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Gesundheitsexperte

Lockdown verlängert: Karl Lauterbach warnt vor Lockerungen – und „dritter Welle im März“

  • Nico Scheck
    VonNico Scheck
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Mediziner Karl Lauterbach warnt Bund und Länder vor dem Corona-Gipfel vor Lockerungen. Ihm bereitet eine Kombinations-Mutante große Sorgen.

  • Vor dem nächsten Corona-Gipfel zwischen Bund und Länder wurden die Forderungen nach Lockerungen lauter.
  • Geht es nach Karl Lauterbach, soll der Lockdown in Deutschland bis Ostern verlängert werden.
  • Der SPD-Gesundheitspolitiker warnt die Merkel-Runde vor der dritten Welle im März.

Update vom 12.02.2021: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit den Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen am Mittwoch neue Corona-Maßnahmen für Deutschland beschlossen. Unter anderem wurde der Lockdown verlängert.

Welche anderen Maßnahmen beschlossen wurden, lesen Sie hier.

Corona in Deutschland: Lauterbach warnt vor Lockerungen

Erstmeldung vom 10.02.2021: Berlin - Die Experten-Stimmen, die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor dem Corona-Gipfel am Mittwoch vor Lockerungen warnen, häufen sich. Hatte jüngst erst Virologe Christian Drosten vor Lockerungen bis Ostern gewarnt, stimmt nun der Mediziner und Sozialdemokrat Karl Lauterbach in den Tenor mit ein.

Mit Corona-Lockerungen stünde Deutschland ab März wieder vor steigenden Zahlen, „wenn nichts Unvorhergesehenes passiert“, erklärte der SPD-Gesundheitspolitiker gegenüber „merkur.de“. Daher liege der „Lockerungsspielraum eigentlich bei null“.

Lauterbach warnt Merkel-Runde vor Corona-Lockerungen: „Art neues Virus“

Dabei scheinen Lauterbachs Warnungen ohnehin Merkels Bedenken lediglich zu bestärken denn zu erwecken. Die Kanzlerin sorgt sich ob der neuen Varianten des Virus. In der CDU-Präsidiumssitzung vom Dienstag soll Merkel laut RTL und ntv gesagt haben: „Ich vermute, dass 20 Prozent aller Corona-Infektionen aktuell auf die Mutationen zurückzuführen sind.“ Es wäre ein rapider Anstieg, sollte diese Zahl stimmen.

Karl Lauterbach ist aufgrund der neuen Corona-Mutante in großer Sorge.

Lauterbach stimmt ähnliche Töne an und spinnt Merkels Aussagen bis zum März weiter: „Anfang März wird sich der Anteil der britischen Mutation auf rund 30 Prozent unserer Fälle erhöht haben. Das Problem ist: Die britische trägt teilweise auch die Escape-Variante aus Südafrika in sich, und das ist die gefährlichste – eine Kombinations-Mutation sozusagen. Sie ist so ansteckend wie die britische und so immun gegen die Abwehr wie die Südafrika-Mutante.“ Mehr noch, Lauterbach spricht dabei von „einer Art neues Virus“.

Gerade die britische Variante B.1.1.7 sei schon jetzt so stark verbreitet, dass es spätestens im März bestenfalls zu einer Stagnation der Neuinfektionen, wahrscheinlicher aber zu einer Steigung kommt, erklärte der SPD-Politiker weiter.

Lockerungen? Lauterbach spricht von „Turbo-Virus“ – und warnt vor dritter Corona-Welle

Während also in der Öffentlichkeit die Rufe nach Lockerungen ob der aktuell sinkenden Corona-Fallzahlen in Deutschland immer lauter werden, warnt Lauterbach via Twitter vor trügerischen Zahlen. Demnach würden die Fallzahlen seinen Berechnungen nach im Februar sinken, ehe im März dann eine dritte Welle folgt.

Karl Lauterbach warnt via Twitter vor Corona-Lockerungen.

Somit, betonte Lauterbach bei Twitter weiter, sei die nächste Entscheidung beim Corona-Gipfel „extrem schwer“. Schließlich erwarte die Bevölkerung aufgrund der sinkenden Fallzahlen Lockerungen, während man „epidemiologisch sogar verschärfen“ müsste, weil eine „dritte Welle mit einem Turbo-Virus“ drohe. Seine Schlussfolgerung: ein Lockdown bis Ostern.

„Dritte Welle kaum mehr zu verhindern“: Lauterbach malt düsteres Corona-Szenario

Wie auch Merkel sieht Lauterbach lediglich bei Grundschulen und Kitas Spielraum für Lockerungen - „wegen der schlimmen Folgeschäden für Kinder“, wie er bei „merkur.de“* erklärte. Dafür müsse jedoch das Konzept stimmen, Lehrer und Erzieher müssten vorrangig geimpft und Schüler mindestens einmal pro Woche mit einem Antigen-Schnelltest getestet werden.

Laut dpa hatte Merkel am Montagvormittag in einer Sitzung des CDU-Präsidiums ebenfalls eine längerfristige Strategie für Schulen und Kitas in Aussicht gestellt. Und sämtliche höhere Klassen? Geht es nach Lauterbach, müssen diese „ausschließlich im Homeschooling bleiben“. Denn: „Sonst verlieren wir schnell die Kontrolle über die Pandemie. Der aktuelle Lockdown ist erfolgreich, aber nicht erfolgreich genug.“

Ohnehin fürchtet der Gesundheitsexperte, dass „eine sich langsam aufbauende dritte Welle im März kaum mehr zu verhindern ist“. Es liege an „uns und unserem Umgang, wie stark sie sein wird“. Oder wie Lauterbach bei Twitter schreibt: „Jetzt sind Mut und Transparenz gefragt.“ Es darf als Appell an Merkel und die Ministerpräsidenten verstanden werden. (nc) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler

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