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Während Jens Spahn allen ab 18 Jahren so schnell wie möglich die Booster-Impfung ermöglichen möchte, wollen andere eine Priorisierung.
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Während Jens Spahn allen ab 18 Jahren so schnell wie möglich die Booster-Impfung ermöglichen möchte, wollen andere eine Priorisierung.

Corona

Jens Spahn: Booster-Impfung ab 18 soll kommen - Debatte um Priorisierung

  • Melanie Gottschalk
    VonMelanie Gottschalk
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Vor der Ministerpräsidentenkonferenz zur Corona-Lage ist eine Debatte über die Booster-Impfung entbrannt.

Berlin - Am Donnerstag (18.11.2021) steht die nächste Konferenz der Ministerpräsidenten zur Corona*-Lage an. Doch schon im Vorfeld ist eine Debatte über die Booster-Impfung entbrannt. Denn während der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn* (CDU*) und der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, eine Kampagne ab 18 Jahren fordern, wollen Ärztevertreter und Patientenschützer eine Priorisierung, wie zu Beginn der Impfkamagne, durchsetzen.

„Der gemäß Zulassung vorgesehene Abstand von sechs Monaten zur vollständigen Immunisierung bei Personen ab 18 Jahren ist als zeitliche Richtschnur zu verstehen, der natürlich nicht tagesgenau einzuhalten ist“, wird Bundesgesundheitsminister Jens Spahn aus einem Schreiben vom Berliner Tagesspiegel zitiert. Mitverfasser des Schreibens soll der Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, sein, Adressaten seien alle Vertragsärzte in Deutschland.

Corona-Auffrischungsimpfungen: Stiko-Chef unterstützt Jens Spahn

Die Ärzte könnten daher „jede Patientin und jeden Patienten ab 18 Jahren, auch wenn sie nicht zu den Risikogruppen gemäß der aktuellen Stiko-Empfehlung wie ältere Personen, Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen sowie medizinisches und pflegerisches Personal gehören, zeitnah und auch vor Ablauf der sechs Monate im eigenen Ermessen impfen“, schrieben Spahn und Gassen demnach.

Das unterstützt auch der Vorsitzende der Stiko, Thomas Mertens. In der Talkshow Markus Lanz im ZDF stellte er eine baldige Ausweitung der Empfehlung für Corona-Auffrischungsimpfungen* in Aussicht. Die Stiko werde am Mittwoch (17.11.2021) „über die nächste, sozusagen die fortgeschriebene Empfehlung beraten, und das wird nicht lange dauern, und dann wird die jetzt von Ihnen reklamierte Empfehlung auch kommen“, sagte Mertens.

Corona-Auffrischungsimpfungen ab 18 Jahre stößt auf Kritik

Wegen vieler Corona-Impfdurchbrüche war zuletzt der Druck gewachsen, trotz der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) schon deutlich vor Ablauf von sechs Monaten nach der zweiten Impfung grünes Licht für sogenannte Booster-Impfungen zu geben – auch für jüngere Menschen.

Bei Ärztevertretern und Patientenschützern stoßen die Forderungen des Bundesgesundheitsministers und des Stiko-Vorsitzenden teilweise auf Kritik. „Vor allem bei weniger gefährdeten jüngeren gesunden Menschen ist es nach den bisherigen medizinischen Erkenntnissen nicht erforderlich, auf den Tag genau nach sechs Monaten eine Booster-Impfung durchzuführen“, sagte der Vorsitzende des Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Der Schutz insbesondere vor schweren Corona-Verläufen bestehe auch darüber hinaus, betonte Weigeldt. Bei dem Wunsch nach einer Booster-Impfung deutlich vor der Sechsmonatsfrist sei „zu berücksichtigen, dass dies möglicherweise zu Lasten von vulnerablen Patienten erfolgen würde“.

Patientenschützer fordern Priorisierung bei Corona-Auffrischungsimpfungen

Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, äußerte sich ähnlich. Er sprach mit Blick auf die Booster-Impfungen für eine ähnliche Vorrangprüfung für bestimmte Bevölkerungsgruppen aus, wie es sie zu Beginn der Corona-Impfkampagne gegeben hatte. „Eine Priorisierung nach Alter, Krankheit sowie Berufsgruppe muss erneut in Betracht gezogen werden. Wenigstens gilt es, die sechsmonatige Frist nach der zweiten Impfung verbindlich abzuwarten“, forderte Brysch.

Brysch warnte angesichts Millionen notwendiger Corona-Auffrischimpfungen vor einem „Impfansturm“ auf Arztpraxen, den diese auf „breiter Front“ nicht bewältigen könnten. „Jetzt, bei einem knappen Impfangebot und wenig Impfstellen ist es Auftrag der Ministerpräsidentenkonferenz, für ein geordnetes Booster-Verfahren zu sorgen.“

Bundesärztekammer fordert klaren Fahrplan für Corona-Auffrischungsimpfungen

Für einen klaren Fahrplan für die Millionen Erst-, Zweit- und Drittimpfungen in diesem Herbst und Winter spricht sich auch die Bundesärztekammer aus. Bund und Länder müssten „jetzt geeignete Rahmenbedingungen für eine gleichermaßen sichere, unbürokratische und barrierearme Impfkampagne schaffen“, heißt es in einem Schreiben von Ärztepräsident Klaus Reinhardt an die Ministerpräsidenten, das Kanzleramt und den Bundesgesundheitsminister, das den Funke-Zeitungen vorliegt.

Zur Entlastung der Arztpraxen forderte Reinhardt unter anderem die Reaktivierung vorhandener Impfzentren, die Schaffung von „Popup-Impfstellen“ in Wohngebieten und Einrichtungen des öffentlichen Lebens sowie Impfmobile insbesondere für den ländlichen Raum. (msb mit afp) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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