzusetzen. 

9. Diese Maßnahmen sollen eine Geltungsdauer von mindestens zwei Wochen haben. 

Corona: Ausgangsbeschränkung statt Kontaktverbot in Deutschland

Doch nicht alle Bundesländer ziehen bei diesem Beschluss im Kampf gegen das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 mit. So gelten beispielsweise in Sachsen und Bayern Ausgangsbeschränkungen statt Kontaktverbote. Das heißt übersetzt: Bei einer Ausgangsbeschränkung braucht es einen „triftigen Grund“, um den eigenen Hausstand zu verlassen. Bei einem Kontaktverbot braucht es diesen nicht.

Zudem setzen einige Bundesländer das Kontaktverbot aufgrund der Coronavirus-Pandemie zwar grundsätzlich durch, haben aber auch ortsspezifisch Sonderregelungen veranlasst. 

Kontaktverbot oder Ausgangsbeschränkung wegen Corona: Welche Regeln für welches Bundesland gelten

  • Baden-Württemberg: In Baden-Württemberg gilt der 9-Punkte-Plan der Bundesregierung und damit ein Kontaktverbot. Ausnahmen: Die Stadt Freiburg hat wegen des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 ein sogenanntes Betretungsverbot ausgesprochen. Dieses gilt vorerst bis zum 3. April und besagt, wer sich im Freien aufhält, darf dies nur alleine, zu zweit oder mit Personen aus dem eigenen Hausstand. In der Gemeinde Malsch (Landkreis Karlsruhe) herrscht eine Ausgangsbeschränkung
  • Bayern: In Bayern gilt eine Ausgangsbeschränkung. Um die Wohnung zu verlassen, brauchen die Menschen einen „triftigen Grund“. Dazu gehört der Weg zur Arbeit, Einkäufe und Arztbesuche. 
  • Berlin: In Berlin sind Ansammlungen von mehr als zwei Personen verboten, ausgenommen Familien sowie im eigenen Hausstand lebende Personen. In der Verordnung heißt es weiter, Personen aus dem Stadtgebiet Berlin müssen sich ständig in der Wohnung aufhalten. Allerdings gibt es für diese Ausgangsbeschränkung einige Ausnahmen wie etwa den Weg zur Arbeit, Arztbesuche oder Einkäufe. 
  • Brandenburg: Brandenburg folgt dem 9-Punkte-Plan der Bundesregierung und hat ein Kontaktverbot erlassen. 
  • Bremen: Bremen hält sich ebenfalls an das Kontaktverbot nach Vorbild des 9-Punkte-Plans.
  • Hamburg: Auch Hamburg hat sich dem Bundesentscheid angeschlossen und ein Kontaktverbot erlassen. Bis zum 5. April sind Ansammlungen von mehr als zwei Personen verboten. 
In Deutschland herrscht aufgrund des Coronavirus ein Kontaktverbot.
  • Hessen: In Hessen herrscht ein weitgehendes Kontaktverbot. Auch hier gelten die neuen Regeln seit Montag (23.03.2020). 
  • Niedersachsen: Bis zum 5. April werden Ansammlungen von mehr als zwei Personen in Niedersachsen untersagt. Es herrscht ein umfangreiches Kontaktverbot
  • Nordrhein-Westfalen: NRW folgt dem Ruf der deutschen Bundesregierung und hat ein Kontaktverbot erlassen. 
  • Mecklenburg-Vorpommern: In Mecklenburg-Vorpommern gilt umfangreiches Kontaktverbot. Bis zum 5. April werden Ansammlungen von mehr als zwei Personen untersagt. 
  • Rheinland-Pfalz: Das Bundesland Rheinland-Pfalz hat aufgrund der Corona-Pandemie ein weitgehendes Kontaktverbot ausgesprochen. 
  • Saarland: Saarland hat sich Bayern zum Vorbild genommen und eine Ausgangsbeschränkung verhängt. 
  • Sachsen: Für den gesamten Freistaat Sachsen gilt eine Ausgangsbeschränkung. Wer die Wohnung verlassen möchte, braucht dafür einen „triftigen Grund“. 
  • Sachsen-Anhalt: In Sachsen-Anhalt sind die Menschen aufgrund des Coronavirus Sars-CoV-2 dazu angehalten, die Wohnung nur aus einem „triftigen Grund“ zu verlassen. Es herrscht eine Ausgangsbeschränkung. Zudem sind Ansammlungen von mehr als zwei Personen im öffentlichen Raum untersagt.
  • Schleswig-Holstein: Schleswig-Holstein hat ein umfangreiches Kontaktverbot erlassen.
  • Thüringen: Das Bundesland Thüringen hat sich dem 9-Punkte-Plan der Bundesregierung angeschlossen und ein Kontaktverbot erlassen.

Kontaktverbot statt Ausgangssperre wegen Coronavirus: Wen man besuchen darf - und wen nicht

Was bedeutet ein Kontaktverbot also konkret für die Menschen? Wen darf man noch besuchen? Darf man überhaupt noch irgendwen besuchen? Grundsätzlich gilt zu beachten: Ein Kontaktverbot ist kein Hausarrest. Die Menschen dürfen trotz Corona nach wie vor ihre Wohnung verlassen. Allerdings dürfen sich nicht mehr als zwei Menschen zusammen im öffentlichen Raum bewegen - außer, es sind Angehörige des eigenen Hausstands. 

Heißt übersetzt: Spazieren gehen mit einem Freund oder einer Freundin ist okay, zu dritt aber nicht. Ansonsten soll zu anderen Personen ein Mindestabstand von 1,5 Metern, besser zwei Metern eingehalten werden. 

Zudem gilt grundsätzlich beim Kontaktverbot: Kontakte zu Personen außerhalb des eigenen Hausstands sind zwar in Ordnung, sollten aber auf ein Minimum reduziert werden. Damit dürfen sich Eltern und Kinder, die getrennt voneinander leben, gegenseitig besuchen. Gleiches gilt für Paare, die nicht zusammenleben.

Coronakrise: Was bei einem Kontaktverbot erlaubt ist

Auch Besuche bei Sterbenden oder nach einer Geburt sind in Zeiten der Coronakrise erlaubt. Weiterhin bei einem Kontaktverbot gestattet sind: 

  • Weg zur Arbeit
  • Arztbesuche
  • Teilnahme an erforderlichen Sitzungen, Terminen oder Prüfungen
  • Einkäufe, Apothekenbesuche
  • Geld abheben
  • Bedürftigen helfen oder Haustiere versorgen
  • Indiviueller Sport im Freien

Coronavirus Sars-CoV-2: Ausgangsbeschränkung statt Kontaktverbot wegen Corona

Bei einer Ausgangsbeschränkung sieht die Welt schon etwas anders aus. Hier ist zwar ein Besuch von örtlich getrennt voneinander lebenden Paaren erlaubt. Angehörige, die andernorts leben, dürfen aber nicht besucht werden. 

Die Ausnahme: Wer sich um Pflegebedürftige im privaten Umfeld kümmert, darf diese besuchen, so lange sie in deren Wohnung oder Haus und nicht in einer speziellen Einrichtung untergebracht sind. 

Eine zunächst befürchtete Ausgangssperre aufgrund des Coronavirus gibt es bis jetzt noch nicht in Deutschland.

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt / dpa

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