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Lauterbach warnt vor tödlichem Corona-„Experiment“ - „Halte das für falsch“

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Von: Tobias Utz

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Karl Lauterbach
Karl Lauterbach im Jahr 2019. (Archivfoto) © Christian Thiel/Imago Images

Für Gesundheitsminister Lauterbach wäre eine britische Corona-Strategie ein schwerwiegender Fehler. Stattdessen pocht er auf neue Maßnahmen.

Berlin – Karl Lauterbach* hat abermals vor einer „Durchseuchung“ als Strategie in der Corona-Pandemie* gewarnt. Bei „Hart aber fair“* sagte der Bundesgesundheitsminister am Montagabend (10.01.2022): „Aus meiner Sicht ist es eine unethische Wette.“ Lockerere Corona-Regeln waren beispielsweise in Großbritannien die Folge. Für Lauterbach fatal: „Wir sind bisher gut gefahren mit dem Kurs, dass wir die Menschen geschützt haben“, so der SPD-Politiker* im ARD-Talk*.

„Wenn wir die Sterblichkeit der Engländer gehabt hätten, wären in Deutschland mehr als doppelt so viele Menschen gestorben, wie wir beklagen mussten“, betonte Lauterbach bei „Hart aber fair“.* Das britische „Experiment“, wie Lauterbach die Strategie bezeichnete, auf das Beispiel Deutschland anzuwenden, hätte tödliche Konsequenzen: „Die Impfquote bei den über 65-Jährigen ist deutlich höher als bei uns.“ Sprich: In Deutschland gebe es vier bis fünffach so viele Menschen, die noch nicht gegen das Coronavirus geimpft und somit ungeschützt seien, so Lauterbach. Laut Daten des Robert Koch-Instituts betrifft das 21,1 Millionen Menschen in Deutschland, das sind 25,3 Prozent der Bevölkerung. Viele davon zählen zu den Risikogruppen.

Corona: Lauterbach warnt vor „Experiment“

Auf diese bezog sich auch Lauterbach: Studien aus den USA* hätten gezeigt, dass vor allem „ältere Ungeimpfte“ durch die verschiedenen Virusvarianten bedroht seien. Als konkrete Gefahr nannte er die Omikron-Variante*. Viele müssten in Krankenhäusern beatmet werden. Würde man die Corona-Welle in Deutschland laufen lassen, hätte man derartige Zustände, betonte der Bundesgesundheitsminister. Stattdessen seien neue Corona-Maßnahmen notwendig, 2G-Plus reiche nicht gegen die Omikron-Welle aus.

„Ich würde eine solche Strategie wie in England, die auf eine Durchseuchung hinausläuft – ohne dass man es so nennen will – uns niemals empfehlen.“

Karl Lauterbach bei „Hart aber fair“, ARD

In Großbritannien* habe vor allem der Aspekt des „schwachen“ Astrazeneca-Vakzins* eine große Rolle gespielt: „Weil der Astrazeneca-Impfstoff schwach war, haben die Engländer – aus der Not geboren – früh mit dem Boostern begonnen.“

In Großbritannien werden derweil neue Fallzahlen-Rekorde vermeldet: Jeder zehnte Angestellte im Gesundheitssektor fällt bereits aus.* Das Land müsse nun „versuchen, mit Covid-19 zu leben“, teilte Gesundheitsminister Sajid Javid zum Jahreswechsel mit. (tu)

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