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Corona-Isolationspflicht: Streit zwischen Lauterbach und FDP

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Von: Stefan Krieger

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FDP-Politiker:innen sprechen sich für ein Ende der Corona-Isolationspflicht aus – Gesundheitsminister Lauterbach ist anderer Meinung.

Berlin – Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat ein von mehreren FDP-Politiker:innen gefordertes Ende der Isolationspflicht für Corona-Infizierte abgelehnt. „Infizierte müssen zu Hause bleiben“, schrieb Lauterbach auf Twitter. Sonst werde der Arbeitsplatz zum Sicherheitsrisiko, so der Minister. 

Die FDP hatte zuvor im Streit über Isolationspflichten in der Corona-Pandemie den Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, unterstützt. „Herr Gassen stößt mit seinem Vorschlag zur Aufhebung der Isolationspflicht eine wichtige Debatte an“, sagte die FDP-Gesundheitsexpertin Christine Aschenberg-Dugnus den RND-Zeitungen vom Montag (25. Juli). „Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben.“ Durch Impfungen seien viele Menschen vor schweren Verläufen geschützt.

Isolationspflicht nach Meinung der FDP „unverhältnismäßig“

„Die Ärztinnen und Ärzte sollten unter medizinischen Gesichtspunkten individuell entscheiden, ob und wie lange Krankschreibung und Isolation notwendig sind“, sagte die FDP-Politikerin weiter. „Eine staatlich angeordnete Isolation bei einem symptomfreien Verlauf“ hält sie für „unverhältnismäßig.“ Weiter sagte Aschenberg-Dugnus: „Wer Fieber und Symptome hat, der bleibt zu Hause. Das gilt nicht nur für Corona, sondern auch für Erkrankungen wie die Grippe.“

Karl Lauterbach (SPD)
Gesundheitsminister Karl Lauterbach spricht sich weiter für die Isolationspflicht bei einer Corona-Infektion aus. © Fabian Sommer/dpa

Auch FDP-Vize Wolfgang Kubicki sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe am Montag, dass es aus seiner Sicht „sowohl epidemiologisch als auch aus Gründen der Eigenverantwortung überfällig (ist), den Menschen diese Entscheidung wieder zu überlassen - so, wie es andere europäische Länder schon längst getan haben.“

Der Orthopäde, Unfallchirurg und Rheumatologe Gassen hatte am Wochenende gesagt, durch die Aufhebung aller Corona-Isolations- und Quarantänevorgaben „würde die Personalnot vielerorts gelindert“. Wer krank sei, solle zu Hause bleiben. Und wer sich gesund fühle, solle zur Arbeit gehen, so Gassen gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Isolationspflicht bei Corona-Symptomen: Grüne unterstützen Lauterbach

Die Gesundheitsexpertin der Grünen, Saskia Weishaupt, dagegen stelle sich hinter Lauterbach und plädierte für ein Festhalten an den bisherigen Regeln. „Wenn Menschen zur Arbeit gingen, sollten sie nicht der Gefahr ausgesetzt sein, sich anzustecken“, sagte sie der Funke Mediengruppe.

Derzeit gilt für die allgemeine Bevölkerung, dass die vorgeschriebene Isolation für Corona-Infizierte nach fünf Tagen enden kann – mit einem negativen Test zum Abschluss, der allerdings nur „dringend empfohlen“ ist. (skr/dpa/afp)

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