Corona-Pandemie

Corona in den USA: 245.000 Tote, doch Donald Trump beschäftigt sich lieber mit „radikalen Linken“

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Die USA verzeichnen weiterhin Rekord-Infektionszahlen. Fast 250.000 Menschen sind seit Beginn der Coronavirus-Pandemie in den Staaten gestorben.

  • In den USA werden so viele Menschen wegen Corona in Krankenhäusern behandelt, wie noch nie.
  • Die Zahl der Corona-Neuinfektionen sind auf einem extrem hohen Niveau.
  • Donald Trump tobt derweil auf Twitter.

Update vom Sonntag, 15.11.2020, 13.16 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in den USA erstmals seit mehreren Tagen unter der des Vortages geblieben. Die binnen 24 Stunden neu registrierten Fälle erreichten am Samstag die Marke von 166.555, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) vom Sonntagmorgen hervorgeht. Für Freitag hatte die JHU zunächst 184.514 Fälle und damit einen Höchststand an Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie gemeldet. Stunden später korrigierte sie diese Zahl aber auf 177.224 nach unten. Das ist nun der bisherige Höchstwert.

Insgesamt wurden nach jüngsten JHU-Angaben in den Vereinigten Staaten mit ihren 330 Millionen Einwohnern rund 10,9 Millionen Coronavirus-Infektionen bestätigt. Mehr als 245.600 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus – mehr als in jedem anderen Land der Welt. 

Trotz weiterhin hoher Todeszahlen scheint US-Präsident Donald Trump andere Themen als die Corona-Pandemie zu priorisieren. Auf Twitter schreibt er derweil von „radikalen Linken“, Medien, die „Feinde des Volkes“ sein und dass es „enorme Beweise für einen weit verbreiteten Wahlbetrug“ bei der US-Wahl 2020 gebe.

Corona in den USA: Donald Trump verspricht „keinen Lockdown“ unter seiner Regierung

+++ 14.50 Uhr: Donald Trump hat in seiner ersten öffentlichen Rede nach Bekanntgabe seiner Wahlniederlage gegen Joe Biden versprochen, dass es unter seiner Regierung keinen Lockdown geben werde. Donald Trump macht dieses Versprechen nicht von Fallzahlen abhängig und ignoriert dabei, dass die Anzahl von Neuinfektionen mit Corona in allen Bundesstaaten weiter rasant ansteigt. Gleichzeitig feiert sich Trump dafür, dass seine Regierung dafür gesorgt habe, dass schon bald ein Impfstoff erhältlich sei, der eine „neunzigprozentige Sicherheit“ biete.

Was Donald Trump nicht sagt: Er meint den durch das in New York ansässige Pharmaunternehmen Pfizer mitfinanzierten Impfstoff der Mainzer Firma Biontech. Trumps Regierung hatte es tatsächlich vermieden, die Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus mitzufinanzieren. Für New York hatte Trump eine besondere Botschaft: Dem vom Demokraten Andrew Cuomo Bundesstaat möchte Trump den Impfstoff verwehren, weil sich die dortige Regierung querstelle.

Donald Trump will New York Impfstoff verwehren - Gouverneur Cuomo kontert

Gouverneur Cuomo nahm es im Interview mit CNN gelassen: „Alles was Donald Trump da gesagt hat, war gelogen. Überraschung, Überraschung“. Der Demokrat fügte schmunzelnd hinzu: „Glücklicherweise wird Trump ja nicht mehr Präsident sein, wenn der Impfstoff kommt.“ Außerdem, so Cuomo, hätten die Amerikaner:innen deutlich mehr Vertrauen in die den Impfstoff herstellenden Pharmaunternehmen als in ihren noch bis Januar amtierenden Präsidenten.

Corona in den USA: Kongressabgeordneter mit „Bier-Virus“ infiziert - Lage in Alaska verschlechtert sich

Update vom Samstag, 14.11.2020, 9.25 Uhr: Ein Kongressabgeordneter aus Alaska, der sich einst über das Coronavirus lustig gemacht hatte, hat sich nun damit infiziert. „Ich nenne es das Bier-Virus. Wie findet ihr das?“ sagte der Republikaner im März in Bezug auf das gleichnamige alkoholische Getränk. Wie die Nachrichtenagentur „Reuters“ berichtet, habe Young behauptet, dass Sorgen um die Pandemie hauptsächlich auf „Hysterie“ zurückzuführen seien. „Wie auch immer, es greift uns Senioren an. Ich bin einer von euch. Ich sage dennoch, dass wir als Nation, als Staat, unsere alltäglichen Tätigkeiten fortsetzen.

Corona in den USA: Republikaner positiv getestet

Nun wurde der 87-jährige Don Young positiv getestet. „Ich fühle mich stark, halte mich ordnungsgemäß an das Protokoll, arbeite von zu Hause in Alaska und bitte in dieser Zeit um Privatsphäre. Gott segne Alaska“, teilte Young auf Twitter mit. Mit 87 Jahren ist er der älteste Kongressabgeordnete in den USA und wurde in der US-Wahl Anfang November für eine 25. Amtszeit wiedergewählt.

Erst am Donnerstag hatte der Gouverneur von Alaska, Mike Dunleavy, vor einer Belastung des Gesundheitssystems und der öffentlichen Sicherheit durch die Corona-Pandemie gewarnt. Eine Notfall-SMS, die an alle Handys im Bundesstaat verschickt wurde, verlinkt auf eine Stellungnahme Dunleavys auf YouTube. Die nächsten Wochen seien entscheidend, um die „eskalierende Krise“ zu bewältigen. Arbeiter:innen im Gesundheitswesen würden sich so häufig infizieren wie nie zuvor. Deshalb fordert er die Bevölkerung auf, ihr Verhalten zu ändern - immer und überall eine Maske zu tragen und Abstand zu halten. In Alaska leben rund 730.000 Menschen, von ihnen haben sich bereits mehr als 21.000 infiziert. 97 Leute sind während ihrer Krankheit mit Covid-19 gestorben. Am Freitag wurden 589 Neuinfektionen bestätigt.

Corona in den USA: Rekordwerte bei Neuinfektionen gebrochen

+++ 13.25 Uhr: Immer wieder werden derzeit in den USA die Rekordwerte bei den Corona-Neuinfektionen gebrochen – Und auch die Anzahl der Todesfälle in Zusammenhang mit der Krankheit Covid-19 steigt immer weiter. Der US-Virologe Anthony Fauci setzt sich schon seit Monaten für ein härteres Einschreiten gegen die Corona-Pandemie in den USA ein. Doch dafür erntet er oft harsche Kritik bis hin zu Beleidigungen, beispielsweise vonseiten Donald Trumps. Zuletzt hat sich der Republikaner Rand Paul über Fauci ausgelassen.

Corona in den USA: Republikaner fordert Covid-19 Patienten auf, „ihre Masken wegzuwerfen!“

Auf Fox News stellte Paul eine beunruhigende Forderung. „Elf Millionen Menschen in unserem Land hatten bereits COVID. Wir sollten ihnen sagen, dass sie feiern sollen. Wir sollten sie dazu auffordern ihre Masken wegzuwerfen, in Restaurants zu gehen und wieder zu leben, denn diese Menschen sind jetzt immun“, so Rand Paul. Aber Anthony Fauci würde das ja nicht zugeben, so der Republikaner weiter, stattdessen würde der US-Virologe immer nur sagen „Oh, Woe is me“ zu Deutsch: „Wehe mir!“.

Corona in den USA: Infektionsrekord erneut gebrochen – Mobile Leichenhallen werden eingerichet

Update vom Freitag, 13.11.2020, 7.49 Uhr: Mehr als 160.000 neue Corona-Fälle wurden am Donnerstag in den USA gemeldet, wie die „New York Times“ berichtet. Damit wurde der bisherige Rekord von 144.133 Neuinfektionen vom Mittwoch (11.11.2020) gebrochen. Auch die Zahl der Toten soll steigen, wie die Zeitung berichtet. Im Durchschnitt sterben pro Tag 1000 Menschen in den USA im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Im mittleren Westen der USA warnen Krankenhäuser vor einer massiven Knappheit der Betten. Leichenbeschauer sollen bereits mobile Leichenhallen eingerichtet haben, so die „New York Times“.

Die USA sind eines der am schwersten von der Corona-Krise betroffenen Länder der Welt. Seit Beginn der Pandemie haben sich mehr als 10,4 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Insgesamt 241.800 Menschen starben in Verbindung mit einer Corona-Infektion.

Corona in den USA: Kein Wort von Trump zu rasantem Anstieg der Neuinfektionen

+++ 17.30 Uhr: Der abgewählte US-Präsident Donald Trump scheint sich trotz rasant steigender Fallzahlen und Todesopfern kein besonderes Interesse an der Bekämpfung der Notlage zu zeigen. Der CNN-Korrespondent aus dem Weißen Haus, Stephen Collins, zieht sogar den Schluss, Trump ignoriere die Pandemie seit einer Woche völlig und arbeite stattdessen verbissen an einer Art Staatsstreich. Vor der Wahl hatte Trump noch mehrfach insinuiert, US-Medien würden das Thema Corona gleich nach der Wahl wieder weniger intensiv behandeln.

Rein von den Zahlen her betrachtet es dazu ohnehin keinen Anlass: Das Infektionsgeschehen sei mittlerweile deutlich dynamischer als noch im Sommer, wo die Infektionszahlen in einzelnen Gegenden der USA hochschnellten. Auch dem noch amtierenden Vizepräsident Mike Pence stellt CNN-Reporter kein gutes Zeugnis über seinem Umgang mit der Pandemie aus: Als Chef der Coronavirus-Taskforce im Weißen Haus hat er seit einer Woche keine Pressetermine mehr absolviert.

Währenddessen stellt der Gewinner der jüngsten US-Wahl, Joe Biden, weiter sein Kabinett zusammen. Er hatte sich im Wahlkampf immer wieder für eine näher an der Wissenschaft ausgerichteten Politik zur Bekämpfung von Corona ausgesprochen. Als Stabschef im Weißen Haus nominiert er jetzt Ron Klain. Dieser hatte schon mehrfach administrative Posten im Weißen Haus inne und war 2015 mit der Bekämpfung des Ebolavirus vertraut. Trump blockiert indessen finanzielle Mittel, die Biden und Harris brauchen, um ihre Regierungsmannschaft aufzustellen zu können.

USA, Washington: Ein Mitarbeiter des Reinigungspersonals besprüht den James-Brady-Presseraum des Weißen Hauses mit Desinfektionsmittel.

Update vom Donnerstag, 12.11.2020, 12.55 Uhr: Am zweiten Tag in Folge wurde in den USA ein Höchststand an Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Laut Daten der Johns-Hopkins-Universität wurden für Mittwoch (11.11.2020) 144.133 Fälle gemeldet. Das ist der höchste Wert für Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 binnen 24 Stunden seit Beginn der Pandemie. Außerdem nahm die Universität eine Korrektur an den Zahlen des Vortages (10.11.2020) vor. Die Summe wurde von 136.325 auf 140.290 nach oben korrigiert.

Die USA sind eines der am schwersten von der Corona-Krise betroffenen Länder der Welt. Seit Beginn der Pandemie haben sich mehr als 10,4 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Insgesamt 241.800 Menschen starben in Verbindung mit einer Corona-Infektion.

Der noch amtierende Vize-Präsident Mike Pence hat aufgrund der steigenden Zahlen in der Corona-Krise einen fünftägigen Urlaub in Florida abgesagt. Pence, nach wie vor und wohl bis zu seiner Ablösung durch Kamala Harris Chef der Corona Task-Force, hat sich bislang nicht den Vorwürfen der Wahlmanipulation durch seinen Chef, US-Präsident Donald Trump, geäußert. Vielmehr weigerte sich der Vize, auf einer Pressekonferenz zu dem Thema in Philadelphia auzutreten.

Corona in den USA: Krankenhäuser melden Patientenrekord

USA – In den USA gibt es einen neuen Höhepunkt an täglichen Infektionen mit dem Corona-Virus. Am Dienstag meldete die renommierte Johns-Hopkins-Universität 136 325 Neuinfektionen. So viele hatte es seit Beginn der Pandemie in den USA nicht gegeben. Einen weiteren traurigen Spitzenplatz erreichten die USA mit der Zahl der wegen Covid-19 stationär behandelten US-Amerikaner. Demnach werden aktuell 61 964 Menschen wegen des Virus in US-amerikanischen Krankenhäusern behandelt, was in etwa das Doppelte im Vergleich zu September ist. Der bisherige Höchststand lag Mitte April bei 59.940 stationär behandelten Menschen.

In den USA werden aktuell so viele Menschen wegen Corona im Krankenhaus behandelt wie noch nie

Insgesamt hat das etwa 330 Millionen Einwohner starke Land seit Beginn der Pandemie am Montag die Marke von 10 Millionen Infektionen insgesamt überschritten. Über 239 000 Menschen starben dort bisher an der Infektion. Die täglichen Neuinfektionen liegen bereits seit Wochen über 100 000. Das Nachrichtenportal „The Guardian“ zitiert Michael Osterholm, Direktor des „Centre for Infectious Disease Research and Policy“ von der Universität von Minnesota, der sagte: „Es würde mich nicht überraschen, wenn es in den nächsten Wochen 200 000 tägliche Neuinfektionen gibt.“ Osterholm ist Mitglied des Expertenteams des neuen US-Präsidenten Joe Biden. Letzterer warnte die US-Bürger, dass sie es trotz eines möglichen Impfstoffes von Pfizer und Biontech wohl mit einem „sehr düsteren Winter“ zu tun bekommen würden.

Auch im Hinblick auf diese besorgniserregenden Zahlen meldete der führende US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci angesichts des neuen Impfstoffs: „Die Nachricht über den Impfstoff sollte die Menschen nicht dazu veranlassen zu sagen, dass wir die öffentlichen Gesundheitsmaßnahmen nicht weiterführen müssen. Geben Sie nicht auf, wenn sie wissen, dass Hilfe auf dem Weg ist“, sagte er dem Nachrichtensender CNN. Er mahnte die US-Bürger daran, weiterhin auf den Mindestabstand zu achten, Masken zu tragen und sich regelmäßig die Hände zu waschen.

Trotz eines möglichen Impfstoffs sollen Amerikaner wegen der Corona-Zahlen vorsichtig sein

Anthony Fauci sei zwar klar, dass sich angesichts der bereits seit Monaten geltenden Maßnahmen bei vielen Amerikanern Müdigkeit und Frustration breit machen. „Aber halten Sie durch, noch ein bisschen länger“, sagte er. Dennoch gehe er davon aus, dass jeder Amerikaner bis April 2021 die Möglichkeit bekomme, sich impfen zu lassen. (Joshua Schößler mit Material der dpa)

Rubriklistenbild: © Steve Helber/dpa

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