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Nach Kritik an Corona-Kommission: Mitglieder wie Hendrik Streeck wehren sich

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Von: Moritz Serif

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Die Sachverständigen-Kommission ist verärgert über Kritik an der Corona-Auswertung (Archivbild).
Die Sachverständigen-Kommission ist verärgert über Kritik an der Corona-Auswertung (Archivbild). © Fabian Sommer/dpa

Die Corona-Kommission ist verärgert. Führende Politikerinnen und Politiker hatten das Ergebnis infrage gestellt. Nun nimmt das Gremium Stellung.

Berlin - Der Mitglieder der Corona-Kommission haben in einem Beitrag für Zeit Online Stellung zu ihrer Arbeit bezogen - und sich gewehrt. „Die Kommission wird eingesetzt, arbeitet, liefert pünktlich. Und muss am Tag der Abgabe von führenden Politikerinnen und Politikern lesen, dass man „eh schon alles wisse“ und das Gutachten kein „Bremsklotz“ sein dürfe“, schreiben die Sozialforscherin Jutta Allmendinger, der Volkswirt Christoph Schmidt und der Virologe Hendrik Streeck.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte dazu in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ gesagt: „Ich weiß, wie undankbar das ist“, sagte er mit Blick auf die ehrenamtliche Tätigkeit der Gutachter. Fehler bei der Besetzung der Kommission - etwa mit zu wenigen Virologen - seien in der vergangenen Legislaturperiode gemacht worden.

Corona-Kommission setzt sich gegen Politikerinnen und Politiker zu Wehr

„Eine detaillierte Bewertung von einzelnen Maßnahmen der Corona-Pandemie ist schlichtweg nicht möglich“, entgegneten Allmendinger, Schmidt und Streeck. Die Expertenkommission hatte am Freitag festgestellt, dass die Wirkungen und Nebenwirkungen einzelner bisheriger Schutzmaßnahmen in der Corona-Krise kaum beurteilt werden könnten.

Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) mahnte, das Land schon jetzt für den Herbst zu wappnen. „Alle, die Regierungsverantwortung tragen, müssen jetzt Vorsorge für den Herbst treffen“, sagte sie. Ein Pandemie-Herbst des Chaos müsse verhindert werden.

Corona-Maßnahmen: Grünen-Politikerin fordert Kontaktbeschränkungen

„Maskenpflicht in Innenräumen, Kontaktbeschränkungen für bestimmte Bereiche, besonderer Schutz für empfindliche Gruppen, um gerade auch Kindern den Schulbesuch zu sichern“, forderte Göring-Eckardt. Unternehmen sollten wieder mehr Arbeit im Homeoffice ermöglichen. Im vergangenen Herbst und Winter hätten Personalausfälle schätzungsweise mehr als sieben Milliarden Euro Kosten verursacht, sagte Göring-Eckardt. „Ein solcher Schaden darf sich gerade jetzt nicht wiederholen.“ (mse/dpa)

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