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Zwei Frauen in Schutzmontur sind an Geräten in einem Krankenzimmer zugange.
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Die hohe Zahl an Corona-Infizierten hat bereits im vergangenen Winter dazu geführt, dass die Intensivstationen in Krankenhäusern überlastet waren. Eine solche Situation droht jetzt erneut. Das Bild zeigt zwei Intensiv-Pflegerinnen in Pulsnitz (Sachsen) im Januar.

Corona-Situation in Krankenhäusern

Mehr Corona-Infizierte auf Intensivstationen: Pfleger am Limit – Überlastung droht

  • Jan Trieselmann
    VonJan Trieselmann
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Die Zahl der Corona-Infektionen steigt stark an. Das macht sich auch auf den Intensivstationen in Krankenhäusern bemerkbar. Der Weltärztebund schlägt Alarm.

Berlin – Die Zahl an mit dem Corona-Virus infizierten Menschen in Deutschland steigt wieder deutlich an. 130,2 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner meldete das Robert-Koch-Institut noch am Donnerstag (28.10.2021). Immer mehr Menschen kommen wieder wegen Corona ins Krankenhaus, sodass das Pflegepersonal laut Weltärztebund wie im vergangenen Winter am Anschlag arbeitet, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Der Weltärztebund und die Krankenhausgesellschaft schlagen Alarm.

Bereits im August lagen wieder mehr als 1000 Corona-Erkrankte in Deutschland auf Intensivstationen. Mittlerweile sind es laut der Nachrichtenagentur dpa fast 1800 Menschen, knapp 4300 Patienten befinden sich auf der Normalstation. Zum Höhepunkt der Pandemie im Januar 2021 seien mehr als 5700 Corona-Infizierte auf Intensivstationen behandelt worden, wie die dpa berichtet. Auch jetzt droht wieder eine Überlastung für Krankenhäuser und Pfleger.

Krankenhausgesellschaft warnt: Bald wieder 3000 Corona-Infizierte auf Intensivstation?

„Wir befinden uns in einer kritischen Situation der Pandemie“, zitierte das Redaktionsnetzwerk Deutschland am Donnerstag den Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß. Die Zahl der Menschen, die mit einer Corona-Infektion im Krankenhaus versorgt werden müssen, sei innerhalb einer Woche deutlich gestiegen.

„Wenn diese Entwicklung anhält, haben wir schon in zwei Wochen wieder 3000 Patienten auf Intensivstation“, sagte Gaß. „Auch wenn die Krankenhäuser dies leisten können, wird es dann nicht ohne Einschränkung des Regelbetriebs ablaufen können.“ Um Mitarbeiter und Patienten zu schützen, verschärften einige Kliniken in Hessen jetzt die Corona-Besuchsregeln.

Dann müssten die Mediziner:innen in den Kliniken wieder planbare, weniger dringliche Behandlungen verschieben. Bereits jetzt hätten viele Pflegekräfte und Ärzte laut dpa die Arbeit im Intensivbereich aufgegeben – auch, weil sie es leid seien, sich für die Unvernunft von Impfgegnern abzurackern. In Deutschland vollständig geimpft sind laut Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Mittwoch 66,4 Prozent der Menschen.

Zahl an Corona-Infizierten auf Intensivstationen steigt: Krankenhaus-Überlastung droht

„Wir müssen alles in unserer Macht Stehende versuchen, um die Impfraten zu erhöhen“, sagt daher der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, gegenüber der Augsburger Allgemeinen in der Donnerstags-Ausgabe (28.10.2021). „Bei hoher Durchimpfung der Bevölkerung gibt es sehr viel mehr milde Verläufe – die müssen nicht ins Krankenhaus, aber viele Ungeimpfte erkranken nach wie vor schwer.“ Wer sich jetzt nicht impfen lasse, obwohl er es machen könnte, riskiere sein Leben und das seiner Mitmenschen.

Vor allem auch in jüngeren Altersgruppen sind die Corona-Inzidenzen gestiegen. Kinderärzte hoffen daher auf baldige Impfungen mit einem Corona-Impfstoff für unter Zwölfjährige. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte am Mittwoch angekündigt, sie wolle möglichst noch vor Weihnachten entscheiden, ob sie Corona-Impfungen für Kinder zwischen fünf und elf Jahren empfiehlt.

„Wir hoffen darauf, dass in den nächsten Wochen eine europäische Zulassung des Biontech-Impfstoffs für die Altersgruppe der Fünf- bis Elfjährigen kommt, die dann auch in Deutschland übernommen wird“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Jörg Dötsch, Zeitungen der Funke Mediengruppe. Ihm zufolge wären Corona-Impfungen mit Biontech/Pfizer in dieser Altersgruppe damit auch ohne ausdrückliche Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) „rechtlich abgesichert“. Diese könnte in den Wochen darauf folgen, nachdem die Daten zu Nebenwirkungen genau geprüft worden.

Corona-Situation in Deutschland: Mögliche Ampel-Koalition plant Übergangszeit bis zum März

Die mögliche Ampel-Koalition aus SPD, Grüne und FDP hatte am Mittwoch erklärt, die gesetzliche Sonderlage wegen der Corona-Pandemie zum 25. November auslaufen zu lassen. Es solle eine Übergangszeit bis zum 20. März kommenden Jahres geben, für die eine neue rechtliche Basis für Corona-Vorgaben geschaffen werden soll. Damit sollen die Bundesländer weiterhin „weniger eingriffsintensive“ Maßnahmen anordnen können – beispielsweise zu Masken oder Zugangsregeln nur für Geimpfte, Genesene und Getestete.

Der neue Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst (CDU), sagte am Mittwoch im heute journal des ZDF dazu: „Ich habe die Ankündigung vernommen, dass man diesen Rechtsrahmen schaffen will. Aber da müssen wir jetzt schon genau darauf schauen. Die Details sind da wichtig. Da gibt es an der einen oder anderen Stelle durchaus Zweifel.“

Anders sah es SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Er sagte der Rheinischen Post: „Das Eckpunktepapier wird der Bekämpfung der Corona-Pandemie gerecht. Es ist ein guter Kompromiss aus weiterhin möglichen Maßnahmen für die Länder und einer Absage an harte Einschnitte wie Lockdowns oder Ausgangssperren.“ (Jan Trieselmann mit dpa)

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