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Kommt in Italien die Impfpflicht gegen Corona? Regierungschef Mario Draghi hat das angedeutet.
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Kommt in Italien die Impfpflicht gegen Corona? Regierungschef Mario Draghi hat das angedeutet.

Rom

Corona in Italien: Regierungschef Draghi bringt Impfpflicht ins Spiel

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
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Das Coronavirus hat Italien zu Beginn der Pandemie gebeutelt, mittlerweile macht man im Land einiges gegen Corona. Nun deutet Regierungschef Draghi eine Impfpflicht an.

Rom – Im Frühjahr 2020 suchte die Corona-Pandemie Italien mit voller Wucht heim. Vor allem Bergamo traf es hart. Krankenhäuser waren überlastet, Krematorien ebenfalls. Armee-Laster fuhren nachts Särge in andere Städte – die Bilder gingen um die Welt. Mittlerweile ist die Situation eine andere – auch dank verfügbarer Impfstoffe.

Mehr als 4,5 Millionen Covid-19-Fälle wurden bisher in Italien registriert, 129.352 Menschen starben an oder mit Corona (Stand: 03.09.2021) – Italien hat hinter Großbritannien die zweitmeisten Corona-Toten zu verzeichnen. Seit der Verfügbarkeit von Impfstoffen gegen Corona wird in Italien fleißig geimpft – 61,36 Prozent der Gesamtbevölkerung haben bisher den vollständigen Impfschutz. Für das Gesundheitspersonal in Italien besteht seit einiger Zeit eine Impfpflicht.

Corona-Impfpflicht in Italien? Mario Draghi mit einem Vorstoß

Nun sorgt Regierungschef Mario Draghi mit einer Äußerung zur einer allgemeinen Corona-Impfpflicht in Italien für Aufregung. Auf einer Pressekonferenz hatte Draghi bejaht, dass er sich vorstellen könne, eine allgemeine Impfpflicht einzuführen – unter der Voraussetzung, dass sowohl die europäische als auch die italienische Arzneimittelagentur die Corona-Impfstoffe vollständig zulassen, als gewöhnliche Arzneimittel. Bisher haben die verfügbaren Impfstoffe in Europa nur eine bedingte Zulassung.

Der Vorstoß von Draghi sorgt vor allem in den rechten Parteien in Italien für Kritik. Die Chefin der rechtsnationalen Partei Fratelli d‘Italia (Brüder Italiens), Giorgia Meloni, erklärte im Interview mit der Zeitung „La Stampa“, sie stelle sich auf die Seite der rechten Lega von Ex-Innenminister Matteo Salvini, und lehne eine Impfpflicht ab. „Ich glaube, Salvini hat recht, eine vernünftige Position zu vertreten, die wir mittragen und die von der Mehrheit der europäischen Länder geteilt wird“, so die Politikerin. Enrico Letta, Chef der Sozialdemokraten in Italien, begrüßte dagegen die Aussage Draghis.

Corona in Italien: Ende September sollen 80 Prozent der Über-12-Jährigen geimpft sein

Regierungschef Draghi selbst geht davon aus, dass bis Ende September 80 Prozent der Italiener:innen ab 12 Jahren vollständig gegen Corona geimpft sein werden. Derzeit haben in dieser Altersgruppe 70,5 Prozent die vollständige Immunisierung erhalten. Ab Ende September sollen Personen mit einer schwachen Immunreaktion eine dritte Impfdosis bekommen können.

Seit dem Sommer gibt es in Italien den sogenannten Grünen Pass, in dem sowohl Impfungen, Genesungen als auch Negativtests vermerkt werden – auf Deutschland übertragen entspricht der Grüne Pass etwa der 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet). Dieser Pass wird unter anderem in Schnellzügen, Fernbussen oder auf Fähren benötigt. Zuletzt wurde die Ausweitung des Grünen Passes auf Schulen und Universitäten in Italien beschlossen. Ab dem beginnenden Schuljahr müssen unter anderem Lehrkräfte den Grünen Pass haben, um zum Präsenzunterricht kommen zu dürfen. 91,5 Prozent der Lehrer seien jedoch bereits mindestens einmal gegen Corona geimpft, so Draghi. Während der Grüne Pass teilweise Proteste in Italien auslöste, scheint eine Mehrheit der Italiener das Prinzip zu unterstützen, wie Reuters berichtet. (tab/dpa)

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