1. Startseite
  2. Politik

Deutschland will 92 Millionen Impfdosen nachbestellen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Kim Hornickel, Tanja Banner, Lukas Rogalla

Kommentare

Corona-Impfstoffe
Offenbar fehlen rund 60 Millionen Impfstoff-Dosen für das erste Quartal des Jahres 2022. (Archivfoto) © MiS/Imago Images

Nach einer Impfstoff-Inventur zeigt sich Gesundheitsminister Lauterbach „überrascht“ – im negativen Sinne. Nun will der Bund 2,2 Milliarden Euro für Nachschub hinlegen.

Update vom Donnerstag, 16.12.2021, 07.20 Uhr: Gesundheitsminister Karl Lauterbach will Impfdosen für 2,2 Milliarden Euro nachkaufen. 80 Millionen Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer sollen davon über EU-Verträge beschafft werden. Weitere zwölf Millionen Dosen soll Deutschland direkt kaufen. Das teilte das Ministerium am Mittwoch mit. Den Milliarden-Betrag hat der Haushaltsausschuss im Bundestag bereits freigegeben. Finanzminister Christian Lindner hat die Nachbestellung bestätigt.

Es gehe in erster Linie darum, „den Jahresbeginn vernünftig zu gestalten“ – und dann auch das ganze erste Quartal, heißt es vom Ministerium. Mit dem Kauf könne „die Impfkampagne auch im nächsten Jahr mit hoher Intensität weiter fortgesetzt werden“, sagte FDP-Chef Lindner. Auch der Impfstoff von Moderna sei in der Bestellung mit dabei.

60 Millionen Impfstoff-Dosen fehlen - Impftermine drohen auszufallen

+++ 10.00 Uhr: Ab Januar 2021 drohen zahlreiche Impftermine in Deutschland auszufallen. Einem Bericht des Magazins Business Insider zufolge fehlen rund 60 Millionen Impfdosen. Gesundheitsminister Karl Lauterbach hatte bereits festgestellt, dass für das erste Quartal nicht ausreichend Impfstoff vorhanden sei (s. Erstmeldung).

Berechnungen des Gesundheitsministeriums ergaben laut Bericht, dass rund 30 Millionen Dosen für Booster-Impfungen fehlen. Zudem sind demnach 30 Millionen Impfstoff-Dosen als Backup, um Erst- sowie Zweitimpfungen durchzuführen, nicht vorhanden. Das ist besonders problematisch, da aus der internen Berechnung des Ministeriums hervor geht, dass man im Februar und März 2022 mit einem Impfansturm rechnet. Den Schätzungen des Ministeriums betrifft der Impfstoffmangel laut Bericht 15 bis 18 Millionen Menschen in Deutschland.

Impfstoffmangel in Deutschland: Lauterbach macht Inventur

Update vom Mittwoch, 15.12.2021, 07.30 Uhr: Nach einer Inventur befürchtet Gesundheitsminister Karl Lauterbach einen Mangel an Corona-Impfstoff in Deutschland Anfang kommenden Jahres. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung, Andreas Gassen, übte Kritik an der Regierung. Schon das Eingeständnis des Mangels sei ein „fatales Signal“ an alle, die gerade mit vollem Einsatz die Pandemie bekämpfen. Es sei „niemandem zu erklären, dass im Land der Impfstoffentwicklung zu wenig Impfstoff gekauft wurde“, sagte er der Bild-Zeitung.

Bis ein Impfstoff entwickelt sei, der an die neue Corona-Variante angepasst ist, dauere es noch „drei bis vier Monate“, erklärte der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), Klaus Cichutek. Biontech und Moderna hätten signalisiert, innerhalb von wenigen Wochen Millionen Dosen herstellen zu können, sagte Cichutek der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Nach Impfstoff-Inventur: Lauterbach befürchtet Mangel im Frühjahr

+++ 22.40 Uhr: Der Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat einen Medienbericht bestätigt, dass für das erste Quartal 2022 ein Mangel an Corona-Impfstoff droht. „In der Tat, wir haben zu wenig Impfstoff. Das hat viele überrascht – mich auch“, sagte Lauterbach am Dienstagabend (14.12.2021) in den Tagesthemen (ARD).

Lauterbach hatte in der vergangenen Woche angekündigt, sich einen Überblick über die vorrätigen Impfstoff-Mengen zu verschaffen. Das Ergebnis dieser Inventur ist ernüchternd: Die Reserven und Bestellungen werden für Januar bis März – gerade in Anbetracht der kommenden einrichtungsbezogenen Impfpflicht und der nun angelaufenen Kampagne zur Booster-Impfung – nicht ausreichen.

Er arbeite bereits an einer Lösung und hoffe, in den kommenden Tagen eine positive Botschaft übermitteln zu können, so Lauterbach in der ARD. „Das läuft über alle Kanäle, die zur Verfügung stehen, wir können hier nichts auslassen. Ich nutze auch die Kanäle, die wir direkt zu den Unternehmen haben, aber es muss alles EU-konform funktionieren“, sagte der Minister.

Karl Lauterbach warnt: Es wurde „viel zu wenig“ Corona-Impfstoff gekauft

Erstmeldung vom Dienstag, 14.12.2021: Berlin – Nachdem vor etwa einem Jahr die ersten Corona-Impfungen angelaufen waren, war es ein regelmäßig wiederkehrendes Thema: die Impfstoff-Knappheit. Bis weit ins Frühjahr 2021 hinein waren Impfstoffe in Deutschland knapp, wer sich gegen Corona impfen lassen wollte, wurde in eine Prioritätengruppe eingruppiert und kam entsprechend früher oder später an einen Impftermin. Doch mit dem Fortschreiten der Impfkampagne gehörte das Thema irgendwann der Vergangenheit an, irgendwann waren spontane Impfungen die Regel.

Doch nun deutet sich an, dass das Thema Impfstoff-Knappheit in Deutschland ein Comeback feiern könnte – zur denkbar unpassendsten Zeit. Die Booster-Impfkampagne ist gerade angelaufen, eine Impfpflicht für spezielle Berufe steht bevor, bei vielen Menschen ist seit der zweiten Corona-Impfung ein halbes Jahr oder mehr vergangen und die Booster-Impfung steht an. Doch im kommenden Jahr könnte es offenbar Probleme geben.

Zu wenig Corona-Impfstoff? Karl Lauterbach schlägt Alarm: „Situation ist schwierig“

Wie der Spiegel berichtet, hat der neue Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bei einer Inventur der verfügbaren Corona-Impfstoffe festgestellt, dass es im kommenden Jahr eng werden wird. „Die Situation ist ausgesprochen schwierig“, zitiert das Nachrichtenmagazin den neuen Gesundheitsminister. „Wir haben einen erheblichen Impfstoffmangel im kommenden Jahr. Das ist das Ergebnis unserer Inventur“, soll Lauterbach während der Videokonferenz der Gesundheitsminister:innen der Länder gesagt haben.

Corona-Impfstoff: „Viel zu wenig Impfstoff“ für das erste Quartal gekauft

Für das gesamte erste Quartal sei „viel zu wenig Impfstoff gekauft worden“, so Lauterbach weiter. Die Mengen reichten demnach nicht, „um die Booster-Impfkampagne zu fahren“. Im Februar und März sei die Situation nicht besser. Auch einen Einblick in die Zahlen soll Lauterbach seinen Kolleg:innen aus den Bundesländern gegeben haben. In den letzten beiden Dezember-Wochen gebe es von Biontech demnach nur 1,2 Millionen beziehungsweise 0,8 Millionen Dosen. In der ersten Kalenderwoche 2022 sollen nur 1,2 Millionen Impfstoffdosen dazukommen. Moderna könne in diesen Wochen immerhin je 10 Millionen Booster-Impfungen pro Woche liefern. In der zweiten, dritten und vierten Woche im Januar werde es insgesamt nur 3,6 Millionen Booster-Dosen pro Woche geben, berichtet der Spiegel weiter.

Karl Lauterbach verspricht, sich persönlich um Corona-Impfstoff zu kümmern

Die Teilnehmenden an der Konferenz seien erschrocken gewesen über Lauterbachs unerwartete Ankündigung – schließlich wird gerade über eine allgemeine Impfpflicht diskutiert, außerdem gilt die Booster-Impfung als derzeit bester Schutz gegen die Corona-Variante Omikron. Karl Lauterbach soll nach Informationen des Spiegel versprochen haben, sich persönlich um den Kontakt zu Biontech und Moderna und anderen Staaten zu kümmern, um mehr Impfstoff zu organisieren.

Karl Lauterbach hatte sich am Dienstag (14.12.2021) mit den Gesundheitsministern der Länder über die aktuelle Corona-Situation beraten. Im Laufe der Konferenz einigten sich die Minister:innen darauf, dass bei der Corona-Regel „2G+“ dreifach Geimpfte künftig keinen Corona-Test nachweisen müssen. Ausnahmen soll es unter anderem für medizinische Einrichtungen geben. (tab/kh)

Auch interessant

Kommentare