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Corona

Karl Lauterbach wirft reichen Staaten „historisches Versagen“ in Corona-Krise vor

  • Alexander Seipp
    VonAlexander Seipp
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SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt: Nur, wenn auch die ärmeren Länder geimpft werden, kann die Corona-Pandemie effektiv bekämpft werden.

Berlin – Die reichen Staaten hätten in der Corona-Krise „historisch versagt“. Zu diesem Fazit kommt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. „Wir haben Impfkapazität aufgebaut, die genau zugeschnitten war auf das, was wir selbst brauchten“, sagte er auf einer Online Tagung der Evangelischen Akademie Tutzing. Doch bei dem nationalen Egoismus sei eben nicht an andere gedacht worden. „Wir haben keine zusätzliche Impfstoff-Produktionskapazität für die ärmeren Länder“.

Die Folge liege auf der Hand so Lauterbach: Während die Impfkampagnen in den westlichen Ländern schon lange im Rollen sind, haben viele ärmere Länder in Südostasien, Afrika und Lateinamerika noch gar keinen Impfstoff erhalten. Dort breite sich das Virus noch immer weitestgehend ungehemmt aus. Dort mutiere das Virus weiter, so die dpa. Durch Reisende gelangen diese neuen Varianten, die teils den Schutz der Impfstoffe umgehen können, zurück in den Westen. Doch auch die Impferfolge in den reichen Ländern könnten zu einem Problem für die ungeimpften Personen werden. Schließlich müsse das Virus immer aggressiver werden, um sich überhaupt weiter ausbreiten zu können.

Karl Lauterbach wirft dem Westen in der Corona-Krise „historisches Versagen“ vor.

Karl Lauterbach fordert kostenlosen Corona-Impfstoff für Südamerika

Für Lauterbach besteht daher nur eine einzige Möglichkeit, wie er am Dienstag dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) sagte: „Die Industrieländer müssen Südamerika kostenlos Impfstoffe liefern“. Insbesondere dort sei die Lage katastrophal, viel zu wenige Leute seien geimpft, da es keinen Impfstoff gebe, das Virus breite sich immer weiter aus.

Die wenigen Impfstoffe, die ihren Weg nach Südamerika finden, stammen aus Russland und China und seien „nicht sehr überzeugend“, so Lauterbach. Am einfachsten sei es, an Ort und Stelle in Südamerika Produktionskapazitäten für Impfstoffe aufzubauen und „hochwertige Impfstoffe in hohem Tempo“ herzustellen. Vor allem wünsche er sich dies von Biontech/Pfizer und Moderna, da deren Impfstoffe auch gegen die in Südamerika vorherrschenden Mutationen gut schützen würden. Langfristig sollten die Impfstoffpatente jedoch freigegeben werden, fordert Lauterbach.

Covax-Corona-Impfkampagne: Lauterbach nennt Menge „extrem enttäuschend“

Lauterbach befürwortete im Interview mit dem RND zwar die Covax-Impfkampagne für die ärmeren Länder, aber „bisher ist die Gesamtmenge von Covax-Impfstoffen extrem enttäuschend“. Und er stellt klar: „So bekommen wir die weltweite Pandemie nicht in den Griff“. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt gebe Deutschland zwar mehr aus als jedes andere Land, aber auch hier gebe es Luft nach oben. „Aber wir müssen andere Länder motivieren, mehr gegen die Pandemie in ärmeren Ländern zu tun.“ (als)

Rubriklistenbild: © Frederic Kern/imago

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