Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Coronavirus - Bundestag
+
Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach plädiert für einen Kurswechsel, um eine vierte Corona-Welle zu verhindern.

Virus-Pandemie

Impfstrategie in Deutschland – Karl Lauterbach fordert Kurswechsel in Corona-Krise

  • Tobias Möllers
    VonTobias Möllers
    schließen

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach will einen Kurswechsel im Kampf gegen Corona. Mehr als 60 Millionen Erstimpfungen seien schon bis Juli möglich.

Berlin – Karl Lauterbach fordert einen Kurswechsel bei den Corona-Impfungen. Der SPD-Politiker plädiert dafür, anders als bisher auf möglichst viele kurzfristige Erstimpfungen zu setzen. Wenn der Abstand zur Zweitimpfung bei den mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna von sechs auf zwölf Wochen verlängert würde, könnten bis Juli über 60 Millionen Menschen in Deutschland erstgeimpft und so zumindest gegen schwere Corona-Krankheitsverläufe geschützt sein. Das sagte er der „Augsburger Allgemeinen“ (Dienstag): „Wenn wir jetzt unsere Strategie wechseln und auf möglichst viele Erstimpfungen ausrichten, wird kein vierter Lockdown mehr nötig sein.“

Karl Lauterbach will Kampf gegen Corona anders führen

Karl Lauterbach verwies auf Erfahrungen aus Großbritannien sowie Modellrechnungen unter seiner Beteiligung, wonach so „weit über 10.000“ Todesfälle verhindert werden könnten. „Studienergebnisse aus Australien weisen darauf hin, dass der Schutz der mRNA-Impfstoffe auch zwischen der sechsten und der zwölften Woche nach der Impfung so stark ausgeprägt ist, dass bei einer Corona-Infektion das Risiko schwerer Verläufe mit Klinikaufenthalten oder tödlichem Ausgang extrem gering ist.“

NameKarl Wilhelm Lauterbach
Geburtstag21. Februar 1963
GeburtsortDüren
ParteiSPD
AmtMitglied des Deutschen Bundestages seit 2005

Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, stützte den Vorschlag und forderte, keine Dosen für Zweitimpfungen mehr zurückzulegen. „Wir haben derzeit über 1,2 Millionen Dosen Biontech und eine halbe Million von Moderna auf Lager in den Gefrierschränken liegen“, sagte Watzl der „Augsburger Allgemeinen“. „Wir müssen jetzt aber pragmatisch sein und alles verimpfen, was geliefert wird.“ Möglich sei, dass der Schutz zwischen Woche sechs und zwölf etwas nachlasse. Doch: „Selbst wenn der Impfabstand etwas länger als sechs Wochen ist, retten wir dadurch möglicherweise mehr Menschenleben als wir schwere Erkrankungen riskieren.“

Corona-Krise: 1,2 Millionen Impfdosen lagern in Gefrierschränken

Die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut hatte zunächst für das Biontech/Pfizer-Mittel einen Abstand von drei bis sechs Wochen empfohlen und für den Moderna-Impfstoff einen Abstand von vier bis sechs Wochen.

Coronavirus

Alle Informationen zu Sars-CoV-2 finden Sie auf unserer Themenseite Corona-News.

In einem Beschlussentwurf vom 1. April zu einer Aktualisierung der Empfehlungen heißt es nun: „Die Gabe der zweiten Impfstoffdosis soll für die mRNA-Impfstoffe nach sechs Wochen und für den Astrazeneca-Impfstoff nach zwölf Wochen erfolgen, da dadurch sowohl eine sehr gute individuelle Schutzwirkung als auch ein größerer Effekt der Impfung auf Bevölkerungsebene zu erzielen ist.“

Lauterbach hatte erst kürzlich Lockerungen der Corona-Restriktionen für Geimpfte in Aussicht gestellt. Da Geimpfte nur noch sehr selten ansteckend seien, wären mehr Freiheiten möglich. (tom mit dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare