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USA

Corona-Krise in den USA: Anthony Fauci lässt kein gutes Haar an Donald Trump

  • vonTobias Ketter
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Der Immunologe Anthony Fauci erneuert seine Kritik an der Corona-Politik des früheren US-Präsidenten Donald Trump

  • Die USA sind besonders hart von der Corona-Pandemie betroffen.
  • Joe Biden will schnell Akzente im Kampf gegen Covid-19 setzen.
  • Sein medizinischer Berater Anthony Fauci kritisiert die Corona-Politik von Donald Trump.

Update vom Dienstag, 26.01.2021, 10.10 Uhr: Anthony Fauci hat Donald Trump erneut für sein Vorgehen in der Corona-Krise kritisiert. Der Immunologe erklärte dem TV-Sender „CNN“, dass er sehr besorgt gewesen sei, als der ehemalige US-Präsident im April des vergangenen Jahres während einer Pressekonferenz im Weißen Haus in Washington darüber gesprochen hatte, ob die Einnahme und Injektion von Desinfektionsmitteln gegen Covid-19 helfen könnte.

Corona-Krise in den USA: Anthony Fauci widerlegt Aussagen von Donald Trump

„Es wird Leute geben, die das vom Präsidenten hören und daraufhin dumme und gefährliche Dinge tun“, sagte Anthony Fauci mit Blick auf die Pressekonferenz im vergangenen April. „Ich hatte keine große Freude daran, dem Präsidenten zu widersprechen, aber ich musste rausgehen, um meine eigene Integrität zu wahren, aber auch, um für die Wissenschaft einzutreten“, so Fauci weiter.

Anthony Faucis hat das Vorgehen von Donald Trump während der Corona-Krise scharf kritisiert.

Nachdem Fauci die Aussagen von Donald Trump widerlegt hatte, wurde er mehrfach bedroht. Unter anderem habe ihm jemand einen Umschlag mit einem Pulver geschickt, das in seinem Gesicht explodiert sei. Zwar habe sich das Pulver als harmlose Substanz herausgestellt, doch Anthony Fauci selbst und seine Familie seien sehr erschrocken. „Meine Kinder waren sehr, sehr verstört darüber“, berichtet der Immunologe gegenüber „CNN“.

Corona in den USA: Donald Trump ist wütend wegen Kritik von Anthony Fauci

Update vom Montag, 25.01.2021, 10.20 Uhr: Donald Trump ist angefressen. Dem abgewählten Präsidenten der USA stößt es sauer auf, dass Deborah Birx und Anthony Fauci in den ersten Tagen der neuen Biden-Regierung recht deutlich gemacht haben, was sie von Donald Trump wirklich halten - nämlich so gut wie nichts. Vor allem die Auftritte von Anthony Fauci zur besten TV-Sendezeit scheinen Donald Trump fast schon in Rage zu versetzen, wie jetzt das Internetportal The Daily Beast unter Berufung auf Quellen aus dem nahen Umfeld Trumps berichtet.

Anthony Fauci: Für Donald Trump nur die Spitze des Eisbergs

So soll Donald Trump in den vergangenen Tagen sich immer heftiger über die angebliche Inkompetenz des Virologen beklagt haben, den er eigentlich hätte entlassen sollen, wenn man ihn denn gelassen hätte. Tatsächlich hatte Trump nicht die Macht, Anthony Fauci des Amtes zu entheben.

Und Fauci ist ja nur die Spitze des Eisberges. Denn seit dem Amtsantritt von Joe Biden hat sich dessen Covid-Team immer wieder massiv über das gewaltige Chaos beklagt, das Trump ihnen hinterlassen habe. Auch dies macht dem 45. US-Präsident wohl schwer zu schaffen. „Er ist fest davon überzeugt, dass die Leute aus lauter Hass auf ihn seine Leistungen schlechtmachen wollen“, zitiert The Daily Beast einen Trump-Intimus. Zu schaffen macht Donald Trump demnach auch der Umstand, dass er seine Wut nicht mehr so einfach wie früher auf Twitter laut herausschreien kann.

Anthony Fauci musste ein Jahr lang mit Donald Trump zusammenarbeiten (Archivbild vom April 2020)

Virologin Birx zur Arbeit mit Donald Trump: „Warum sollte man sich das jeden Tag antun?“

Update vom 24.01.2021, 15:58 Uhr: Nachdem sich der Virologe Anthony Fauci erleichtert über die Abwahl Donald Trumps gezeigt hatte, äußerte sich auch Dr. Deborah Birx zu ihrer Zeit in der Trump-Ära. Bei „CBS News“ sagte sie, dass sie dauerhaft in Betracht gezogen habe, ihre Arbeit zu beenden. Als Teil der „Corona-Taskforce“ erlangte sie schnell nationale Berühmtheit. Ihre persönliche Meinung wurde bald mit der Trumps verwechselt, dem sie nicht widersprechen konnte, ohne weitreichende Konsequenzen fürchten zu müssen. Vor allem das machte ihr zu Schaffen.

„Ich meine, warum sollte man sich das jeden Tag antun wollen? Kollegen von mir, die ich seit Jahrzehnten kenne - Jahrzehnten - beschlossen, weil ich im Weißen Haus war, dass ich diese politische Person geworden war – obwohl sie mich schon ewig gekannt haben,“ sagte Birx in dem Interview. Jeden Tag stellte sie sich eine Frage: „Gibt es etwas, von dem ich glaube, dass ich es tun kann, das hilfreich wäre, um auf diese Pandemie zu reagieren?“

Virologin Birx und die schwierige Zusammenarbeit mit Donald Trump

In der Zusammenarbeit mit Donald Trump fühlte Birx sich festgefahren, wie sie in dem Interview andeutet. Sie habe nie der Öffentlichkeit Informationen vorenthalten, aber die schwierige Arbeit mit der Trump-Administration zwang sie dazu, ihre öffentlichen Botschaften umzuformulieren.

Deborah Birx ist Leiterin der Corona-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses.

Schon im Dezember 2020 sagte Birx der Nachrichtenseite Newsy, dass sie ihren Rückzug plane. Wann genau gab sie nicht bekannt. Zunächst wolle sie dem Team von Joe Biden bei der Bekämpfung des Coronavirus helfen.

Immunologe Anthony Fauci erleichtert über Abgang von Donald Trump

Erstmeldung vom 22.01.2021, 16:32 Uhr: Washington - Das Coronavirus grassiert weiterhin in den USA. Bislang haben sich fast 25 Millionen Menschen mit Covid-19 infiziert. Mehr als 400.000 Personen sind mit oder an dem Virus gestorben. Donald Trump, ehemaliger Präsident der Vereinigten Staaten, hatte in den vergangenen Monaten wiederholt zweifelhafte Anmerkungen zu medizinischen Möglichkeiten und der Entwicklung der Pandemie in seinem Land geäußert.

Nachdem Joe Biden schon vor seiner Vereidigung am Mittwoch (20.01.2021) angekündigt hatte, dass er im Kampf gegen das Coronavirus zügig Akzente setzen möchte, zeigte sich nun der renommierte US-Immunologe Anthony Fauci erleichtert darüber, dass er nach dem Abgang Donald Trump im Weißen Haus wieder die Fakten für sich sprechen lassen darf. Biden hatte bereits im Dezember des vergangenen Jahres angekündigt, dass er den 80-Jährigen zu seinem neuen medizinischen Chefberater ernennen wolle.

Corona in den USA: Anthony Fauci will die Wissenschaft sprechen lassen

„Wir lassen die Wissenschaft sprechen“, sagte Anthony Fauci am Donnerstag (21.01.2021) vor Journalisten in Washington. „Das ist gewissermaßen ein Gefühl der Erleichterung“, so der Immunologe weiter. Es sei für ihn „befreiend“, ab sofort ohne Sorge wegen möglicher negativer Konsequenzen über die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Corona-Pandemie sprechen zu können.

US-Immunologe Anthony Fauci hat während einem Gespräch mit Journalisten die Zusammenarbeit mit Donald Trump kritisiert.

Während der Amtszeit von Donald Trump stand der Mediziner in Diensten des US-Präsidenten unter enormem Druck. Die Regierung schränkte seine öffentlichen Auftritte immer weiter ein. Für die Trump-Anhänger wurde Anthony Fauci zur Hassfigur. Trump spielte sogar öffentlich mit dem Gedanken, ihn zu entlassen. Die offene und direkte Art des 80-Jährigen, die Fakten der Corona-Pandemie darzulegen, passte dem ehemaligen US-Präsidenten nicht, sodass es wiederholt zu Konflikten zwischen Trump und Fauci kam.

Coronavirus: Anthony Fauci darf Joe Biden auch widersprechen

Unter Joe Biden werden sich solche Szenarien wohl nicht wiederholen. Der Präsident der USA sicherte dem Immunologen zu, dass er ihm in Pandemie-Angelegenheiten widersprechen könne, ohne negative Folgen befürchten zu müssen. Das war unter Donald Trump noch ganz anders. In Zukunft werde man bei allen Handlung und der Kommunikation im Rahmen der Corona-Krise transparent vorgehen. Alle folgenden Schritte würden auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen, so Anthony Fauci.

Während seiner Ansprache in Washington kritisierte Fauci das Vorgehen von Donald Trump in der Corona-Krise scharf. Es seien einige Dinge kommuniziert worden, die nicht auf wissenschaftlichen Fakten basierten. Als ein Beispiel nannte er Trumps anhaltendes Werben für das Malaria-Mittel Hydroxychloroquin als Corona-Medikament. „Das war wirklich unangenehm, weil dies nicht auf wissenschaftlichen Fakten beruhte“, so Fauci.

USA tritt nicht aus Weltgesundheitsorganisation aus

Als eine seiner ersten Amtshandlungen als medizinischer Chefberater von Joe Biden teilte Anthony Fauci der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Donnerstag (21.01.2021) mit, dass der von Donald Trump beschlossene Austritt aus der Organisation nicht vollzogen werde. (Tobias Ketter)

Rubriklistenbild: © Yuri Gripas/imago-images

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