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Kinderärzte warnen vor den psychischen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Kinder und Jugendliche und fordern daher die baldige Öffnung der Schulen und Kitas. (Symbolbild)
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Kinderärzte warnen vor den psychischen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Kinder und Jugendliche und fordern daher die baldige Öffnung der Schulen und Kitas. (Symbolfoto)

Pandemie

Corona: Kinderärzte warnen vor Lage in Psychiatrien – „Dort findet eine Triage statt“

Kinderärzte kritisieren die politische Vernachlässigung von Kindern und Jugendlichen in der Corona-Pandemie und fordern die Öffnung von Schulen und Kitas.

Berlin – Kinder- und Jugendmediziner:innen fordern die baldige Öffnung der Schulen und Kindertagesstätten. „Schulen öffnen, Kitas öffnen - natürlich gemäß den geltenden Leitlinien und mit angemessenen Testungen. Jetzt ist es an der Zeit, das Ruder herumzureißen“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Jörg Dötsch, der „Rheinischen Post“. An vielen Schulen wird aufgrund der aktuellen Corona-Lage nach wie vor hauptsächlich auf Distanzunterricht gesetzt.

„Wir sehen die dringende Notwendigkeit, dass sich Menschen, die sich noch nicht gegen Corona impfen lassen können, keine Nachteile davon haben dürfen. Es ist absolut notwendig, selbst wenn Jugendliche in den höheren Jahrgängen geimpft werden können, für Kinder im Grundschulalter, aber auch in mittleren Jahrgängen wieder ein normales soziales Leben zu ermöglichen, damit sie sich normal entwickeln können.“

Corona in Deutschland: Politische Vernachlässigung von Kindern und Jugendlichen

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) kritisiert die vermeintliche politische Vernachlässigung von Kindern und Jugendlichen während der Corona-Pandemie scharf. „Kinder und Jugendliche wurden in der Pandemie von Anfang an massiv vernachlässigt. In der ersten Phase waren die pauschalen Einschränkungen wie Schul- und Kitaschließungen noch nachvollziehbar. Aber inzwischen haben wir gelernt, dass Kinder die Infektion deutlich weniger weitertragen und selbst deutlich seltener erkranken als Erwachsene“, sagte BVKJ-Sprecher Jakob Maske gegenüber der „Rheinischen Post“. „Es gibt psychiatrische Erkrankungen in einem Ausmaß, wie wir es noch nie erlebt haben. Die Kinder- und Jugendpsychiatrien sind voll, dort findet eine Triage statt. Wer nicht suizidgefährdet ist und „nur“ eine Depression hat, wird gar nicht mehr aufgenommen.“

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) forderte von Bund und Ländern ebenfalls mehr Anstrengungen zugunsten der Schüler. „Die Lage der jungen Generation steht aus meiner Sicht gegenwärtig immer noch viel zu wenig im Mittelpunkt der Diskussion“, sagte sie der „Bild“. Das werde den Sorgen, die „wir uns machen sollten, nicht gerecht“. Der Ausfall von Präsenzunterricht während Corona habe laut ihr zu erheblichen Rückständen in Bezug auf das Lernen der Kinder geführt.

Corona: Rückkehr in Präsenz erst ab Inzidenz von 50

Der Deutsche Lehrerverband hält eine Rückkehr zum vollständigen Präsenzunterricht hingegen erst ab einer Inzidenz von 50 für empfehlenswert. „Wir haben ja bereits jetzt nur noch wenige Landkreise oberhalb der 165er Inzidenz, die für reinen Distanzunterricht ausschlaggebend ist“, sagte ihr Präsident Heinz-Peter Meidinger – ab einer Corona-Inzidenz von unter 100 können Länder zumindest theoretisch wieder vollständigen Präsenzunterricht abhalten.

„Unsere Auffassung ist allerdings, dass man sich bei vollständigem Präsenzunterricht ohne Abstandsregelung an der Empfehlung des RKI (Inzidenz von 50) orientieren sollte, solange viele Lehrkräfte und fast alle Kinder noch nicht geimpft sind“. Für das nächste Schuljahr zeigte sich Meidinger „recht optimistisch, dass da deutlich mehr Normalität in den Schulbetrieb zurückkehrt und bei fortschreitenden Corona-Impfungen die Inzidenzen niedrig gehalten werden können“. (Jan Lucas Frenger mit dpa)

Das Land Hessen reagierte erst vor Kurzem auf die durch Corona bedingten Lernrückstände an den Schulen.

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